{"id":1302,"date":"2021-02-25T14:25:40","date_gmt":"2021-02-25T12:25:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.orlux-ag.ch\/?page_id=1302"},"modified":"2025-03-19T00:41:42","modified_gmt":"2025-03-18T22:41:42","slug":"interdisziplinaere-rechtsforschung-karl-ludwig-kunz","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.orlux-ag.ch\/?page_id=1302","title":{"rendered":"Interdisziplin\u00e4re Rechtsforschung Karl-Ludwig Kunz"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.orlux-ag.ch\/?page_id=1308\"><strong>Weiterlesen   <\/strong><\/a>\u00a9 ProLitter<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" src=\"https:\/\/pl01.owen.prolitteris.ch\/na\/plzm.d1d9a99b-c42d-4968-b86f-d9f92c20e9c5\">is, Karl-Ludwig Kunz<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><a href=\"https:\/\/www.orlux-ag.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/9783907230213.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"69\" height=\"96\" src=\"https:\/\/www.orlux-ag.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/9783907230213.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3497\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.orlux-ag.ch\/?page_id=1074\"><strong>Mehr lesen: Maskenpflicht<\/strong><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.orlux-ag.ch\/?page_id=1074\"><strong>Mehr lesen: Medien<\/strong><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Karl-Ludwig Kunz<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Zu den Problemen der Wirksamkeitserwartung von Recht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Zusammenfassung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Versteht man das Recht als ein Teilsystem der Gesellschaft, so ist damit impliziert, dass es zwischen Teil und Ganzem Interaktionen gibt. Weder zwingend noch plausi\u00adbel erscheint hingegen die Erwartung, dass diese Interaktionen einzig in einer einsei\u00adtigen Funktionalit\u00e4t des Teils f\u00fcr das Ganze bestehen. Jene Annahme konnte nur in einem spezifisch \u201emodernen\u201c sozialtechnologischen Verst\u00e4ndnis des Rechts Bedeu\u00adtung gewinnen. Die Entdeckung der Zweckhaftigkeit des Rechts, also seiner gesell\u00adschaftlichen Folgenorientierung, hat zu dem Missverst\u00e4ndnis gef\u00fchrt, das Recht ersch\u00f6pfe sich in seiner gesellschaftlichen Funktionalit\u00e4t. Dieses Missverst\u00e4ndnis unterstellt eine rein instrumentelle Wirkung und verkennt dabei die nicht unmittelbar folgenorientierte symbolisch-kommunikative Bedeutung des Rechts. Aus der relati\u00adven Autonomie des Teilsystems gegen\u00fcber dem Ganzen folgt zudem, dass das Recht sich auch anders als durch gesellschaftliche Funktionalit\u00e4t bestimmt und sich teilwei\u00adse sogar \u201eautistisch\u201c gegen gesellschaftliche Wirkungserwartungen abschottet.<sup><a href=\"#sdfootnote1sym\"><sup>1<\/sup><\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>The expectancy of efficacy of law challenged<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Summary<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">The understanding of law as a subsystem of society implies the existence of interac\u00adtions between the part and the whole. Expecting these interactions to be only singly-directed (from the part to the whole), it appears, however, to be neither compelling nor plaus\u00adible. This presumption could only emerge in the context of a specific \u201cmodern\u201d socio-techno\u00adlogical understanding of law. The discovery of the utilitarian orientation of the law with regard to the society, led to the misconception of law as only a socio-functional instrument. This view postulates a purely instrumental effect of law and thereby un\u00adderestimates its non-result-oriented symbolic-communicative aspects. In contrast, ac\u00adcording to the relative autonomy-thesis, which conceives law as partially autonom\u00adous from the system of society, it follows that law functions differently than in terms of social functionality. Law may even isolate itself against expectations of social util\u00adity in an \u201cautistic\u201d manner.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00ad<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1. Recht als Triebkraft f\u00fcr gesellschaftliche Entwicklungen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn man sagt, Recht wirke, setzt man dieses zur Gesellschaft in Bezug und nimmt einen empirisch belegbaren Einfluss des ersteren auf die letztere an. Gew\u00f6hnlich wird der beeinflussende Bezug als eine einseitige Kausalbeziehung verstanden, der zu Folge das Recht bestimmte gesellschaftliche Prozesse urs\u00e4chlich ausl\u00f6st. Die wei\u00adte Verbreitung dieses Verst\u00e4ndnisses ist Ausdruck der Definitionsmacht des an der m\u00f6glichst gro\u00dfen gesellschaftlichen Bedeutung des Rechts interessierten Juristen\u00adstandes. Wissenschaftlich belegbar ist die Urheberfunktion des Rechts f\u00fcr soziale Prozesse nicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aus der M\u00f6glichkeit, die Entwicklung des Rechts mit dem Verlauf des sozialen Wandels in Bezug zu setzen, folgt nicht, dass eine bestimmte Rechtspraxis bestimm\u00adte soziale Verh\u00e4ltnisse kausal hervorgebracht hat. Es k\u00f6nnte auch umgekehrt gewe\u00adsen sein. Schon David Hume hat erkannt, dass Kausalit\u00e4t sich nicht beobachten, son\u00addern immer nur interpretierend an reale Vorg\u00e4nge herantragen l\u00e4sst<sup><a href=\"#sdfootnote2sym\"><sup>2<\/sup><\/a><\/sup>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zwar werden Rechtsregeln mitunter dazu verwandt, eine noch nicht gefestigte Sozialmoral zu best\u00e4rken oder gar zu initiieren. Mit dieser Intention werden etwa Verbote umweltgef\u00e4hrdenden Verhaltens ins Kernstrafrecht statt ins Nebenstrafrecht gestellt, um durch gr\u00f6\u00dfere Eindr\u00fccklichkeit intensivere Appelle zur Verhaltens\u00e4nde\u00adrung zu senden<sup><a href=\"#sdfootnote3sym\"><sup>3<\/sup><\/a><\/sup>. Ob solche Appelle tats\u00e4chlich Verhaltens\u00e4nderungen ausl\u00f6sen, ist jedoch zweifelhaft. Plausibler erscheint, dass sie blo\u00df einen bereits vollzogenen Bewusstseinswandel symbolisch unterstreichen. Auch die liberal inspirierten Refor\u00admen des Sexualstrafrechts der siebziger Jahre haben durch entsprechende Straffrei\u00adstellungen einen Wandel der gesellschaftlichen Einstellung zur Homosexualit\u00e4t nicht bewirkt, sondern begleitet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit der Ablehnung eines direkten kausalen Einflusses des Rechts auf die Gesell\u00adschaft entfernt man sich von einer h\u00f6chst einflussreichen Tradition, die vom engli\u00adschen Utilitarismus ma\u00dfgeblich beeinflusst wurde und die sich im 19. Jahrhundert in der deutschsprachigen Rechtswissenschaft mit der Abl\u00f6sung der durch die histori\u00adsche Rechtsschule gepr\u00e4gten Begriffsjurisprudenz durch die soziologisch inspirierte Inter\u00adessenjurisprudenz durchsetzte. Aus der Beobachtung, dass gesellschaftliche und vor allem wirtschaftliche Beziehungen von Interessen bestimmt werden, wurde ein Bedarf zum Schutz und Ausgleich dieser Interessen abgeleitet, dem das Recht nach\u00adzukommen habe. Dem Recht wurde damit eine soziale Funktionalit\u00e4t im Sinne einer Ordnungsaufgabe zugeschrieben. Seither wurde das Recht der Maxime der sozialen <em>N\u00fctzlichkeit<\/em> unterstellt, die <em>Zweckhaftigkeit<\/em> des Rechts als dessen Wesensmerkmal verstanden<sup><a href=\"#sdfootnote4sym\"><sup>4<\/sup><\/a><\/sup> und die <em>Effizienz<\/em> des Rechts zur Beeinflussung gesellschaftlicher Befindlichkeiten als dessen Qualit\u00e4tsma\u00dfstab genommen. Es galt darum, juristische Entscheide mit Blick auf ihre zu erwartenden gesellschaftlichen Folgen zu treffen. Die gebotene <em>Folgenorientierung<\/em> verlangte nach empirischer Pr\u00fcfung, ob die erwart\u00adbaren Wirkungen eingetreten und unerw\u00fcnschte Nebeneffekte ausgeblieben waren. Dabei stand nicht die Erf\u00fcllung der subjektiven gesetzgeberischen \u201eAbsichten\u201c in Frage: Die \u201eZiele\u201c einer Gesetzgebung sind typischerweise kompromissbedingt un\u00adeindeutig, mehrfach, oft ambivalent und deshalb kaum zuverl\u00e4ssig \u00fcberpr\u00fcfbar. Statt dessen ging es um die objektiv \u2013 und zumeist stillschweigend \u2013 im Gesetz angeleg\u00adten Funktionen oder Wirkungsvoraussetzungen, also etwa die Pr\u00e4ventivwirkung, welche der angenommenen gesellschaftlichen Gestaltungskraft strafrechtlicher Sank\u00adtionen entspricht. Dies war die Legitimation f\u00fcr die Etablierung der Rechtssoziologie als eigenst\u00e4ndige Disziplin. Ihr fiel danach als empirischer Pr\u00fcfinstanz eine Art Service-Funktion f\u00fcr die Rechtspraxis zu, indem sie die Wirksamkeit des Rechts als gesellschaftliches Steuerungsmittel auszuloten, Steuerungsdefizite zu lokalisieren und so zur Optimierung der Effizienz des Rechts beizutragen hatte<sup><a href=\"#sdfootnote5sym\"><sup>5<\/sup><\/a><\/sup>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieses Konzept wird gegen Ende des 20. Jahrhunderts in Frage gestellt. Nun er\u00adscheint zweifelhaft, ob das rechtssoziologische Tatsachenmaterial als Grundlage juristischer Entscheidungen taugt. Sogar die Annahme, dass es \u00fcberhaupt einen gesi\u00adcherten objektiven empirischen Wissensbestand g\u00e4be, an dem sich die Wirksamkeit des Rechts bemessen lasse, wird in Zweifel gezogen<sup><a href=\"#sdfootnote6sym\"><sup>6<\/sup><\/a><\/sup>. Jedes politische Interesse fin\u00addet durch selbst gew\u00e4hlte rechtssoziologische Experten Best\u00e4tigung, wodurch das Expertentum an Prestige verliert. Die Rechtspraxis nimmt unter Entscheidungszwang keine R\u00fccksicht darauf, ob hinl\u00e4ngliches empirisches Wissen vorhanden oder auch nur erreichbar ist. Oft werden empirische Befunde nicht zur Kenntnis genommen oder als unverbindliche Vorinformationen eingestuft. Die Rechtsdogmatik immuni\u00adsiert sich zunehmend gegen eine empirische \u00dcberpr\u00fcfung, indem sie prinzipiell em\u00adpirisch pr\u00fcfbare Beurteilungsma\u00dfst\u00e4be durch Entscheidungskriterien ersetzt, de\u00adren Abstraktheit und Komplexit\u00e4t sich einer empirischen Kontrolle entzieht<sup><a href=\"#sdfootnote7sym\"><sup>7<\/sup><\/a><\/sup>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die soziologisch-funktionale Betrachtung des Rechts hat darum deutlich an Einfluss verloren. Heute erscheint ein f\u00fcr die Gesellschaft funktionales Rechtsverst\u00e4ndnis schon fast als realit\u00e4tsferne ordnungspolitische Wunschvorstellung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2. Recht als abh\u00e4ngige Determinante gesellschaftlicher Entwicklungen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Verbreitet wird deshalb eine umgekehrte Wirkungsrichtung dergestalt angenommen, dass die Gesellschaft auf das Recht einwirke. Das Recht bahnt demzufolge gesell\u00adschaftlichen Ver\u00e4nderungen nicht den Weg, sondern l\u00e4uft ihnen hinterher. Recht gilt nicht als moralisches Agens, sondern als ein Folgeph\u00e4nomen bestehender sozialmo\u00adralischer Vorstellungen, das diese flankierend st\u00fctzt und stabilisiert. Jene Annahme erscheint normlogisch plausibel, besteht die Besonderheit von Rechtsnormen im Gegensatz zu Moralnormen typischerweise in ihrer mit Zwangsandrohung verbunde\u00adnen Verbindlichkeit: Damit eine Verhaltenserwartung mit Rechtszwang als all\u00adge\u00admein verbindlich ausgewiesen werden kann, muss sie zuvor eine gewisse gesell\u00adschaft\u00adliche Akzeptanz und Best\u00e4ndigkeit erreicht haben. Diese Annahme wird auch vom Marxismus geteilt, der das Recht als ein vom kapitalistischen gesellschaftlichen Unterbau abh\u00e4ngiges \u00dcberbauph\u00e4nomen ansieht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Indessen ist die Vorstellung des Rechts als eine von der Gesellschaft abh\u00e4ngige Determinante gleicherma\u00dfen fragw\u00fcrdig wie die umgekehrte Annahme, das Recht sei Antriebskraft f\u00fcr gesellschaftliche Entwicklungen. Hier wie dort wird eine empi\u00adrisch nicht belegbare Kausalbeziehung unterstellt. Bei beiden Annahmen werden die Transferleistungen zwischen Recht und Gesellschaft \u00fcbersch\u00e4tzt und die Sperrigkeit der Rechtsform, die eine direkte Umsetzung gesellschaftlicher Prozesse in Recht behindert, verkannt. Beide Annahmen unterstellen eine objektiv vorhandene und em\u00adpirisch belegbare Funktionalit\u00e4t des Rechts f\u00fcr die Gesellschaft oder umgekehrt. Sie formulieren keine empirisch \u00fcberpr\u00fcfbare Hypothese, sondern eine implizite Pr\u00e4mis\u00adse, auf deren Basis empirische Wirksamkeits\u00fcberpr\u00fcfungen erst m\u00f6glich werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Schlie\u00dflich entstammen beide Vorstellungen dem <em>sozialtechnologischen<\/em> Gesell\u00adschaftsmodell der <em>Moderne<\/em>. Der Streit um die Funktionalit\u00e4t des Rechts f\u00fcr die Gesellschaft oder seine Determiniertheit durch diese ist keine zeit- und gesellschafts\u00adunabh\u00e4ngige Konstante, sondern entspricht dem Weltbild der Moderne und verliert mit dessen Abl\u00f6sung durch die Sp\u00e4tmoderne an Einfluss. Charakteristisch f\u00fcr die Sp\u00e4tmoderne ist, dass das gesellschaftliche Gesamtsystem seiner Regulierungsaufga\u00adbe gegen\u00fcber seinen Teilsystemen nicht mehr gen\u00fcgend nachkommen zu k\u00f6nnen scheint und infolgedessen die Teilsysteme zunehmend autark werden: So entfrem\u00addet sich das Recht zunehmend von der Gesellschaft und entwickelt ihr gegen\u00fcber und anderen gesellschaftlichen Subsystemen gegen\u00fcber ein Eigenleben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3. Recht als relativ autonomes Teilsystem der Gesellschaft<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Niklas Luhmann hat als zeitgem\u00e4\u00dfe Bestimmung des Verh\u00e4ltnisses von Gesellschaft und Recht bekanntlich das Modell eines umfassenden Gesellschaftssystems vorge\u00adschlagen, welches das Recht als relativ autonomes<sup><a href=\"#sdfootnote8sym\"><sup>8<\/sup><\/a><\/sup> Teilsystem in sich birgt. Die rela\u00adtive Autonomie ergibt sich daraus, dass das Teilsystem sich im Netzwerk eigener Operationen selbst \u201eautopoietisch\u201c reproduziert<sup><a href=\"#sdfootnote9sym\"><sup>9<\/sup><\/a><\/sup>. Das Recht bezieht seine Eigenart daraus, dass es sich jeweils beurteilend auf ein spezifisches gesellschaftliches Pro\u00adblem ausrichtet und dieses \u201ebin\u00e4r codiert durch einen Schematismus, der einen posi\u00adtiven Wert (Recht) und einen negativen Wert (Unrecht) vorsieht\u201c.<sup><a href=\"#sdfootnote10sym\"><sup>10<\/sup><\/a><\/sup> Bei der Beurtei\u00adlung der gesellschaftlichen Referenz nach dem Schema Recht \/ Unrecht orientiert sich das Recht allein an bislang getroffenen rechtlichen Entscheidungen. Das Rechts\u00adsystem ist operativ in sich geschlossen, insofern es in seinen Operationen auf get\u00e4tig\u00adte rechtliche Operationen rekursiv Bezug nimmt.<sup><a href=\"#sdfootnote11sym\"><sup>11<\/sup><\/a><\/sup> Diese Geschlossenheit darf nicht mit Abgeschlossenheit verwechselt werden.<sup><a href=\"#sdfootnote12sym\"><sup>12<\/sup><\/a><\/sup> Das Teilsystem Recht kommuniziert mit der ihm fremden gesellschaftsinternen Umwelt und benutzt dabei Sprache, die immer rechtsexterne Anschlussm\u00f6glichkeiten voraussetzt.<sup><a href=\"#sdfootnote13sym\"><sup>13<\/sup><\/a><\/sup> Freilich bleibt die rechtsexterne Auseinandersetzung mit rechtlichen Operationen, also insbesondere die gesellschaftspolitische Kritik des Rechts und seiner Agenten, f\u00fcr das Recht letzt\u00adlich folgenlos: Eine beobachtende Person mag nach eigenen Kriterien und Pr\u00e4feren\u00adzen Bez\u00fcge zwischen dem Recht und seiner Umwelt herstellen, etwa indem sie eine bevorzugte Behandlung von Angeh\u00f6rigen der Oberschicht im Recht feststellt.<sup><a href=\"#sdfootnote14sym\"><sup>14<\/sup><\/a><\/sup> Das Recht kann sich mit dieser Beobachtung auseinander setzen und mag auf Grund des\u00adsen seine Praxis \u00e4ndern. Indessen kann nur das Recht selbst sagen, was Recht ist.<sup><a href=\"#sdfootnote15sym\"><sup>15<\/sup><\/a><\/sup> Beziehungen zur Umwelt kann das Rechtssystem nur im Vollzug eigener Operatio\u00adnen herstellen. Wenn externe Umst\u00e4nde rechtlich zur Kenntnis genommen und Wis\u00adsen auf die Umwelt bezogen wird, werden keine Informationen von der Umwelt auf das Rechtssystem \u00fcbertragen, vielmehr besteht die Information darin, dass das Rechtssystem infolge des Umweltimpulses mit eigenen Bordmitteln seinen Zustand \u00e4ndert.<sup><a href=\"#sdfootnote16sym\"><sup>16<\/sup><\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die von Luhmann vermittelte Einsicht in die relative Autonomie des Rechts gegen\u00ad\u00fcber der Gesellschaft steht einer direkten funktionalen Bezugsetzung von Recht und Gesellschaft im Wege: Das Recht ist nicht schlicht gesellschaftsbezogen, sondern in erster Linie <em>selbstbez\u00fcglich<\/em>. Rechtsdiskurse drehen sich um juristische Streitpunkte und nehmen Realkonflikte nur noch in juristisch aufbereiteter Form wahr. In einem prozeduralen Rollenspiel wird der Konflikt nach juristischen Regeln kategorisiert und entschieden. Juristen denken nicht wie Philosophen und reden schon gar nicht wie Bauern, wie Rudolf von Jhering ihnen empfahl. Dogmatische Bindung und Ent\u00adscheidungszwang behindern ein \u201efreies\u201c philosophisches R\u00e4sonnement, die Rechts\u00adf\u00f6rmlichkeit des Prozedierens steht einer f\u00fcr Laien verst\u00e4ndlichen Sprache im Wege. Ist ein sozialer Konflikt erst einmal in eine rechtliche Entscheidungsprozedur einge\u00adspeist, dann ist er der Gestaltungsmacht der unmittelbar Konfliktbeteiligten entzo\u00adgen. Die \u00dcbersetzung eines Realkonflikts in einen Rechtsfall enteignet diesen den unmittelbar Konfliktbeteiligten und grenzt sie aus der Konfliktbew\u00e4ltigung aus<sup><a href=\"#sdfootnote17sym\"><sup>17<\/sup><\/a><\/sup>. Die \u201erestorative\u201c<sup><a href=\"#sdfootnote18sym\"><sup>18<\/sup><\/a><\/sup> R\u00fcck\u00fcbersetzung eines Rechtskonflikts in einen Realkonflikt gelingt nur selten.<sup><a href=\"#sdfootnote19sym\"><sup>19<\/sup><\/a><\/sup> Recht entfremdet sich von den B\u00fcrgern. Das Problem seiner B\u00fcrgerferne ist eine notwendige Konsequenz seiner relativen Autonomie.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In sp\u00e4tmodernen \u201epolyzentristischen\u201c Gesellschaften b\u00fc\u00dft das Recht in mehrerer Hin\u00adsicht deutlich an Steuerungsf\u00e4higkeit ein. Die einzelnen gesellschaftlichen Teil\u00adsysteme entwickeln sich <em>unkoordiniert<\/em> und produzieren dabei einen \u00dcberschuss an Auto\u00adnomie, der ihrer Funktion zur Stabilisierung des Gesellschaftssystems nicht dienlich ist. Zunehmend wird es deshalb schwieriger, mit den \u201eklassischen\u201c rechtli\u00adchen Rege\u00adlungsmustern in andere soziale Subsysteme hineinzuwirken.<sup><a href=\"#sdfootnote20sym\"><sup>20<\/sup><\/a><\/sup> Verantwor\u00adtungszuweisungen etwa durch Zurechnung individuellen Verschuldens verlieren in hochdiffe\u00adrenziert vernetzten Sozialbeziehungen an Legitimation und damit an Be\u00addeutung. Die \u201egro\u00dfen\u201c sozialen Risiken beruhen auf Akkumulationseffekten und las\u00adsen sich kaum mehr sinnvoll einzelnen Akteuren zuordnen. Das Risikomanagement installiert ein Versicherungssystem, welches eintretende Sch\u00e4den zu Lasten der All\u00adgemeinheit aus\u00adgleicht und so \u201epulverisiert\u201c. Daraus resultieren f\u00fcr das Recht <em>Steue\u00adrungsprobleme<\/em>, die sich nicht mehr mit den klassischen Mitteln des Rechtszwanges bew\u00e4ltigen las\u00adsen. Das Recht reagiert darauf mit der Flexibilisierung seiner Formen, mit der Aus\u00adweitung des Entscheidungsermessens von Rechtsanwendern, mit der Di\u00adversion staat\u00adlicher Entscheidungsprozeduren in nicht staatlich gelenkte Schlich\u00adtungsverfahren, mit der Abl\u00f6sung repressiv-hoheitlicher Intervention und hierarchi\u00adscher Entschei\u00addungswege durch kooperative Gestaltungsspielr\u00e4ume zur Selbstregu\u00adlierung. Zudem verliert das \u201eklassische\u201c nationalstaatliche Recht gerade in dem f\u00fcr die Sp\u00e4tmoderne zentralen Bereich der globalen Wirtschaft an Gestaltungsraum. Multinationale Kon\u00adzerne regeln ihre Angelegenheiten eigenst\u00e4ndig \u00fcber staatliche Rechtsordnungen und f\u00f6rmliches internationales Recht hinweg. Die Normproduktion in solchen Kontexten f\u00fchrt zu einer Vielzahl von faktischen Rechtsr\u00e4umen, die jen\u00adseits einer staatlichen oder staatengemeinschaftlichen Regulierung Verbindlichkeit beanspruchen.<sup><a href=\"#sdfootnote21sym\"><sup>21<\/sup><\/a><\/sup> Durch all dies schrumpft die formalisierte, mit Rechtszwang verbun\u00addene Regelungsmaterie, die sich in ihrem gesellschaftlichen Funktionalit\u00e4tsanspruch zur rechtssoziologischen Wirksamkeits\u00fcberpr\u00fcfung eignen w\u00fcrde. Zudem bewirkt diese Entwicklung einen <em>sozialen Bedeutungsverlust<\/em> der mit Zwang verbundenen Rechtsform.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hinzu kommt, dass das sp\u00e4tmoderne Recht selbst dort, wo es noch mit formalisier\u00adtem Rechtszwang operiert, seine Effizienzkriterien zunehmend vage und teilweise ambivalent ausdr\u00fcckt. Eine klare Wirksamkeitsbeurteilung scheitert, weil die vom Recht verfolgten <em>Zwecke austauschbar<\/em> werden: F\u00fchrt ein Straftatbestand zu prak\u00adtisch keinen Verurteilungen, so l\u00e4sst sich bereits die Abschreckungswirkung der ruf\u00adsch\u00e4dlichen \u00f6ffentlichen Durchsuchung und vorl\u00e4ufigen Sicherstellung von Verm\u00f6\u00adgenswerten als Erfolgsbeleg f\u00fcr die Wirksamkeit der Norm ausgeben. Dem urspr\u00fcng\u00adlich auf die \u201eAchillesferse des organisierten Verbrechens\u201c zielenden Straftatbestand der Geldw\u00e4scherei (Art. 305<sup>bis<\/sup> schweizerisches StGB) l\u00e4sst sich, nachdem er sich dazu als ungeeignet erwiesen hat, die neue Wirkungsrichtung der Absch\u00f6pfung von \u201ePotentatengeldern\u201c unterschieben.<sup><a href=\"#sdfootnote22sym\"><sup>22<\/sup><\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>4. Wie damit umgehen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Frage lautet, wie die Rechtssoziologie mit solchen ihr traditionelles Bet\u00e4tigungs\u00adfeld der Erforschung der Wirkung von Recht anzweifelnden \u00dcberlegungen umgehen soll. Eine Vogel-Strau\u00df-Strategie erscheint nicht von vornherein aussichtslos. Die angesprochenen Probleme k\u00f6nnten dahin verniedlicht werden, dass sie eher geeignet seien, Wirksamkeitserwartungen zu d\u00e4mpfen als sie schlechthin zu diskreditieren. Die theoretische Auseinandersetzung mit zweifelhaften Ursache-Wirkungsvorstel\u00adlungen d\u00fcrfte die anwendungsbezogene Wirkungsforschung tats\u00e4chlich wenig und deren politische Auftraggeber schon gar nicht bek\u00fcmmern. Das Interesse an den ge\u00adsellschaftlichen Folgen von Rechtsentscheiden ist bei politischen Entscheidungstr\u00e4\u00adgern zumindest verbal ungebrochen, weil diese ihre Arbeit gerne durch den Nach\u00adweis gesellschaftlicher Funktionalit\u00e4t best\u00e4tigt sehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine aufrichtigere und langfristig aussichtsreichere Strategie scheint mir nach einer vertieften Analyse der <em>Querverbindungen<\/em> der Krise der rechtssoziologischen Wir\u00adkungsforschung zu verlangen. Der Autorit\u00e4tsverlust der Rechtssoziologie h\u00e4ngt mit verschiedenen Aspekten zusammen, welche das Bestreben nach sozialtechnologi\u00adscher Funktionalit\u00e4t des Rechts aus heutiger Sicht zweifelhaft erscheinen lassen. Dem sozialtechnologischen Erkenntnisinteresse entspricht das wissenschaftstheoreti\u00adsche Modell des <em>Erkl\u00e4rens<\/em>, das heute in den Sozialwissenschaften unter dem Ein\u00adfluss des \u201einterpretativen Paradigmas\u201c von verstehenden Wirklichkeitszug\u00e4ngen Konkurrenz erf\u00e4hrt.<sup><a href=\"#sdfootnote23sym\"><sup>23<\/sup><\/a><\/sup> Die methodenbedingte Begrenztheit und Beschr\u00e4nktheit des Modell des Erkl\u00e4rens<sup><a href=\"#sdfootnote24sym\"><sup>24<\/sup><\/a><\/sup> ist bekannt und braucht hier nur angedeutet zu werden: Das Erkl\u00e4ren erliegt dem \u201eMythos des Gegebenen\u201c<sup><a href=\"#sdfootnote25sym\"><sup>25<\/sup><\/a><\/sup>, indem es die M\u00f6glichkeit der objektiven Erkenntnis der Sozialwelt ohne Teilnahme an der sozialen Praxis ihrer Sinngebung unterstellt. Aus einer der zu erkl\u00e4renden Au\u00dfenwelt vermeintlich ent\u00adr\u00fcckten Position wird, einer Zuschauervorstellung des Beobachtens<sup><a href=\"#sdfootnote26sym\"><sup>26<\/sup><\/a><\/sup> folgend, die objektive Erkl\u00e4rbarkeit der Zusammenh\u00e4nge einer vorgegebenen oder zumindest im experimentellen Erfahrungstest sich bildenden Empirie angenommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Noch grunds\u00e4tzlicher h\u00e4ngt die Krise der Wirkungsforschung mit dem Schwinden des aufkl\u00e4rerischen <em>Rationalit\u00e4tsverst\u00e4ndnisses<\/em> im Recht zusammen, welches das Recht auf Grund objektiver Befunde an zwingenden Ma\u00dfst\u00e4ben der Vernunft auszu\u00adrichten bem\u00fcht war.<sup><a href=\"#sdfootnote27sym\"><sup>27<\/sup><\/a><\/sup> Dieses Verst\u00e4ndnis pr\u00e4gte die Entwicklung der Rechtssoziolo\u00adgie in Deutschland hin zu einer \u201eRechtstatsachenforschung\u201c<sup><a href=\"#sdfootnote28sym\"><sup>28<\/sup><\/a><\/sup> und dr\u00e4ngte das Fach in eine Dienstleistungsfunktion gegen\u00fcber der staatlich gelenkten Rechtspolitik.<sup><a href=\"#sdfootnote29sym\"><sup>29<\/sup><\/a><\/sup> Wirklichen Einfluss auf die Rechtspolitik erlangte das Fach so freilich kaum: Es fun\u00adgierte eher als Magd denn als Inspiratorin der Politik. Den Weg zu einer L\u00f6sung der angesprochenen Probleme sehe ich in der Infragestellung dieses Selbstverst\u00e4ndnisses der Rechtssoziologie als \u201eRechtstatsachenforschung\u201c und in der Suche nach einer kulturwissenschaftlichen Fundierung des Fachs jenseits unmittelbarer rechtspoliti\u00adscher Funktionalit\u00e4t.<sup><a href=\"#sdfootnote30sym\"><sup>30<\/sup><\/a><\/sup> Dies genauer zu begr\u00fcnden, w\u00e4re jedoch ein weiteres Thema.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Literaturverzeichnis<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Christie, Nils (1986) Grenzen des Leids, (orig. Pinens Begrensning, Oslo 1980\/81), Bielefeld.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Domenig, Claudio (2008) Restorative Justice und integrative Symbolik. M\u00f6glichkei\u00adten eines integrativen Umgangs mit Kriminalit\u00e4t und die Bedeutung von Symbolik in dessen Umsetzung, 15. Schweizerische Kriminologische Untersuchungen, Bern, Stuttgart, Wien.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Dewey, John (<\/em>1981-1990)<em> The Later Works<\/em><em>,<\/em> 17 volumes, ed. by JoAnn Boydston, Carbondale.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Estermann, Josef (2002) Organisierte Kriminalit\u00e4t in der Schweiz, Luzern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hume, David (1984) Untersuchung \u00fcber den menschlichen Verstand, 11. Auflage, (orig. An Enquiry Concerning Human Understanding), Hamburg.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jenny, Guido\/ Kunz, Karl-Ludwig (1996) Bericht und Vorentwurf zur Verst\u00e4rkung des strafrechtlichen Schutzes der Umwelt, Basel.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jhering, Rudolph von (1970) Der Zweck im Recht, in: Helfer, Christian (Hrsg.), Hildes\u00adheim (orig. 1904).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kunz, Karl-Ludwig (2002) Wie weiter? Politische und forschungsspezifische Konse\u00adquenzen, in: Pieth, M.\/ Besozzi, C.\/ Hanetseder C.\/ Kunz K.-L.(Hrsg.), Gewalt im Alltag und organisierte Kriminalit\u00e4t. Ergebnisse eines Nationalen Forschungspro\u00adgramms, Bern, Stuttgart, Wien: 171 ff.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kunz, Karl-Ludwig (2008a) Kriminologie. Eine Grundlegung, 5. Auflage, Bern, Stuttgart, Wien.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kunz, Karl-Ludwig (2008b), Die wissenschaftliche Zug\u00e4nglichkeit von Kriminalit\u00e4t. Ein Beitrag zur Erkenntnistheorie der Sozialwissenschaften, Wiesbaden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kunz, Karl-Ludwig\/ Mona, Martino (2006) Rechtsphilosophie, Rechtstheorie, Rechtssoziologie. Eine Einf\u00fchrung in die theoretischen Grundlagen der Rechtswis\u00adsenschaft, Bern, Stuttgart, Wien.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Liszt, Franz von (1883) Der Zweckgedanke im Strafrecht. Zeitschrift f\u00fcr die gesamte Strafrechtswissenschaft (ZStW) 3: 1 ff.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Luhmann, Niklas (1993) Das Recht der Gesellschaft, Frankfurt a. M.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nussbaum, Arthur (1968) Die Rechtstatsachenforschung. Programmschriften und praktische Beispiele. Ausgew\u00e4hlt und eingeleitet von Manfred Rehbinder, Berlin (Orig. T\u00fcbingen 1914).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Reckwitz, Andreas (2000) Die Transformation der Kulturtheorien. Zur Entwicklung eines Theorieprogramms, Weilerswist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sellars, Wilfrid (1997) Empiricism and the philosophy of mind, London.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Teubner, Gunther (1984) Verrechtlichung \u2013 Begriffe, Merkmale, Grenzen, Auswege, in: K\u00fcbler, F.(Hrsg.), Verrechtlichung von Wirtschaft, Arbeit und sozialer Solidari\u00adt\u00e4t, Baden-Baden, 289 ff.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Walther, Susanne (2000) Vom Rechtsbruch zum Realkonflikt. Grundlagen und Grundz\u00fcge einer Wiedergutmachung und Strafe verbindenden Neuordnung des kri\u00adminalrechtlichen Sanktionensystems, M\u00fcnchen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wright, Georg H. von (1974) Erkl\u00e4ren und Verstehen, (orig. Explanation and Under\u00adstanding, New York 1971), Frankfurt a. M.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote1anc\">1<\/a>F\u00fcr eine kritische Lekt\u00fcre danke ich Tobias Z\u00fcrcher, MLaw.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote2anc\">2<\/a>Hume 1984: 92 ff.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote3anc\">3<\/a>Vgl. die Gesetzesvorschl\u00e4ge in Jenny \/ Kunz 1996.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote4anc\">4<\/a>Vgl. von Liszt 1883; von Jhering 1970.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote5anc\">5<\/a>Kunz \/ Mona 2006: 18.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote6anc\">6<\/a>Mit Blick auf das empirische Wissen \u00fcber Kriminalit\u00e4t: Kunz 2008b.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote7anc\">7<\/a>So wird heute im Strafrecht an Stelle der Spezial- und der negativen Generalpr\u00e4vention die posi\u00adtive Generalpr\u00e4vention im Sinne der Integrationswirkung einer die Rechtstreue best\u00e4tigenden Entscheidung als ma\u00dfgeblich erachtet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote8anc\">8<\/a>Luhmann 1993: 65.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote9anc\">9<\/a>Luhmann 1993: 44.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote10anc\">10<\/a>Luhmann 1993: 60.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote11anc\">11<\/a>Luhmann 1993: 57.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote12anc\">12<\/a>Luhmann 1993: 43.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote13anc\">13<\/a>Luhmann 1993: 56.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote14anc\">14<\/a>Luhmann 1993: 76.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote15anc\">15<\/a>Luhmann 1993: 50.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote16anc\">16<\/a>Luhmann 1993: 85.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote17anc\">17<\/a>Vgl. Christie 1986: 131 ff.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote18anc\">18<\/a>Bezugnehmend auf <em>restorative justice<\/em> vgl. etwa Domenig 2008.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote19anc\">19<\/a>Vgl. etwa Walther 2000.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote20anc\">20<\/a>Teubner 1984: 289 ff., 317 ff.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote21anc\">21<\/a>Dies gilt auch in den Bereichen des Umweltschutzes, des organisierten Sportes und der techni\u00adschen Standardisierung, vgl. Kunz\/Mona 2006: 228.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote22anc\">22<\/a>Vgl. Kunz 2002: 177; Estermann 2002.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote23anc\">23<\/a>Dazu grunds\u00e4tzlich Reckwitz 2000.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote24anc\">24<\/a>von Wright 1974; f\u00fcr die Kriminologie: Kunz 2008a.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote25anc\">25<\/a>Sellars 1997: 117, sect. 63: \u201eThe myth of the given\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote26anc\">26<\/a>\u201eSpectator theory of knowledge\u201c (Dewey 1981-1990).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote27anc\">27<\/a>Dazu genauer Kunz 2008b: 106 f.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote28anc\">28<\/a>Nussbaum 1968.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote29anc\">29<\/a>Dem entspricht ein Service-Modell, das auch f\u00fcr die \u00fcbrigen rechtswissenschaftlichen Grundla\u00adgenf\u00e4cher vertreten wird, dazu Kunz\/Mona 2006: 17 ff.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote30anc\">30<\/a>Was das bedeuten k\u00f6nnte, habe ich f\u00fcr die Kriminologie genauer ausgef\u00fchrt, vgl. Kunz 2008b: 100 ff.<br>Hier ProLitter<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/pl01.owen.prolitteris.ch\/na\/plzm.d1d9a99b-c42d-4968-b86f-d9f92c20e9c5\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\">is<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.orlux-ag.ch\/?page_id=1074\"><strong>Mehr lesen: Zschokke und Boller<\/strong><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.orlux-ag.ch\/?page_id=1249\"><strong>Mehr lesen: Amann: Pflegevorsorge<\/strong><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weiterlesen \u00a9 ProLitteris, Karl-Ludwig Kunz Mehr lesen: Maskenpflicht Mehr lesen: Medien Karl-Ludwig Kunz Zu den Problemen der Wirksamkeitserwartung von Recht Zusammenfassung Versteht man das Recht als ein Teilsystem der Gesellschaft, so ist damit impliziert, dass es zwischen Teil und Ganzem Interaktionen gibt. Weder zwingend noch plausi\u00adbel erscheint hingegen die Erwartung, dass diese Interaktionen einzig in &hellip; <a href=\"https:\/\/www.orlux-ag.ch\/?page_id=1302\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Interdisziplin\u00e4re Rechtsforschung Karl-Ludwig Kunz<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":1298,"menu_order":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-1302","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.orlux-ag.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1302","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.orlux-ag.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.orlux-ag.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.orlux-ag.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.orlux-ag.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1302"}],"version-history":[{"count":17,"href":"https:\/\/www.orlux-ag.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1302\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3498,"href":"https:\/\/www.orlux-ag.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1302\/revisions\/3498"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.orlux-ag.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1298"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.orlux-ag.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1302"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}