Maskenpflicht

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Aushandlung der Maskenpflicht im Kanton Zürich

von Raffaela Christina de Vries

Seit Donnerstag, dem 27. August 2020, gilt im Kanton Zürich aufgrund des SARS-CoV-2 (Severe acute respiratory coronavirus type 2) eine Maskentragpflicht in den Läden. Als Reaktion darauf konnte man in den Einkaufszentren der angrenzenden Kantone Schwyz oder Aargau eine deutliche Zunahme an zürcherischen Einkäufern feststellen1. Erklärt wurde dies mit dem Ausbleiben der Maskentragpflicht in den Läden in diesen Kantonen. Zwei Wochen später, am 10. September 2020, wurde die Maskentragpflicht im Kanton Zürich erweitert. Ab diesem Zeitpunkt sollten auch in allen anderen öffentlich zugänglichen Bereichen Masken getragen werden2. Am 29. Oktober 2020 wurde die Maskentragpflicht gesamtschweizerisch durch den Bund verordnet3.

Beginn September wurden in diversen Medien die Schlagzeilen prominent, dass beispielsweise Ikea in Dietlikon Zürich die Maskentragdispens aufgrund eines Arztzeugnisses nicht akzeptiert und somit der Zutritt verweigert wird4. Bei der Konsultation der Website von Ikea, insbesondere der Hausordnung, liess sich vor der Einführung der nationalen Maskenpflicht folgende Aussage finden:

«Wir richten uns nach den kantonalen Bestimmungen zur Bekämpfung der Pandemie. In einigen unserer IKEA Einrichtungshäusern gilt zudem eine ausnahmslose Maskenpflicht […]. Kundinnen und Kunden, die keine Maske tragen möchten – ob mit oder ohne Attest – wird der Besuch eines Einrichtungshauses, in dem die Maskenpflicht gilt, nicht gestattet. Wir handhaben es ‘für die Vielen’ gleich und sehen in uns nicht die nötige Fachkompetenz, zwischen einem ärztlich verschriebenem und einem im Internet gekauften Attest zu unterscheiden.»5

Der Verweis auf die kantonalen Bestimmungen zeigt lediglich, dass die Maskenpflicht «in allen Innenräumen von Einkaufsläden, Einkaufszentren und Märkten»6 gilt. Doch der Verzicht auf eine Akzeptanz von Arztzeugnissen lässt sich auf keine mit dem im Virus in Verbindung stehende Rechtsgrundlage zurückführen. Daraus lässt sich schliessen, dass Ikea hier eine subjektive Entscheidung gefällt hat, welche auch anders hätte getroffen werden können.

Aus diesem Grund ergibt sich die Forschungsfrage für diese im Seminar „Empirische Ansätze der Rechtssoziologie“ an der Universität Zürich entstandene Arbeit: Inwiefern wird die Maskentragpflicht in öffentlichen Räumen wahrgenommen und persönlich umgesetzt?

1o.A. (2020). Wegen Maskenpflicht: Zürcher kommen zum Einkaufen in den Kanton Schwyz. Bericht vom 09.09.2020. Verfügbar unter: https://marchanzeiger.ch/2020/09/09/wegen-maskenpflicht-zuercher-kommen-zum-einkaufen-in-den-kanton-schwyz/ [zuletzt abgerufen am: 06.01.2021]

2Kanton Zürich (2020). Stadt Zürich führt Maskenpflicht in öffentlich zugänglichen Bereichen ein. Medienmitteilung vom 7. September 2020. Verfügbar unter: https://www.stadt-zuerich.ch/gud/de/index/departement/medien/medienmitteilungen/2020/september/200907a.html [zuletzt abgerufen am: 05.01.2021]

3Bundesamt für Gesundheit (2020). Coronavirus: Massnahmen und Verordnungen. Verfügbar unter: https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/krankheiten/ausbrueche-epidemien-pandemien/aktuelle-ausbrueche-epidemien/novel-cov/massnahmen-des-bundes.html#1570431754 [zuletzt abgerufen am: 05.01.2021]

4Wozny, N. (2020). Ikea verweigert Kundin ohne Maske trotz Arztzeugnis Zutritt. Bericht vom 28.09.2020. Verfügbar unter: https://www.20min.ch/story/ikea-verweigert-kundin-ohne-maske-trotz-arztzeugnis-zutritt-811133397909 [zuletzt abgerufen am: 06.01.2021]

5Website Ikea: https://www.ikea.com/ch/de/stores/willkommen-zurueck-pub7a0a96c0 [zuletzt abgerufen am: 07.10.2020]. Hervorhebung im Original.

6Website Kanton Zürich: https://www.zh.ch/de/gesundheit/coronavirus.html [zuletzt abgerufen am: 07.10.2020]
ProLitteris.

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