{"id":1633,"date":"2021-03-14T16:20:26","date_gmt":"2021-03-14T14:20:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.orlux-ag.ch\/?page_id=1633"},"modified":"2022-10-20T23:42:12","modified_gmt":"2022-10-20T21:42:12","slug":"rechtliche-betreuung-fuchs-estermann","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.orlux-ag.ch\/?page_id=1633","title":{"rendered":"Rechtliche Betreuung Fuchs\/Estermann"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.orlux-ag.ch\/?page_id=674\">Weiterlesen: Verlagsprodukte<\/a><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/pl01.owen.prolitteris.ch\/na\/plzm.2e2baba3-3128-4ab9-9c2a-8aadef52c71f\" width=\"1\" height=\"1\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00a9 ProLitter<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/pl01.owen.prolitteris.ch\/na\/plzm.2e2baba3-3128-4ab9-9c2a-8aadef52c71f\" width=\"1\" height=\"1\">is<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Josef Estermann und Walter Fuchs<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Zu H\u00e4ufigkeit und Determinanten rechtlicher Betreuung \u2013 Eine vergleichende Analyse von Daten aus Deutschland, \u00d6sterreich und der Schweiz<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.degruyter.com\/document\/doi\/10.1515\/zfrs-2016-0009\/html#\"><\/a><\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Zusammenfassung:<\/h1>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die rechtliche Betreuung psychisch erkrankter oder kognitiv behinderter Menschen war in den letzten Jahren in Deutschland, \u00d6sterreich und der Schweiz Gegenstand umfassender Revisionen, welche die damit verbundenen Diskriminierungen lindern und die Autonomie der betroffenen Personen st\u00e4rken sollen. Gleichzeitig stieg in allen drei L\u00e4ndern die Zahl der rechtlichen Betreuungen stark an. Wir untersuchen die Gr\u00fcnde f\u00fcr diese Entwicklung und quantifizieren f\u00fcr einen transnationalen Querschnittsdatensatz, in dem wir \u00f6sterreichische und schweizerische Statistiken vereinigt haben, mittels multivariater Regressionsmodelle den Einfluss sozio\u00f6konomischer und demographischer Faktoren. Obwohl die Mobilisierung des Betreuungsrechts bis zu einem gewissen Grad auf solche Faktoren zur\u00fcckf\u00fchrbar ist, l\u00e4sst sich die gro\u00dfe und kleinr\u00e4umig verortete Variabilit\u00e4t der Daten nur durch massive lokale und regionale Unterschiede in der Rechtskultur erkl\u00e4ren.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">The legal institution formerly known as \u201aVormundschaft\u2018: zur erstaunlichen Karriere des \u201eb\u00fcrgerlichen Todes\u201c im sp\u00e4tmodernen Wohlfahrtsstaat<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Institute, mit denen die Teilnahme geistig oder seelisch beeintr\u00e4chtigter Erwachsener am Rechtsverkehr geregelt wird, sind wahrscheinlich beinahe so alt wie das Recht selbst. In fr\u00fchen Entwicklungsstadien k\u00f6nnen sie schwer von faktischen Herrschafts- und Schutzverh\u00e4ltnissen im Rahmen des Hausverbandes oder der Sippe unterschieden werden. Ihr Zweck liegt zun\u00e4chst haupts\u00e4chlich darin, das Verm\u00f6gen der Gro\u00dffamilie zu sichern: Bei der Vormundschaft handelt es sich \u2013 darauf hat Eugen Ehrlich in seiner Schrift \u201eDie Rechtsf\u00e4higkeit\u201c (1909: 46) hingewiesen \u2013 in ihren Anf\u00e4ngen nicht blo\u00df um eine Einschr\u00e4nkung der rechtlichen Handlungsf\u00e4higkeit im (vermeintlichen oder tats\u00e4chlichen) Interesse \u201eschwacher\u201c Menschen, sondern um ein eigenn\u00fctziges Recht des Vormunds, das diesem eine Gewalt \u00fcber Person und Verm\u00f6gen des M\u00fcndels einr\u00e4umt. Im Laufe der weiteren Rechtsentwicklung wird daraus eine st\u00e4rker \u00f6ffentliche Einrichtung, sodass die Pflegschaft f\u00fcr Vollj\u00e4hrige mitunter auch als ein Instrument der formellen sozialen Kontrolle dienen kann (vgl. Fuchs 2013: 105 ff; Lie\u00dffeld 2012: 37 ff). Bis in die Gegenwart hinein funktionieren Rechtsschutzma\u00dfnahmen f\u00fcr psychisch kranke oder kognitiv behinderte Menschen, denen nicht zugetraut wird, ihre Angelegenheiten selbst besorgen zu k\u00f6nnen, meist \u00fcber Konstruktionen gesetzlicher Vertretung. Als Erm\u00e4chtigungen, die es bestimmten Personen erm\u00f6glichen, f\u00fcr andere verbindlich zu handeln, oszillieren sie in der Praxis stets zwischen Rechtsverwirklichung und rechtlich sanktionierter Entrechtung, zwischen Unterst\u00fctzung zur Selbstbestimmung und Fremdbestimmung \u2013 in dieser Hinsicht unterscheidet sich beispielsweise die gegenw\u00e4rtige deutsche <em>rechtliche Betreuung<\/em><a>[1]<\/a> nicht wesentlich von den r\u00f6mischrechtlichen Vorg\u00e4ngerkonzepten der <em>cura<\/em> und <em>tutela<\/em>. Der Aspekt der Rechtsbeschr\u00e4nkung wird immer wieder skandalisiert, aktuell etwa in kritischen Diskursen im Zusammenhang mit der UN-Behindertenrechtskonvention: Dieses Vertragswerk markiert einen grundlegenden Paradigmenwechsel, indem es rechtliche Handlungsf\u00e4higkeit normativ als vorbehaltlos zu gew\u00e4hrendes Menschenrecht ausgestaltet und Ma\u00dfnahmen der \u201eunterst\u00fctzten Entscheidungsfindung\u201c gegen\u00fcber Stellvertreterl\u00f6sungen bevorzugt, die einer pointierten Auslegung zufolge \u00fcberhaupt unzul\u00e4ssig sein sollen (vgl. Dhanda 2007; Devi et al. 2011).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Einen notorisch schlechten Ruf genie\u00dfen Institute dauerhafter rechtlicher Stellvertretung indessen sp\u00e4testens seit dem 19. Jahrhundert, als die Vormundschaft f\u00fcr Erwachsene in den gro\u00dfen aufkl\u00e4rerischen Kodifikationen \u2013 ausgehend von vernunftrechtlichen Vorstellungen von Gesch\u00e4ftsf\u00e4higkeit \u2013 an \u00e4rztliche Begutachtungen und rechtsgestaltende Entm\u00fcndigungsakte gekn\u00fcpft wurde. In diesen Verfahren, die durchaus als Statusdegradierungszeremonien funktionieren konnten, sollte einerseits das b\u00fcrgerlich-autonome Rechtssubjekt vor Willk\u00fcr gesch\u00fctzt werden; andererseits wurde mit ihnen aus ganz unterschiedlichen Interessenlagen heraus eine die Betroffenen stigmatisierende \u201eAusgrenzung der Unvernunft\u201c organisiert.<a>[2]<\/a> Bezeichnenderweise war denn auch f\u00fcr die Entm\u00fcndigung volkst\u00fcmlich die (rechtsgeschichtlich gesehen eigentlich anachronistische) Bezeichnung \u201eb\u00fcrgerlicher Tod\u201c verbreitet (vgl. Crefeld 2006; Holzhauer 1988; Weinriefer 1987).<a>[3]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In einigen L\u00e4ndern werden die alten Rechtsf\u00fcrsorgema\u00dfnahmen ab den 1970er Jahren im Zuge sozialliberaler Psychiatrie- und Justizreformen zu wohlfahrtsstaatlichen Betreuungsverh\u00e4ltnissen umgestaltet, die erst bei Abwesenheit weniger eingriffsintensiver Hilfen zum Einsatz kommen sollen. Ihr Umfang hat sich nun nach dem konkreten Unterst\u00fctzungsbedarf der Betroffenen zu richten, die zumindest in beschr\u00e4nktem Ausma\u00df juristisch entscheidungsf\u00e4hig bleiben und in schwierigeren Konstellationen von \u00f6ffentlich finanziertem professionell-sozialarbeiterischem Personal begleitet werden. Die W\u00fcnsche der betreuten Menschen sind nun ausdr\u00fccklich zu ber\u00fccksichtigen. Nicht zuletzt dr\u00fcckt sich die Abkehr von der alten Entm\u00fcndigung auch in einer neuen Terminologie aus (vgl. Blankman 1997; Doron 2002; Fuchs 2013: 109 ff). Wenig sp\u00e4ter beginnt indessen eine so unvorhergesehene wie erstaunliche rechtstats\u00e4chliche Entwicklung der Erwachsenenvormundschaft und ihrer reformierten Nachfolgeinstitute: In vielen Staaten steigt die Zahl der Vertretenen schnell und stark an. In Deutschland werden im Jahr 2010 bereits 1,3 Millionen Menschen rechtlich betreut, was 1,6 Prozent der Gesamtbev\u00f6lkerung ausmacht. Das sind doppelt so viele Betreute wie noch 1995 und viermal so viele wie im Jahr 1980 im alten Bundesgebiet unter Vormundschaft oder Pflegschaft standen. Deutliche Zuw\u00e4chse an Vertretungsverh\u00e4ltnissen f\u00fcr psychisch oder kognitiv eingeschr\u00e4nkte Menschen lassen sich \u2013 zwar auf unterschiedlichem Niveau \u2013 auch in \u00d6sterreich, der Schweiz und in Frankreich beobachten (vgl. Genevois-Malherbe 2012 sowie die sogleich vorgestellten Befunde). D\u00e4nemark, Spanien und die Tschechische Republik verzeichnen beim Neuanfall an rechtlichen Betreuungsverh\u00e4ltnissen im Zeitraum zwischen 2003 und 2008 Zuwachsraten um 50 Prozent (Engels et al. 2009; vgl. Ganner 2012).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Befindet sich in Deutschland gegenw\u00e4rtig ann\u00e4hernd jede f\u00fcnfzigste erwachsene Person in der Situation, dass ihre Teilnahme am Rechtsverkehr im Wesentlichen durch gerichtlich zugeteilte Vertreter wahrgenommen wird, so ist das durchschnittliche Risiko, w\u00e4hrend des eigenen Lebens rechtlich betreut zu werden, sogar noch deutlich h\u00f6her: Crefeld (2008) kommt auf der Basis von Inzidenzdaten aus dem Jahr 2007 zum Schluss, dass \u201emehr als jeder vierte Bewohner irgendwann im Laufe seines Lebens eine rechtliche Betreuung erh\u00e4lt\u201c. Angesichts der enormen quantitativen Bedeutung der Vertretungsverh\u00e4ltnisse, von denen weite Teile der Bev\u00f6lkerung potenziell betroffen sind, ist es bemerkenswert, wie wenig Aufmerksamkeit diese in der theoretischen und empirischen Sozialwissenschaft bisher erfahren haben \u2013 etwa im Gegensatz zu strafrechtlich relevanten Ph\u00e4nomenen, denen sich eine ganze eigene Disziplin namens Kriminologie widmet. Insbesondere erscheint die Frage nach den Bedingungsfaktoren der historisch beispiellos umfangreichen Mobilisierung von Rechtsf\u00fcrsorge soziologisch noch nicht zufriedenstellend gekl\u00e4rt (vgl. Fuchs 2013: 114 ff). In diesem Aufsatz m\u00f6chten wir anhand l\u00e4ndervergleichender Daten aus Deutschland, \u00d6sterreich und der Schweiz Determinanten der Nachfrage nach rechtlicher Betreuung in den Blick nehmen. Insbesondere werden wir unter Verwendung eines Datensatzes, in dem wir \u00f6sterreichische und schweizerische Statistiken vereint haben, mittels multivariater Modelle danach fragen, ob die national und regional relativ stark auseinanderklaffende Inanspruchnahme der Vertretungsinstitute mit strukturellen \u2013 demographischen und sozio\u00f6konomischen \u2013 Disparit\u00e4ten einhergeht oder eher als Ausdruck unterschiedlicher rechtskultureller Praktiken zu verstehen ist.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Warum steigt die Zahl rechtlicher Betreuungsverh\u00e4ltnisse?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Einen ersten Hinweis auf Dynamik und Verlauf der Nachfrage nach Rechtsf\u00fcrsorge k\u00f6nnen l\u00e4ndervergleichende Zeitreihen geben. Abbildung 1 zeigt den Bestand an Vertretungsverh\u00e4ltnissen in Deutschland, \u00d6sterreich und der Schweiz von 1975 bis 2012.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.degruyter.com\/document\/doi\/10.1515\/zfrs-2016-0009\/asset\/graphic\/j_zfrs-2016-0009_abb_001.jpg\" alt=\" Abbildung 1:  Zu Jahresende bestehende Vertretungsverh\u00e4ltnisse pro 1.000 der Wohnbev\u00f6lkerung in Deutschland, der Schweiz und \u00d6sterreich (1975 bis 2012). Deutschland: bis 1991 Vormundschaften und Pflegschaften, ab 1992 rechtliche Betreuungen, ab 1995 inklusive neue Bundesl\u00e4nder; Datengrundlagen: Zenz et al. (1987), Bundestag (1986, 1989, 1997), Deutsches Institut f\u00fcr Urbanistik (1988), Deinert (2007, 2012, 2014), Statistisches Bundesamt, eigene Berechnungen. \u00d6sterreich: 1980 beschr\u00e4nkt und voll Entm\u00fcndigte, ab 1984 st\u00e4ndige und einstweilige Sachwalterschaften; Datengrundlagen: Nationalrat (1981), Forster et al. (1989), Barta (2004), Pilgram et al. (2009), Fuchs &amp; Hammerschick (2013), Bundesrechenzentrum, Statistik Austria, eigene Berechnungen. Schweiz: Beistandschaften, Beiratschaften und Vormundschaften; Datengrundlagen: Meier (1992), KOKES, Konferenz der Kantone f\u00fcr Kindes- und Erwachsenenschutz (1996ff), Estermann (2013, 2014a), Bundesamt f\u00fcr Statistik, eigene Berechnungen. \"\/><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Abbildung 1:<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu Jahresende bestehende Vertretungsverh\u00e4ltnisse pro 1.000 der Wohnbev\u00f6lkerung in Deutschland, der Schweiz und \u00d6sterreich (1975 bis 2012)<em>. Deutschland<\/em>: bis 1991 Vormundschaften und Pflegschaften, ab 1992 rechtliche Betreuungen, ab 1995 inklusive neue Bundesl\u00e4nder; Datengrundlagen: Zenz et al. (1987), Bundestag (1986, 1989, 1997), Deutsches Institut f\u00fcr Urbanistik (1988), Deinert (2007, 2012, 2014), Statistisches Bundesamt, eigene Berechnungen. <em>\u00d6sterreich<\/em>: 1980 beschr\u00e4nkt und voll Entm\u00fcndigte, ab 1984 st\u00e4ndige und einstweilige Sachwalterschaften; Datengrundlagen: Nationalrat (1981), Forster et al. (1989), Barta (2004), Pilgram et al. (2009), Fuchs &amp; Hammerschick (2013), Bundesrechenzentrum, Statistik Austria, eigene Berechnungen. <em>Schweiz<\/em>: Beistandschaften, Beiratschaften und Vormundschaften; Datengrundlagen: Meier (1992), KOKES, Konferenz der Kantone f\u00fcr Kindes- und Erwachsenenschutz (1996ff), Estermann (2013, 2014a), Bundesamt f\u00fcr Statistik, eigene Berechnungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Datenlage ist leider nicht so gut, dass ununterbrochene und konsistent erstellte Zeitreihenangaben vollst\u00e4ndig zur Verf\u00fcgung stehen w\u00fcrden. Die vorhandenen L\u00fccken k\u00f6nnen durch in der Literatur auffindbare Sch\u00e4tzungen und punktuell erhobene Bestandsaufnahmen erg\u00e4nzt werden. Bei aller angebrachten Vorsicht gegen\u00fcber prozessproduzierten amtlichen Daten im Allgemeinen und mitunter nicht g\u00e4nzlich kompatiblen Z\u00e4hlverfahren im Besonderen ist es auf diese Weise immerhin m\u00f6glich, den Verlauf der Kurven n\u00e4herungsweise zu bestimmen und zu vergleichen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zun\u00e4chst interessiert uns der un\u00fcbersehbare <em>gemeinsame<\/em> Trend: Sp\u00e4testens seit den 1990er Jahren nimmt der Bestand an rechtlichen Betreuungsinstituten \u00fcberall deutlich zu. Die Vermutung liegt nahe, dass darin Prozesse sozialen Wandels zum Ausdruck kommen, die sich nicht auf einzelne Nationen beschr\u00e4nken. In der einschl\u00e4gigen Literatur ist der Zuwachs an Vertretungsverh\u00e4ltnissen immer wieder vorrangig auf die <em>Alterung der Gesellschaft<\/em> und die damit einhergehende st\u00e4rkere Verbreitung von Demenzerkrankungen<a>[4]<\/a> zur\u00fcckgef\u00fchrt oder zumindest in diesem Kontext beschrieben worden (vgl. K\u00f6ller &amp; Engels 2011: 6; Hammerschick &amp; Pilgram 2005). Die Annahme einer prim\u00e4r demographisch bedingten Mobilisierung des Betreuungsrechts in zeitlicher Hinsicht ist unmittelbar einleuchtend, da sich altersbedingte geistige Einschr\u00e4nkungen zum wichtigsten Anlass einer Rechtsf\u00fcrsorgema\u00dfnahme auf individueller Ebene entwickelt haben (vgl. Fuchs 2014: 19). N\u00e4her besehen h\u00e4lt sich ihr Erkl\u00e4rungswert jedoch in Grenzen: W\u00e4hrend sich in Deutschland und \u00d6sterreich die Zahl der rechtlichen Betreuungen seit Mitte der 1990er Jahre in etwa verdoppelt hat, ist der Anteil an hochaltrigen Menschen an den jeweiligen Bev\u00f6lkerungen nur um weniger als ein Drittel angestiegen. In der Schweiz f\u00e4llt die Zunahme an Erwachsenenschutzma\u00dfnahmen zwar schw\u00e4cher aus, \u00fcbertrifft aber immer noch deutlich die Steigerungsrate der dortigen Betagtenpopulation (siehe Tabelle 1).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Tabelle 1:<\/strong> Anteile der Bev\u00f6lkerung \u00fcber 80 Jahre und Vertretungsverh\u00e4ltnisse in Deutschland, \u00d6sterreich und der Schweiz (1996 und 2011)<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><thead><tr><td><\/td><td>Deutschland<\/td><td>\u00d6sterreich<\/td><td>Schweiz<\/td><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Anteil Bev\u00f6lkerung 80+ (1996)<\/td><td>4,0 %<\/td><td>3,8 %<\/td><td>4,0 %<\/td><\/tr><tr><td>Anteil Bev\u00f6lkerung 80+ (2011)<\/td><td>5,3 %<\/td><td>4,9 %<\/td><td>4,7 %<\/td><\/tr><tr><td>Wachstum Bev\u00f6lkerung 80+ (1996-2011)<\/td><td>+ 30,8 %<\/td><td>+ 28,1 %<\/td><td>+ 19,5 %<\/td><\/tr><tr><td>Vertretungsverh\u00e4ltnisse \/ 1.000 Einwohner (1996)<\/td><td>8,4<\/td><td>3,7<\/td><td>7,8<\/td><\/tr><tr><td>Vertretungsverh\u00e4ltnisse \/ 1.000 Einwohner (2011)<\/td><td>16,1<\/td><td>7,8<\/td><td>10,3<\/td><\/tr><tr><td>Wachstum Vertretungsverh\u00e4ltnisse (1996-2011)<\/td><td>+ 91,7 %<\/td><td>+ 110,8 %<\/td><td>+ 32,1 %<\/td><\/tr><tr><td>Datengrundlagen: siehe Abbildung 1, Eurostat, eigene Berechnungen; Wert f\u00fcr \u00d6sterreich 1996: als Mittelwert der Jahre 1995 und 1997 gesch\u00e4tzt.<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00c4hnliche Einw\u00e4nde lassen sich gegen die bisweilen ge\u00e4u\u00dferte Vermutung erheben, der Zuwachs an Vertretungsma\u00dfnahmen sei die Folge einer <em>gestiegenen Verbreitung psychischer Krankheiten<\/em> (vgl. K\u00f6ller &amp; Engels 2011: 6). Auch wenn entsprechende Leistungen des Gesundheitssystems tendenziell st\u00e4rker nachgefragt werden, sprechen rezente epidemiologische Befunde gegen die Annahme einer dramatischen Zunahme psychischer St\u00f6rungen (vgl. Jacobi &amp; Kessler-Scheil 2013; Wittchen et al. 2011).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine rechtssoziologisch tragf\u00e4hige Erkl\u00e4rung wird jenseits demographisch-epidemiologischer Automatismen also noch andere Faktoren ber\u00fccksichtigen m\u00fcssen. Einen aktuellen Beitrag in diese Richtung hat Reiner Adler (2011) vorgelegt, der die Entwicklung des deutschen Betreuungswesens als soziale Tatsache im Sinne Durkheims (1894) in den Blick nimmt und im Rahmen von Peter Grossens soziologischer Zeitdiagnose der \u201eMultioptionsgesellschaft\u201c (Gross 1994) deutet. Diese zeichne sich durch einen dynamischen Prozess der Steigerung von Handlungsm\u00f6glichkeiten Einzelner bei gleichzeitigem Freimachen von traditionellen Bindungen aus. Auf diese Weise werden Gross zufolge vormalige Obligationen zunehmend in w\u00e4hlbare Optionen transformiert, die dann oft aber auch den Charakter von zu bew\u00e4ltigenden Aufgaben annehmen. So kommt es zu einer sozialen Kontingenzerh\u00f6hung, die einerseits Teilhabeversprechen er\u00f6ffnet, andererseits von den Gesellschaftsmitgliedern, die immer weniger auf vorgefertigte Lebensentw\u00fcrfe und transzendentale Relativierungen zur\u00fcckgreifen k\u00f6nnen oder wollen, als st\u00e4ndig anwesender, mitunter \u00fcberfordernder Entscheidungs- und Verwirklichungsdruck erlebt wird. Vor diesem theoretischen Hintergrund l\u00e4sst sich der Boom der Vertretungsinstitute als Konsequenz von <em>Individualisierung<\/em> begreifen, die gesellschaftlichen Betreuungsbedarf erzeugt und gleichzeitig informell-famili\u00e4re Unterst\u00fctzung weniger wahrscheinlich macht. Dabei ist die entstigmatisierte rechtliche Betreuung nicht nur ein wohlfahrtsstaatliches Instrument, um negative Folgen der Optionenvervielf\u00e4ltigung abzufedern, sondern schafft auch selbst neue Optionen \u2013 f\u00fcr die betreuten Menschen genauso wie f\u00fcr die professionelle Betreuungsbranche. Diese Interpretationsfolie Adlers kann als plausibel und in ihrem Bem\u00fchen um Theoretisierung auch als durchaus verdienstvoll angesehen werden. Die Bezugnahme auf eine feuilletonistisch-pauschale Bindestrichgesellschaftsdiagnose hat allerdings den Nachteil, dass die Argumentation an einigen Stellen ziemlich \u201eimpressionistisch\u201c anmutet und zentrale Pr\u00e4missen kaum methodisch \u00fcberpr\u00fcfbar erscheinen. Gut im Einklang mit individualisierungstheoretischen Annahmen stehen immerhin Befunde, die den Anstieg der rechtlichen Betreuungen empirisch mit der Zunahme an Einpersonenhaushalten in Verbindung bringen (vgl. Engels &amp; K\u00f6ller 2009: 111). Auf dieser Ebene l\u00e4sst sich jedoch auch hier wiederum entgegnen, dass die Dynamik dieses Prozesses weit hinter der Wachstumsgeschwindigkeit der Vertretungsverh\u00e4ltnisse zur\u00fcckbleibt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Alle bisher skizzierten Erkl\u00e4rungsversuche gehen implizit davon aus, dass sich bestimmte soziale Ver\u00e4nderungen direkt in die Nachfrage nach rechtlicher Betreuung \u00fcbersetzen. Wenn man das Recht im Anschluss an system- oder praxistheoretische \u00dcberlegungen als gesellschaftliche Sph\u00e4re begreift, der eine mehr oder weniger starke Eigenlogik zukommt (vgl. nur Bourdieu 1986; Luhmann 1993; Teubner 1989), so ist ein solcher Mechanismus keineswegs selbstverst\u00e4ndlich. In den Blick geraten dann vielmehr rechtliche Entwicklungen selbst: Schlie\u00dflich werden Betreuungen im Rechtssystem zur L\u00f6sung rechtlicher Probleme eingerichtet. Nur rechtlich relevante Handlungen setzen rechtlich kompetente Subjekte voraus. Insofern ist es auch sozialtheoretisch folgerichtig, wenn als eine der Ursachen f\u00fcr den Betreuungsboom die zunehmende <em>Verrechtlichung<\/em> der Gesellschaft genannt wird (vgl. During 2001: 105 f; Engels &amp; K\u00f6ller 2009: 109; Hammerschick &amp; Pilgram 2005: 30 f). Ein f\u00fcr die Betreuungspraxis \u00fcberaus relevanter Aspekt von Verrechtlichung ist der Bereich wohlfahrtsstaatlicher Leistungserbringung. Die Nachfrage nach Stellvertreterfiguren scheint hier \u2013 vor allem in Deutschland \u2013 durch zwei aufeinander treffende unbeabsichtigte Effekte der Rechtsentwicklung ganz besonders befeuert zu werden: Der administrative Vollzug des Gew\u00e4hrens sozialrechtlicher Anspr\u00fcche schafft komplexe Eigenrealit\u00e4ten, die viele Beteiligte schnell \u00fcberfordern. Die im kontinentalen Wohlfahrtsmodell dominierenden monet\u00e4ren Leistungen (vgl. Bambra 2005) m\u00fcssen zudem nicht nur beantragt, sondern auch zweckentsprechend verwaltet werden. Ein hoher Bedarf an Rechtsf\u00fcrsorge k\u00f6nnte demnach eine Begleiterscheinung jenes Prozesses sein, den J\u00fcrgen Habermas (1981: 525 ff) als \u201esozialstaatlichen Verrechtlichungsschub\u201c beschrieben hat. Die damit einhergehenden b\u00fcrokratischen H\u00fcrden werden durch zunehmenden Budgetdruck und den Systemumbau hin zu einem \u201eaktivierenden\u201c Sozialstaat noch verst\u00e4rkt. In dieser Situation vermag nun das Betreuungsrecht nicht nur advokatorisch, sondern auch kompensatorisch zu wirken: Indem es mit seinem Grundsatz der Personensorge \u00fcber die traditionellen Verm\u00f6genssicherungszwecke des alten Vormundschaftsrechts weit hinausgeht, kann es als L\u00fcckenb\u00fc\u00dfer f\u00fcr fehlende sonstige soziale Hilfen dienen (vgl. Rosenow 2007). Da rechtliche Stellvertretung und soziale Betreuung in der Praxis nicht trennscharf voneinander abzugrenzen sind, gleicht ihr Verh\u00e4ltnis einem \u201einstitutionellen Verschiebebahnhof\u201c (Ackermann et al. 2004: 204).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Entwicklungspfade und Varianzen des Rechts und seiner Anwendung: \u00d6sterreich, Deutschland und Schweiz \u2013 Hypothesenbildung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der soeben dargelegte allgemeine Trend darf nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, dass die Nachfrage nach rechtlichen Betreuungsverh\u00e4ltnissen l\u00e4nderspezifisch sehr unterschiedliche Niveaus und Wachstumsgeschwindigkeiten aufweist. F\u00fcr ein besseres Verst\u00e4ndnis der in Abbildung 1 gezeigten Verl\u00e4ufe ist es daher unerl\u00e4sslich, die Situation in den jeweiligen Rechtsordnungen n\u00e4her zu beschreiben.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00d6sterreich: Von der kaiserlichen Entm\u00fcndigungsordnung zum ausdifferenzierten Sachwalterrecht<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00d6sterreich war das erste der hier verglichenen L\u00e4nder, das sein altes Vormundschaftsrecht grundlegend umgestaltet hat. 1984 trat ein \u2013 als letzter Baustein der gro\u00dfen sozialdemokratischen Justizreformen beschlossenes \u2013 Gesetz in Kraft, mit dem die bis dato rudiment\u00e4ren Bestimmungen im Allgemeinen B\u00fcrgerlichen Gesetzbuch und die noch w\u00e4hrend des Ersten Weltkrieges als kaiserliche Notverordnung erlassene Entm\u00fcndigungsordnung durch das neu geschaffene Rechtsinstitut der Sachwalterschaft abgel\u00f6st wurden. Lie\u00df die alte Rechtslage blo\u00df die Wahl zwischen einer beschr\u00e4nkten oder vollen Entm\u00fcndigung, so soll ein Sachwalter nur mehr im Hinblick auf jene Angelegenheiten bestellt werden, die der behinderte oder kranke Mensch aufgrund seiner Einschr\u00e4nkungen nicht alleine oder mit Hilfe sonstiger Unterst\u00fctzungen zu besorgen vermag. In allen anderen Bereichen kann die vertretene Person g\u00fcltige Rechtshandlungen vornehmen. Der zur Begutachtung versandte Ministerialentwurf hatte noch vorgesehen, an die Bestellung eines Sachwalters \u00fcberhaupt keine unmittelbare Beschr\u00e4nkung der rechtlichen Handlungsf\u00e4higkeit mehr zu kn\u00fcpfen; deren Umfang sollte vielmehr f\u00fcr jeden Einzelfall vom Gericht genau festgelegt werden. Aufgrund von Bedenken, dies werde zu gro\u00dfer Rechtsunsicherheit f\u00fchren, wurde dieser Vorschlag jedoch fallengelassen \u2013 obwohl Interessen Dritter ausdr\u00fccklich keine Rolle mehr spielen sollten (vgl. Nationalrat 1981).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anspruchsvollere F\u00e4lle werden nunmehr, soweit keine geeigneten Angeh\u00f6rigen zur Verf\u00fcgung stehen, von professionellem Personal der staatlich finanzierten Sachwaltervereine wahrgenommen. Auch Rechtsanw\u00e4lte k\u00f6nnen Sachwalterschaften \u00fcbernehmen, wenn f\u00fcr die Vertretung vorwiegend Rechtskenntnisse erforderlich sind. In prozessualer Hinsicht wurde die Materie im Bereich des nicht-streitigen Zivilverfahrensrechts geregelt. Es war ein erkl\u00e4rtes Ziel der Reform, sich vom veralteten und abwertenden Krankheitsvokabular des \u00fcberkommenen Vormundschaftsrechts abzusetzen. Zudem sollte \u2013 mithilfe des gesetzlich verankerten Grundsatzes der Subsidiarit\u00e4t einer formellen Rechtsf\u00fcrsorgema\u00dfnahme \u2013 die Zahl der Vertretungsverh\u00e4ltnisse zur\u00fcckgedr\u00e4ngt werden. Wichtige weitere Stationen der Rechtsentwicklung waren Neuregelungen der Voraussetzungen von Unterbringungen in psychiatrischen Anstalten (Unterbringungsgesetz, 1991 in Kraft getreten) sowie von Freiheitsbeschr\u00e4nkungen in Alten-, Pflege- und Behindertenheimen (Heimaufenthaltsgesetz, 2005 in Kraft getreten). Mit den beiden letzten Normen wurden kollektive Rechtsvertretungen (Patientenanwaltschaft und Heimbewohnervertretung) etabliert.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.degruyter.com\/document\/doi\/10.1515\/zfrs-2016-0009\/asset\/graphic\/j_zfrs-2016-0009_abb_002.jpg\" alt=\" Abbildung 2:  Sachwalterschaften pro 1.000 der Wohnbev\u00f6lkerung in \u00d6sterreich (Mittel 2008 bis 2010), nach NUTS 3-RegionenNUTS 3-Regionen siehe Fn 12.\n (N=35). Datengrundlagen: Bundesrechenzentrum, Statistik Austria, eigene Berechnungen \"\/><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Abbildung 2:<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sachwalterschaften pro 1.000 der Wohnbev\u00f6lkerung in \u00d6sterreich (Mittel 2008 bis 2010), nach NUTS 3-Regionen<a>[5]<\/a> (N=35). Datengrundlagen: Bundesrechenzentrum, Statistik Austria, eigene Berechnungen<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Sachwalterrechtspraxis hat die gesetzgeberischen Intentionen vielfach konterkariert. Abgesehen davon, dass die Zahl der Betreuungen gegen\u00fcber den fr\u00fcher ausgesprochenen Entm\u00fcndigungen nicht gesunken, sondern stark gestiegen ist, hat sich die als Ausnahme gedachte Sachwalterschaft \u201ef\u00fcr alle Angelegenheiten\u201c zur Regel entwickelt. Durch das Anwachsen der Fallzahlen konnte die Menge der professionell-sozialarbeiterischen Sachwalterschaften mit dem (seitens der Richterschaft wahrgenommenen) Bedarf nicht schritthalten (vgl. Pilgram et al. 2009). Besonders niedrig ist ihr Anteil in Wien, wo vielfach Rechtsanw\u00e4lte zu Sachwaltern bestellt werden. \u00dcber diesen Praxisbereich gibt es die meisten Beschwerden wegen Missbrauch oder Vernachl\u00e4ssigung; in den Medien werden immer wieder F\u00e4lle von Kanzleien berichtet, die mehrere hundert Sachwalterschaften f\u00fchren. Nicht zuletzt aufgrund dieser Entwicklungen wurde 2008 die erste gro\u00dfe Gesetzesnovelle verabschiedet. Durch das Einf\u00fchren alternativer, auf private Initiative setzender Rechtsinstitute (Vorsorgevollmacht, Vertretungsbefugnis n\u00e4chster Angeh\u00f6riger) sollte die Anzahl der Neubestellungen reduziert werden. Diesem Ziel dient auch das von den Sachwaltervereinen durchgef\u00fchrte \u201eClearing\u201c (eine Art \u201eDiversion\u201c), mit dem bereits vor einer Bestellung gezielt nach m\u00f6glichen informellen L\u00f6sungen gesucht wird. Gleichzeitig wurde versucht, das Selbstbestimmungsrecht der vertretenen Personen zu st\u00e4rken. Gegenw\u00e4rtig wird freilich erneut Reformbedarf wahrgenommen: Insbesondere der immer noch mit Sachwalterschaften verbundene automatische Entzug der Gesch\u00e4ftsf\u00e4higkeit ist mit der UN-Behindertenrechtskonvention nicht vereinbar; Ma\u00dfnahmen der \u201eunterst\u00fctzten Entscheidungsfindung\u201c wurden bereits mit vielversprechenden Ergebnissen in Modellprojekten erprobt (Hammerschick &amp; Mayrhofer 2015). Das Justizministerium hat wenige Tage vor Drucklegung dieses Beitrags (Mitte Juli 2016) den entsprechenden Entwurf zu einer grundlegenden Gesetzes\u00e4nderung vorgelegt, mit der die Sachwalterschaft in \u201cErwachsenenvertretung\u201d umbenannt werden soll.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch wenn die Fallzahlen in \u00d6sterreich bis 2012 weiterhin stark gestiegen sind, d\u00fcrfte die Reform des Jahres 2008 dazu beigetragen haben, die Inzidenz neuer Vertretungen deutlich zu bremsen (vgl. Fuchs &amp; Hammerschick 2013; Kreissl et al. 2009). Die rechtstats\u00e4chliche Verteilung der Sachwalterschaften im Bundesgebiet zeigt die verbl\u00fcffende Gestalt eines \u201eOst-West-Gef\u00e4lles\u201c (siehe Abbildung 2), das weder auf demographische noch auf Stadt-Land-Disparit\u00e4ten zur G\u00e4nze zur\u00fcckgef\u00fchrt werden kann. Der bev\u00f6lkerungsrelative Gesamtbestand an Vertretungsverh\u00e4ltnissen folgt im Wesentlichen der Rate an Neubestellungen, die wiederum stark mit der Zahl an Verfahrensanregungen in einem Gerichtsbezirk zusammenh\u00e4ngt. Die Annahme liegt nahe, dass in diesen Anwendungsmustern regional unterschiedliche Praktiken zum Ausdruck kommen, die sich als \u201eexterne Rechtskulturen\u201c (vgl. Friedman 1975: 223) oder auch als \u201elebendes Recht\u201c (vgl. Ehrlich 1913) der Institutionen und Personen aus der Umwelt des Justizsystems, die das Sachwalterrecht mobilisieren oder eben auch <em>nicht<\/em> mobilisieren, verstehen lassen (Fuchs 2010; 2013a).<a>[6]<\/a><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Deutschland: Vom Vormundschafts- zum Betreuungsrecht<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wesentliche Impulse zur Erneuerung des Vormundschafts- und Pflegschaftsrechts gingen in Deutschland bereits von der 1971 eingesetzten \u201ePsychiatrie-Enquete\u201c des Bundestages aus, deren Sachverst\u00e4ndigenkommission eine Gesamtreform der Materie und den Ersatz der Entm\u00fcndigung durch das Feststellen von \u201eBetreuungsbed\u00fcrftigkeit\u201c empfahl (Bundestag 1975). Bis ein neues Recht dann in Kraft treten konnte, sollte es noch weit \u00fcber ein Jahrzehnt dauern. Schlie\u00dflich wurde 1992 mit dem Institut der \u201eBetreuung\u201c eines der bis heute fortschrittlichsten rechtlichen Unterst\u00fctzungsinstrumente f\u00fcr psychisch kranke und kognitiv behinderte Menschen geschaffen. Seine dogmatische Leitidee ist das Ausrichten der gesetzlichen Vertretung am grundgesetzlich garantierten Selbstbestimmungsrecht (vgl. Lipp 2000). An die Stelle von Entrechtung sollte partnerschaftliche Hilfe treten. Ein wichtiger Referenzpunkt des Gesetzgebers war das \u00f6sterreichische Sachwalterrecht. Anders als in diesem f\u00fchrt eine Betreuung jedoch nicht mehr zum konstitutiven Entzug der rechtlichen Handlungsf\u00e4higkeit. Wenn das Gericht nicht einen \u201eEinwilligungsvorbehalt\u201c anordnet, so bleibt die vertretene Person vollkommen gesch\u00e4ftsf\u00e4hig. Das Betreuungsgesetz st\u00e4rkte den Grundsatz der Personensorge gegen\u00fcber der Verm\u00f6genssorge und wies das Verfahren dem Bereich der freiwilligen Gerichtsbarkeit zu. Der Anwendungsbereich des deutschen Betreuungsrechts ist insofern weiter als der seines \u00f6sterreichischen Pendants, als es auch Entscheidungen \u00fcber Freiheitsentziehungen (zivilrechtliche Unterbringung bzw. unterbringungs\u00e4hnliche Ma\u00dfnahmen) regelt und zu den Anl\u00e4ssen f\u00fcr eine Betreuerbestellung nicht nur geistig-seelische, sondern dem Gesetz nach auch k\u00f6rperliche Einschr\u00e4nkungen z\u00e4hlen k\u00f6nnen. Die Zust\u00e4ndigkeit f\u00fcr Betreuungen ist zwischen den Amtsgerichten und eigens eingerichteten Betreuungsbeh\u00f6rden aufgeteilt. Betreuungsaufgaben sollen vorrangig ehrenamtlich T\u00e4tige \u00fcbernehmen, die durch \u00f6ffentlich gef\u00f6rderte Betreuungsvereine rekrutiert werden. In anspruchsvolleren Konstellationen werden Betreuungen indessen beruflich gef\u00fchrt, entweder durch Mitarbeiter der Betreuungsvereine oder Betreuungsbeh\u00f6rden. Dar\u00fcber hinaus gibt es auch selbst\u00e4ndige Berufsbetreuer.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch wenn eine Verminderung der Fallzahlen gegen\u00fcber dem alten Vormundschaftsrecht nicht zu den expliziten Zielen des deutschen Gesetzgebers gez\u00e4hlt hatte, so kamen das \u00fcberaus starke Wachstum der Rechtsf\u00fcrsorgeverh\u00e4ltnisse w\u00e4hrend der 1990er Jahre und die damit verbundenen Belastungen f\u00fcr Landesjustizhaushalte doch \u00fcberraschend \u2013 zumal aufgrund des Nachrangigkeits- und Erforderlichkeitsprinzips im Betreuungsrecht erwartet worden war, dass formelle Rechtsvertretungen in vielen F\u00e4llen gar nicht mehr notwendig sein w\u00fcrden (vgl. Wojnar 1992, S. 16). Nach nur wenigen Jahren Praxiserfahrung machte sich Ern\u00fcchterung breit: So konstatierte etwa der Journalist Heribert Prantl von der \u201eS\u00fcddeutschen Zeitung\u201c in seiner Er\u00f6ffnungsrede zum 5. Vormundschaftsgerichtstag 1996, die vielgelobte Reform, die dem B\u00fcrgerlichen Gesetzbuch ein \u201esoziales Herz\u201c einpflanzen sollte, sei \u201egrandios gescheitert\u201c. Aufgrund mangelhafter Ressourcen zu seiner Umsetzung drohe das Betreuungsrecht geradezu \u201ezum Musterbeispiel f\u00fcr eine blo\u00df symbolische Gesetzgebung\u201c zu werden (Prantl 1997). Angesichts solcher Wahrnehmungen verwundert es nicht, dass es schon bald zu Gesetzes\u00e4nderungen kam, die jedoch nicht etwa den Ausbau der sozialen Infrastruktur, sondern vor allem eine Reduktion der Vertretungsverh\u00e4ltnisse und ihrer Kosten beabsichtigten. 1999 wurde das Rechtsinstitut von \u201eBetreuung\u201c in \u201erechtliche Betreuung\u201c umbenannt. Damit sollte klargestellt werden, dass nicht psychosoziale Versorgungsdienstleistungen schlechthin, sondern juristisch relevante Vertretungsaufgaben gemeint sind. Anlass f\u00fcr kontroverse Diskussionen und gesetzgeberische Korrekturen bot immer wieder die Frage der Verg\u00fctung der Berufsbetreuer. Weitere Gesetzesrevisionen strebten eine Entb\u00fcrokratisierung der Verfahren, eine Verbesserung des Selbstbestimmungsrechts der Betreuten und die F\u00f6rderung des Ehrenamtes an. Als Alternativen zu Betreuungen wurden Vorsorgevollmachten und Patientenverf\u00fcgungen gest\u00e4rkt bzw. neu geregelt (vgl. Engels &amp; K\u00f6ller 2009).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zur rechtstats\u00e4chlichen Situation in Deutschland ist anzumerken, dass die Population an Menschen unter Vormundschaft oder Pflegschaft in Relation zur Gesamtbev\u00f6lkerung bereits in den 1980er Jahren die in \u00d6sterreich \u00fcbertrifft, wobei f\u00fcr dieses Jahrzehnt allerdings stark voneinander abweichende Sch\u00e4tzungen vorliegen. Die N\u00e4herungswerte sind insofern eine brisante Angelegenheit, als die damit unterschiedlich konstruierbaren Kurvenverl\u00e4ufe auch unterschiedlichen Ursachen zugeschrieben werden k\u00f6nnen. Wenn die Zahl der Vertretungsverh\u00e4ltnisse schon mit Beginn der 1980er Jahre betr\u00e4chtlich ansteigt, so kann es sich dabei keinesfalls um einen Effekt der (tats\u00e4chlich geltenden oder antizipierten) neuen Rechtslage ab 1992 handeln. Wenn man den Boom an Betreuungen hingegen erst mit dem reformierten Recht beginnen l\u00e4sst, so kann man dieses auch leichter daf\u00fcr verantwortlich machen. Die politische Antwort auf das rapide und kostspielige Wachstum an Rechtsf\u00fcrsorgeverh\u00e4ltnissen wird dann eher in einer Anpassung der rechtlichen Bestimmungen liegen. So kritisiert etwa Brill (2004: 33) die Argumentation eines Gesetzesentwurfs zur \u00c4nderung des Betreuungsrechts, in dem von einer Vervierfachung der Menge der Betreuten von 1992 bis 2002 die Rede ist. Tats\u00e4chlich habe sich die Zahl der Betreuungen in diesem Zeitraum \u201enur etwas mehr als verdoppelt\u201c. Dieser Anstieg sei denn auch \u201enicht in erster Linie dem Betreuungsrecht anzulasten, sondern die Fortsetzung einer Entwicklung aus der Zeit des alten Vormundschafts- und Pflegschaftsrechts und eine Folge von Ver\u00e4nderungen im Sozialleistungsrecht\u201c. Diese Sichtweise ist empirisch plausibel, wenn man die Zeitreihenl\u00fccke so interpoliert, dass die Kurve zwischen den voneinander abweichenden Sch\u00e4tzungen der 1980er Jahre verl\u00e4uft: Auch dann w\u00e4re der Betreuungsboom nicht erst eine Konsequenz der neuen rechtlichen Ausgestaltung des deutschen Vertretungsinstituts. In den letzten Jahren ist das Wachstum an Betreuungen deutlich abgeflacht; Ende 2013 wurden erstmals knapp weniger rechtlich Betreute als ein Jahr zuvor registriert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00c4hnlich wie in \u00d6sterreich weist die r\u00e4umlich-empirische Verteilung der Betreuungen ein betr\u00e4chtliches Ma\u00df an Varianz auf; die Pr\u00e4valenzraten der Bundesl\u00e4nder schwanken zwischen ein und zwei Prozent der Bev\u00f6lkerung. Wie sich aus Abbildung 3 entnehmen l\u00e4sst, scheint es ein Gef\u00e4lle zwischen Norden und S\u00fcden sowie zwischen Osten und Westen zu geben, wobei allerdings das Saarland und die Stadtstaaten nicht in dieses grobe Muster passen. Die Werte letzterer sprechen \u2013 insofern die jeweiligen Rechtsanwendungs- und Bev\u00f6lkerungsdaten als valide betrachtet werden k\u00f6nnen<a>[7]<\/a> \u2013 <em>prima facie<\/em> gegen die individualisierungstheoretische Annahme einer st\u00e4rkeren Nachfrage nach Betreuung in St\u00e4dten. Tiefer gegliederte deskriptive Darstellungen f\u00fcr das deutsche Bundesgebiet liegen bislang genau so wenig vor wie multivariate Zusammenhangsanalysen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.degruyter.com\/document\/doi\/10.1515\/zfrs-2016-0009\/asset\/graphic\/j_zfrs-2016-0009_abb_003.jpg\" alt=\" Abbildung 3:  Rechtliche Betreuungen pro 1.000 der Wohnbev\u00f6lkerung der Bundesrepublik Deutschland (2011), nach Bundesl\u00e4ndern. Datengrundlagen: Deinert (2012), Statistisches Bundesamt \"\/><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Abbildung 3:<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Rechtliche Betreuungen pro 1.000 der Wohnbev\u00f6lkerung der Bundesrepublik Deutschland (2011), nach Bundesl\u00e4ndern. Datengrundlagen: Deinert (2012), Statistisches Bundesamt<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Schweiz: Von der Vormundschaft zur Beistandschaft<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts setzte sich in der Schweiz die Erkenntnis durch, dass das paternalistische Vormundschaftsrecht, welches seit 1912 weitgehend unver\u00e4ndert einen Teil des Zivilgesetzbuches (ZGB) bildete, einer umfassenden Revision unterzogen werden sollte. Das ZGB war \u2013 anders als das liberale deutsche B\u00fcrgerliche Gesetzbuch von 1900 \u2013 von der Idee eines \u201egenossenschaftlichen Selbst\u201c beeinflusst und hatte neue M\u00f6glichkeiten medikalisierter soziopolitischer Intervention auf dem Gebiet des Familienrechts etabliert. Da diese Bestimmungen von der psychiatrischen und rechtlichen Praxis in der Folge auch genutzt worden waren, blickte die Schweiz auf eine Tradition vergleichsweise hoher Vormundschaftsraten zur\u00fcck (Bernet 2007: 148; Gallati 2015: 141 ff; Gerodetti 2005: 187). Die Revision der besonders sto\u00dfenden Bestimmungen der f\u00fcrsorgerischen Freiheitsentziehung, welche insbesondere wegen der M\u00f6glichkeit eines umfassenden administrativen Freiheitsentzuges ohne effektive gerichtliche \u00dcberpr\u00fcfung sowie der systematischen administrativen Fremdplatzierung der Kinder der Fahrenden (Aktion \u201eKinder der Landstra\u00dfe\u201c der Pro Juventute) skandalisiert war, wurde vorgezogen und trat bereits 1981 in Kraft (Bundesgesetz vom 6. Oktober 1978 \u00fcber die f\u00fcrsorgerische Freiheitsentziehung). Im Juni 2003 legte die eingesetzte Expertenkommission endlich ihren \u201eBericht zum Vorentwurf f\u00fcr eine Revision des Zivilgesetzbuchs (Erwachsenenschutz, Personen- und Kindesrecht)\u201c vor, in dessen Rahmen \u00fcberhaupt die ersten statistischen Erhebungen zur rechtstats\u00e4chlichen Lage des Vormundschaftsrechts in der Schweiz durchgef\u00fchrt wurden, punktuell und partiell in den sp\u00e4ten 80er Jahren und systematisch seit 1996 (Meier 1992; KOKES 1996ff; Stremlow et al. 2002; vgl. Abb. 1). Dieser Vorentwurf m\u00fcndete nach der Vernehmlassung in der \u201eBotschaft zur \u00c4nderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (Erwachsenenschutz, Personenrecht und Kindesrecht) vom 28. Juni 2006\u201c, dessen Bestimmungen mit sehr wenigen Modifikationen von den beiden Kammern des Parlamentes im Jahre 2008 verabschiedet wurden und am 1. Januar 2013 in Kraft traten. Dieser Zeitrahmen ist f\u00fcr die schweizerische Legistik und Legislation nicht au\u00dfergew\u00f6hnlich. Er ist Grundlage f\u00fcr eine hier allgemeine Vorwirkung neuen Rechts im Sinne einer selbstgesetzten Handlungsperspektive der Institutionen mit (Seiten-)Blick auf kommendes Recht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die <em>ratio legis<\/em> der Revision wurde klar formuliert: \u201eDas geltende Vormundschaftsrecht [\u2026] ist seit seinem Inkrafttreten im Jahr 1912 [\u2026] praktisch unver\u00e4ndert geblieben. Es entspricht unseren heutigen Verh\u00e4ltnissen und Anschauungen nicht mehr und soll deshalb grundlegend erneuert werden. Eines der Ziele der Revision ist es, das Selbstbestimmungsrecht zu f\u00f6rdern\u201c (gleichlautend im Bericht, Expertenkommission 2003: 2 und in der Botschaft 2006, BBl: 7002). Es geht um eine Zur\u00fcckdr\u00e4ngung des paternalistischen Kontroll- und Herrschaftsprinzips zugunsten eines subsidi\u00e4ren Hilfe- und Unterst\u00fctzungsprinzips. Das Subsidiarit\u00e4tsprinzip, also die Anweisung, nur so tief in die Rechtsf\u00e4higkeit der betroffenen Person einzugreifen, wie es unbedingt notwendig erscheint, steht im Vordergrund. Die Gesetzesrevision greift unter der Maxime der \u201eProfessionalisierung des Kindes- und Erwachsenenschutzes\u201c stark in die organisatorische Gestaltung der Beh\u00f6rden ein, l\u00e4sst aber eine umfassende Freiheit bez\u00fcglich des materiellen Inhalts der Ma\u00dfnahmen, streicht den Begriff der Vormundschaft, \u00e4ndert aber an der materiellen Ausgestaltung des alten Vormundschaftsrechts nur wenig. Die altrechtliche Entm\u00fcndigung entspricht ziemlich genau der neurechtlichen umfassenden Beistandschaft, nur dass sie immerhin als <em>ultima ratio<\/em> der erwachsenenschutzrechtlichen Ma\u00dfnahmen vorgesehen ist. Die wesentlichste \u00c4nderung besteht darin, dass die vormundschaftlichen Kompetenzen von den Kommunen zu professionellen regionalen Fachbeh\u00f6rden verschoben und die gerichtlichen \u00dcberpr\u00fcfungsm\u00f6glichkeiten verst\u00e4rkt werden. Das Subsidiarit\u00e4tsprinzip ist \u00fcberhaupt ein konstituierendes Merkmal des schweizerischen Staatsverst\u00e4ndnisses in dem Sinne, dass keine K\u00f6rperschaft mit h\u00f6herem Aggregationsniveau (Verb\u00e4nde &lt; politische Gemeinde &lt; Kanton &lt; Bund) Aufgaben und Kompetenzen wahrnehmen soll, die K\u00f6rperschaften mit niedrigerem Aggregationsniveau erledigen k\u00f6nnen. Zudem wurde in der Botschaft gefordert und erwartet, dass mit Inkrafttreten der Revision nach einer Anfangsinvestition die Zahl der invasiven Ma\u00dfnahmen zur\u00fcckgehen soll und mit der Professionalisierung die Arbeits- und Kostenlast f\u00fcr Beh\u00f6rden und Wirtschaft tendenziell reduziert w\u00fcrde (vgl. Botschaft 2006, BBl: 7119-7121).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die neuen professionellen Fachbeh\u00f6rden (KESB) unterliegen zwar einer verbesserten gerichtlichen Kontrolle, entziehen sich jedoch der demokratisch-politischen Kontrolle, welche durch die stimmberechtigten B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger durch die pers\u00f6nliche Wahl der verantwortlichen Exekutivmitglieder ausge\u00fcbt wird. Insbesondere in den Gemeinden f\u00fchrt perzipiertes Fehlverhalten h\u00e4ufig schnell zur Abwahl. Vormundschaft und Zwangsma\u00dfnahmen, ebenso wie das Unterlassen von als angebracht empfundenen Zwangsma\u00dfnahmen hatten und haben dabei ein betr\u00e4chtliches Skandalisierungspotential.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die These der \u201eVorwirkung neuen Rechts\u201c (auch angesprochen in der Botschaft 2006, BBl: 7120) wird beispielsweise durch die Daten des Kantons Z\u00fcrich gest\u00fctzt, wo die Relation Entm\u00fcndigungen\/andere erwachsenenschutzrechtliche Ma\u00dfnahmen seit Beginn der kontinuierlichen Erhebung im Jahre 1996 stark sinkt (1996: 0,73; 2012: 0,29). In absoluten Zahlen steht in Z\u00fcrich eine numerische Konstanz der Entm\u00fcndigungen einem betr\u00e4chtlichen Zuwachs der anderen, weniger invasiven erwachsenenschutzrechtlichen Ma\u00dfnahmen gegen\u00fcber. Allerdings lassen sich m\u00f6gliche Effekte einer \u201eVorwirkung neuen Rechts\u201c nicht von den Effekten einer der auch der Rechts\u00e4nderung zu Grunde liegenden \u00c4nderung gesellschaftlicher Verh\u00e4ltnisse differenzieren. Die erw\u00e4hnte Relation Entm\u00fcndigung\/andere erwachsenenschutzrechtliche Ma\u00dfnahmen hat sich in anderen Kantonen \u00fcberhaupt nicht ver\u00e4ndert oder ist sogar gestiegen (z. B. Wallis, Genf, Waadt, Tessin). Das ist ein deutlicher Hinweis auf die Existenz stark unterschiedlicher Rechtskulturen innerhalb der Schweiz. Die regionale Variabilit\u00e4t der Pr\u00e4valenzen liegt in der Schweiz h\u00f6her als in Deutschland, aber niedriger als in \u00d6sterreich.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.degruyter.com\/document\/doi\/10.1515\/zfrs-2016-0009\/asset\/graphic\/j_zfrs-2016-0009_abb_004.jpg\" alt=\" Abbildung 4:  Erwachsenenschutzma\u00dfnahmen pro 1.000 der Wohnbev\u00f6lkerung der Schweiz (Mittel 2008 bis 2010), nach Kantonen. Datengrundlagen: Estermann (2013; 2014a), KOKES (1996ff) \"\/><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Abbildung 4:<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erwachsenenschutzma\u00dfnahmen pro 1.000 der Wohnbev\u00f6lkerung der Schweiz (Mittel 2008 bis 2010), nach Kantonen<em>. <\/em>Datengrundlagen: Estermann (2013; 2014a), KOKES (1996ff)<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Worauf lassen sich die unterschiedlichen Pr\u00e4valenzraten zur\u00fcckf\u00fchren? \u2013 Erkl\u00e4rungsans\u00e4tze und Hypothesen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die national und regional h\u00f6chst unterschiedliche Verbreitung von rechtlichen Betreuungsverh\u00e4ltnissen, die in den thematischen Karten und der Zeitreihengrafik (Abb. 1) zum Ausdruck kommt, verlangt nach sozialwissenschaftlichen Erkl\u00e4rungen. Wie kommt es dazu, dass ziemlich \u00e4hnliche bzw. identische zivilrechtliche Institute in kulturell sehr \u00e4hnlichen L\u00e4ndern und Regionen in so verschiedenem Ausma\u00df mobilisiert werden und wurden?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Hinblick auf die Unterschiede zwischen den Staaten dr\u00e4ngt es sich auf, die jeweils einschl\u00e4gigen <em>Rechtsnormen<\/em> f\u00fcr deren mehr oder weniger umfangreiche Nutzung verantwortlich zu machen. Es ist etwa zu vermuten, dass das in der Schweiz vergleichsweise langsamste Wachstum an Vertretungsverh\u00e4ltnissen nicht zuletzt dadurch zustande kam, dass dieser Rechtsbereich bis in die j\u00fcngste Gegenwart hinein mit dem bedrohlichen Stigma der \u00fcberkommenen Begriffe \u201eEntm\u00fcndigung\u201c und \u201eVormundschaft\u201c behaftet war. Umgekehrt d\u00fcrfte in Deutschland das Etablieren des semantisch harmlosen Rechtsinstituts der \u201eBetreuung\u201c, das ja auch tats\u00e4chlich die Gesch\u00e4ftsf\u00e4higkeit der betroffenen Menschen unangetastet l\u00e4sst, seine umfangreiche Mobilisierung im Sinne eines \u201enet-widening\u201c deutlich beg\u00fcnstigt haben (vgl. Coeppicus 2000; Adler 2011: 51).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es geh\u00f6rt allerdings zu den Grundeinsichten der Rechtssoziologie, dass das geschriebene Recht seine Anwendung niemals schon vorherbestimmt. Wie etwa Blankenburg (1994) in seinen vergleichenden Studien zur H\u00e4ufigkeit und Vermeidung von Zivilprozessen gezeigt hat, k\u00f6nnen rechtsdogmatisch gesehen austauschbare Normkomplexe in vergleichbaren Gesellschaften praktisch v\u00f6llig verschiedene Bedeutungen annehmen. Zu fragen ist dann zun\u00e4chst, welche <em>funktionalen \u00c4quivalente<\/em> zur Verf\u00fcgung stehen. So kann angenommen werden, dass die in \u00d6sterreich gesetzlich eingerichteten kollektiven Anwaltschaften f\u00fcr Personen, die in psychiatrischen Anstalten oder Pflegeheimen untergebracht sind, den Bedarf an individueller rechtlicher Vertretung reduziert haben \u2013 vor allem im Vergleich zu Deutschland, wo Betreuende f\u00fcr (zivilrechtliche) freiheitsentziehende Ma\u00dfnahmen zust\u00e4ndig sind. In diesen beiden L\u00e4ndern wurden schlie\u00dflich in den sp\u00e4ten Nullerjahren alternative Institute wie die Vorsorgevollmacht eingef\u00fchrt bzw. neu geregelt und in der Folge auch von der Praxis durchaus genutzt (vgl. Deinert 2014; Fuchs &amp; Hammerschick 2013). Dies d\u00fcrfte dazu beigetragen haben, dass die Nachfrage nach neuen Vertretungsverh\u00e4ltnissen dort in der j\u00fcngsten Vergangenheit zur\u00fcckgegangen ist \u2013 eine Entwicklung, die in \u00d6sterreich vor allem auch durch Entscheidungen \u00fcber Anregungen von Sachwalterschaft vorgeschaltete \u201eClearing\u201c-Verfahren beg\u00fcnstigt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jenseits formeller Institutionen spielen wohl auch Grad und Art der <em>Professionalisierung<\/em> des Betreuungswesens eine Rolle: So hat sich die rechtliche Vertretung geistig oder seelisch beeintr\u00e4chtigter Menschen in Deutschland besonders stark als eigenes sozialp\u00e4dagogisches Berufsfeld mit entsprechend ganzheitlichem Rollenverst\u00e4ndnis ausdifferenziert \u2013 und damit auch kommerzialisiert, zumal dort der Zugang zum Betreuungsgewerbe an relativ wenig Voraussetzungen gekn\u00fcpft ist und selbst\u00e4ndig ausge\u00fcbt werden kann.<a>[8]<\/a> Kritische Stimmen sprechen in diesem Zusammenhang vom Entstehen einer regelrechten \u201eBetreuungsindustrie\u201c (Coeppicus 2000). Nicht von der Hand zu weisen d\u00fcrfte jedenfalls sein, dass es f\u00fcr Gerichte, Sozialbeh\u00f6rden und potenzielle (Berufs-)Betreuende durchaus \u00f6konomische Anreize gibt, auf Betreuerbestellungen hinzuwirken \u2013 sei es im Hinblick auf Zeit, Budgetvorgaben oder aber die M\u00f6glichkeit, Betreuungsverg\u00fctungen zu erhalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Solche spezifischen Rahmenbedingungen der Betreuungspraxis treffen auf allgemeinere Eigenschaften der jeweiligen <em>nationalen Rechtskultur<\/em>. Im Hinblick auf die unterschiedlichen Pr\u00e4valenzen an rechtlichen Vertretungsverh\u00e4ltnissen in den hier untersuchten Staaten ist es wahrscheinlich kein Zufall, dass sich bei grundlegenden rechtskulturellen Indikatoren wie der Zivilprozessrate (Palumbo et al. 2013: 37) oder der Anwaltsdichte (Heussen 2006: 396) gegenw\u00e4rtig dieselbe Rangreihenfolge (Deutschland &gt; Schweiz &gt; \u00d6sterreich) zeigt. Auch wenn Probleme der Mess- und Vergleichbarkeit hier nicht gering zu veranschlagen sind, deuten diese Muster dennoch auf quantitativ unterschiedliche Niveaus der Verrechtlichung in den jeweiligen L\u00e4ndern hin, die sich eben auch auf das Betreuungsrecht \u201ein action\u201c auswirken d\u00fcrfte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kehrseite der mehr oder weniger umfangreichen Anwendung justizieller Rechtsinstrumente ist ein schw\u00e4cher oder st\u00e4rker ausgepr\u00e4gtes Auskommen mit einem \u201elebenden Recht\u201c aus informellen Arrangements und alternativen psychosozialen, nachbarschaftlichen und famili\u00e4ren Hilfen.<a>[9]<\/a> Dies variiert indessen auch innerhalb kleiner L\u00e4nder wie \u00d6sterreich und der Schweiz regional so stark, dass wir, wie bereits ausgef\u00fchrt, die Existenz spezifisch <em>regionaler Rechtskulturen<\/em> annehmen. Von solchen sozialr\u00e4umlich disparaten Praktiken l\u00e4sst sich freilich erst dann sprechen, wenn Unterschiede der Mobilisierung formeller Vertretungsinstitute nicht auf strukturelle demographische oder sozio\u00f6konomische Einflussgr\u00f6\u00dfen zur\u00fcckgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen. Auch wenn wir etwa die Erkl\u00e4rungskraft des Anteils betagter Menschen an der Bev\u00f6lkerung in zeitlicher Hinsicht aus theoretischen und empirischen Gr\u00fcnden bezweifelt haben, bleibt zu untersuchen, ob und inwieweit die Verbreitung rechtlicher Betreuungsma\u00dfnahmen im Querschnittsvergleich nicht dennoch teilweise auf Alterungsph\u00e4nomene zur\u00fcckgef\u00fchrt werden kann.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Bedingungsfaktoren der Nachfrage nach rechtlicher Betreuung: eine transnationale multivariate Modellierung f\u00fcr \u00d6sterreich und die Schweiz<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir beschr\u00e4nken die multivariate l\u00e4ndervergleichende Analyse auf \u00d6sterreich und die Schweiz, weil f\u00fcr Deutschland keine regional differenzierten Daten unterhalb der Ebene der Bundesl\u00e4nder zur Verf\u00fcgung stehen. Zur Hypothesenpr\u00fcfung verwenden wir hier exemplarisch regional aufgegliederte sozio\u00f6konomische und demographische Kovariaten in Regressionsmodellen mit der Pr\u00e4valenz von rechtlichen Betreuungsverh\u00e4ltnissen als abh\u00e4ngiger Variable. Zur Verf\u00fcgung stehen das Bruttoregionalprodukt<a>[10]<\/a> als Ma\u00df f\u00fcr die \u00f6konomische Entwicklung, der Altersquotient (Anteil \u00fcber 65j\u00e4hriger an der Gesamtbev\u00f6lkerung) als demografischer Indikator sowie der Anteil der Einpersonenhaushalte und der bedarfsgepr\u00fcften Sozialleistungen.<a>[11]<\/a> R\u00e4umliche Untersuchungseinheiten sind die NUTS 3-Regionen und die Kantone.<a>[12]<\/a> Als kategoriale geografische Kontrollvariablen verwenden wir eine einfache Unterteilung in gr\u00f6\u00dfere Regionen (im weiteren Sinne), n\u00e4mlich West- und Ost\u00f6sterreich (Vorarlberg, Tirol, Salzburg und Ober\u00f6sterreich vs. Rest) sowie in die deutsch- und lateinischsprachige Schweiz. Die in der Schweiz m\u00f6glichen grundlegenden kulturellen Differenzierungen nach Religion (protestantisch vs. katholisch) und Sprache (lateinisch vs. deutsch) sind in \u00d6sterreich mit seiner historisch gesehen relativ homogenen katholisch-deutschsprachigen Bev\u00f6lkerung so nicht gegeben. Erfahrungsgem\u00e4\u00df zeigt sich jedoch in \u00d6sterreich f\u00fcr viele Sozialindikatoren ein Ost-West-Gef\u00e4lle. Die abh\u00e4ngige Variable bildet die regional aufgegliederte Pr\u00e4valenz des Jahres 2010 in \u00d6sterreich und der Schweiz (vgl. Abb. 1, N=61). Insgesamt haben wir die Modellierung bewusst sparsam gehalten und aus pragmatischen Gr\u00fcnden auf Variablen zur\u00fcckgegriffen, die f\u00fcr beide L\u00e4nder gut vergleichbar vorliegen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Tabelle 2:<\/strong> Bivariate Korrelationskoeffizienten, Mittelwerte und Standardabweichungen der kontinuierlichen Variablen, Jahr 2010, f\u00fcr die Schweiz und \u00d6sterreich getrennt<a>[13]<\/a><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td><\/td><td>Schweiz (N=26)<\/td><td>\u00d6sterreich (N=35)<\/td><\/tr><tr><td>1.<\/td><td>2.<\/td><td>3.<\/td><td>4.<\/td><td>5.<\/td><td>1.<\/td><td>2.<\/td><td>3.<\/td><td>4.<\/td><td>5.<\/td><\/tr><tr><td>1. Pr\u00e4valenz rechtliche Betreuung pro 1.000 Einwohner<\/td><td><\/td><td><\/td><td><\/td><td><\/td><td><\/td><td><\/td><td><\/td><td><\/td><td><\/td><td><\/td><\/tr><tr><td>2. Bruttoregionalprodukt (in 1.000 Euro pro Einwohner)<\/td><td>-0,18<\/td><td><\/td><td><\/td><td><\/td><td><\/td><td>-0,25<\/td><td><\/td><td><\/td><td><\/td><td><\/td><\/tr><tr><td>3. Anteil Bev\u00f6lkerung 65 Jahre und \u00e4lter (%)<\/td><td>0,37<\/td><td>0,20<\/td><td><\/td><td><\/td><td><\/td><td>0,38<\/td><td>-0,49<\/td><td><\/td><td><\/td><td><\/td><\/tr><tr><td>4. Anteil Einpersonenhaushalte an allen Privathaushalten (%)<\/td><td>0,16<\/td><td>0,71<\/td><td>0,52<\/td><td><\/td><td><\/td><td>0,09<\/td><td>0,60<\/td><td>0,17<\/td><td><\/td><td><\/td><\/tr><tr><td>5. Bedarfsgepr\u00fcfte Sozialleistungen (F\u00e4lle pro 1.000 Einwohner)<\/td><td>0,26<\/td><td>0,52<\/td><td>0,33<\/td><td>0,78<\/td><td><\/td><td>0,46<\/td><td>0,08<\/td><td>0,30<\/td><td>0,49<\/td><td><\/td><\/tr><tr><td>Mittelwert<\/td><td>10,1<\/td><td>45,6<\/td><td>17,1<\/td><td>33,8<\/td><td>14,6<\/td><td>6,2<\/td><td>30,0<\/td><td>18,1<\/td><td>32,7<\/td><td>7,3<\/td><\/tr><tr><td>Standardabweichung<\/td><td>2,7<\/td><td>16,1<\/td><td>1,7<\/td><td>4,2<\/td><td>8,7<\/td><td>1,8<\/td><td>7,5<\/td><td>1,9<\/td><td>4,4<\/td><td>2,0<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Schweiz hat eine h\u00f6here Pr\u00e4valenz rechtlicher Betreuungen, ein h\u00f6heres Bruttoregionalprodukt, eine j\u00fcngere Bev\u00f6lkerung sowie relativ mehr Einpersonenhaushalte und F\u00e4lle bedarfsgepr\u00fcfter Sozialleistungen als \u00d6sterreich.<a>[14]<\/a> In beiden L\u00e4ndern korrelieren Bruttoregionalprodukt mit der Pr\u00e4valenz negativ, Alters-, Einpersonenhaushalts- und Sozialleistungsanteil positiv. In der Schweiz korreliert der Anteil der \u00e4lteren Bev\u00f6lkerung positiv mit dem Bruttoregionalprodukt, in \u00d6sterreich hingegen negativ, ein Ausdruck davon, dass wirtschaftlich weniger leistungsf\u00e4hige Gebiete in der Schweiz im Gegensatz zu \u00d6sterreich nicht oder weniger \u00fcberaltert sind. In der Schweiz geht die \u00f6konomische Wertsch\u00f6pfungskraft hingegen mit einer h\u00f6heren Inanspruchnahme von bedarfsgepr\u00fcften Sozialleistungen einher \u2013 ein Zusammenhang, der sich wiederum in \u00d6sterreich so nicht zeigt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Pr\u00e4valenzen erh\u00f6hen sich also <em>prima vista<\/em> mit dem Anteil der \u00fcber 65j\u00e4hrigen, dem Anteil der Einpersonenhaushalte und der bedarfsgepr\u00fcften Sozialleistungen und erniedrigen sich mit h\u00f6herem Bruttoregionalprodukt. Um die Bedeutung dieser Variablen gegeneinander abzugrenzen und die unterschiedlichen positiv- und organisationsrechtlichen Strukturen<a>[15]<\/a> in der Schweiz und in \u00d6sterreich einzubeziehen, rechneten wir unterschiedliche Regressionsmodelle. Vorab wurden f\u00fcr mehrere Jahrgangsdaten (2008 bis 2010) getrennt bivariate Korrelationen gerechnet und Ausrei\u00dfer identifiziert, wie etwa die bereits aus anderen Untersuchungen bekannten besonderen Konstellationen in St. P\u00f6lten (vgl. Pilgram et al. 2009: 47 ff) oder im Kanton Fribourg (vgl. Stremlow et al. 2002: 59) und deren Gewicht in den multivariaten Modellen beurteilt. F\u00fcr alle Jahrg\u00e4nge zeigte sich, dass das <em>Land allein<\/em> (\u00d6sterreich vs. Schweiz) als unabh\u00e4ngige Variable mindestens 50 Prozent der Varianz der Pr\u00e4valenz rechtlicher Betreuungsverh\u00e4ltnisse erkl\u00e4rt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um die reinen Landesunterschiede bez\u00fcglich wirtschaftlicher Leistungsf\u00e4higkeit inklusive Kaufkraft und Wechselkurse, der Altersstruktur und der jeweils auf unterschiedliche Weise erhobenen Sozialleistungsquote zu isolieren und nur regionalvergleichende Aspekte in den Blick zu nehmen, haben wir in einem zweiten Schritt alle kontinuierlichen Variablen (des Jahres 2010) getrennt z-transformiert, sodass alle Indikatoren einen Mittelwert von null und eine auf den jeweiligen Landesdurchschnitt bezogene Standardabweichung von eins aufweisen. Damit kommt es uns also auf die <em>relationale<\/em> Position der Gebietseinheiten zu ihren Mittelwerten an, die wir zwischen den L\u00e4ndern zu Vergleichszwecken ganz bewusst eingeebnet haben, um die Erkl\u00e4rungskraft der uns inhaltlich interessierenden gesellschaftlichen Dimensionen <em>transnational<\/em> zu analysieren. Die Streudiagramm-Matrix und die bivariaten Korrelationswerte in Abbildung 5 beschreiben den dergestalt erzeugten gemeinsamen Datensatz.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.degruyter.com\/document\/doi\/10.1515\/zfrs-2016-0009\/asset\/graphic\/j_zfrs-2016-0009_abb_005.jpg\" alt=\" Abbildung 5:  Streudiagramm-Matrix und bivariate Korrelationskoeffizienten der z-transformierten kontinuierlichen Variablen, Jahr 2010, N = 61\"\/><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Abbildung 5:<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Streudiagramm-Matrix und bivariate Korrelationskoeffizienten der z-transformierten kontinuierlichen Variablen, Jahr 2010, N = 61<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Muster der Korrelationen stimmt \u2013 vor allem im Hinblick auf die unabh\u00e4ngige Variable der Pr\u00e4valenz rechtlicher Betreuungsverh\u00e4ltnisse \u2013 mit dem der Koeffizienten f\u00fcr die einzelnen L\u00e4nder \u00fcberein. Die oben beschriebenen Zusammenh\u00e4nge mit dem Bruttoregionalprodukt, die sich jeweils nur f\u00fcr eine Nation zeigen, werden in l\u00e4nder\u00fcbergreifender Betrachtungsweise erwartungsgem\u00e4\u00df schw\u00e4cher; die im Streudiagramm insgesamt deutlich sichtbare negative Korrelation mit dem Altenanteil wird durch den diesbez\u00fcglichen Ausrei\u00dfer Basel-Stadt stark nach unten gedr\u00fcckt. Dieser wirtschaftlich bedeutsame und gleichwohl demographisch \u201ealte\u201c Kanton schw\u00e4cht \u2013 zusammen mit Wien und St. P\u00f6lten \u2013 im \u00dcbrigen auch den negativen Zusammenhangswert zwischen dem Bruttoregionalprodukt und der Pr\u00e4valenz der Betreuungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Noch interessanter als die bivariate Beschreibung des transnationalen Datensatzes ist nun aber, diesen auch multivariat zu analysieren. Die Ergebnisse sind in Tabelle 3 dargestellt. Vorweg ist anzumerken, dass s\u00e4mtliche Voraussetzungen des linearen Regressionsverfahrens gut erf\u00fcllt sind. Insbesondere gibt es trotz der erw\u00e4hnten Ausrei\u00dfer keine Einzelbeobachtungen, die einen extrem gro\u00dfen Einfluss auf die Modellergebnisse aus\u00fcben. Schlie\u00dflich liegt, obwohl die unabh\u00e4ngigen Variablen zum Teil recht stark untereinander zusammenh\u00e4ngen, auch keine problematische Multikollinearit\u00e4t vor.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Tabelle 3:<\/strong> Regressionsmodelle f\u00fcr Pr\u00e4valenzen von Erwachsenenschutzma\u00dfnahmen bzw. Sachwalterschaften, alle Variablen f\u00fcr die Schweiz und \u00d6sterreich getrennt z-transformiert, Jahr 2010, N = 61; b = Regressionskoeffizient; \u03b2 = standardisierter Regressionskoeffizient, \u03b5 = Johnsons Epsilon<a>[16]<\/a><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td><\/td><td>Modell 1<\/td><td><\/td><td>Modell 2<\/td><\/tr><tr><td><\/td><td>b<\/td><td>\u03b2<\/td><td>\u03b5<\/td><td><\/td><td>b<\/td><td>\u03b2<\/td><td>\u03b5<\/td><\/tr><tr><td>Bruttoregionalprodukt<\/td><td>-0,29<\/td><td>-0,28<\/td><td>5,4 %<\/td><td><\/td><td>-0,15<\/td><td>-0,14<\/td><td>3,2 %<\/td><\/tr><tr><td>Bev\u00f6lkerung 65+<\/td><td>0,21<\/td><td>0,20<\/td><td>8,1 %<\/td><td><\/td><td>0,20<\/td><td>0,19<\/td><td>6,0 %<\/td><\/tr><tr><td>Einpersonenhaushalte<\/td><td>0,03<\/td><td>0,03<\/td><td>2,4 %<\/td><td><\/td><td>-0,07<\/td><td>-0,07<\/td><td>1,6 %<\/td><\/tr><tr><td>Bedarfsgepr\u00fcfte Sozialleistungen<\/td><td>0,44<\/td><td>0,36<\/td><td>11,8 %<\/td><td><\/td><td>0,36<\/td><td>0,30<\/td><td>9,0 %<\/td><\/tr><tr><td>Region (Referenz: Lateinische Schweiz)<\/td><td><\/td><td><\/td><td><\/td><td><\/td><td><\/td><td><\/td><td><\/td><\/tr><tr><td>West\u00f6sterreich<\/td><td><\/td><td><\/td><td><\/td><td><\/td><td>-0,90<\/td><td>-0,38<\/td><td>8,0 %<\/td><\/tr><tr><td>Ost\u00f6sterreich<\/td><td><\/td><td><\/td><td><\/td><td><\/td><td>-0,40<\/td><td>-0,18<\/td><td>2,2 %<\/td><\/tr><tr><td>Deutschschweiz<\/td><td><\/td><td><\/td><td><\/td><td><\/td><td>-0,85<\/td><td>-0,38<\/td><td>4,6 %<\/td><\/tr><tr><td>Konstante<\/td><td>0,01<\/td><td><\/td><td><\/td><td><\/td><td>0,63<\/td><td><\/td><td><\/td><\/tr><tr><td>Erkl\u00e4rte Varianz (R<sup>2<\/sup>)<\/td><td><\/td><td><\/td><td>27,8 %<\/td><td><\/td><td><\/td><td><\/td><td>34,6 %<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Modell 1 (ohne Regionen im weiteren Sinne) erkl\u00e4rt 28 Prozent der Varianz, erkl\u00e4rungsstark sind das Bruttoregionalprodukt (negativ) und die bedarfsgepr\u00fcften Sozialleistungen (positiv), die schw\u00e4chste Variable ist der Anteil der Einpersonenhaushalte. Werden die Regionen einbezogen (Modell 2) steigt die erkl\u00e4rte Varianz auf 35 Prozent, die Vorzeichen der Koeffizienten bleiben bis auf den nicht mehr aussagekr\u00e4ftigen Anteil von Einzelhaushalten gleich. Die Gebiete West\u00f6sterreich und die deutsche Schweiz zeigen gegen\u00fcber Ost\u00f6sterreich und der lateinischen Schweiz niedrigere Pr\u00e4valenzen. Die Regionen erkl\u00e4ren immerhin sieben Prozent zus\u00e4tzlicher Varianz. Innerhalb des zweiten Modells kommt den Regionen ein erkl\u00e4rter Varianzanteil von knapp 15 Prozent zu. Zusammenfassend zeigt sich ein \u00dcbergewicht der sozio\u00f6konomischen Faktoren gegen\u00fcber den demografischen: Je reicher eine Gegend ist und je weniger bedarfsgepr\u00fcfte Sozialleistungen ausgerichtet werden m\u00fcssen, desto weniger rechtliche Betreuungen fallen an.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Diskussion<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die in unseren Analysen dargelegten gro\u00dfen Unterschiede <em>zwischen<\/em> den Staaten deuten darauf hin, dass historisch eingespielte Praxisformen der Betreuungsrechtssysteme in Wechselwirkung mit den jeweiligen Rahmenbedingungen des betreffenden Rechts- und Sozialsystems offenbar ausgepr\u00e4gt nationalen Pfaden folgen. Der vermutete Zusammenhang mit allgemeineren rechtskulturellen Charakteristika wie etwa der in der Schweiz im Vergleich zu \u00d6sterreich h\u00f6heren Zivilprozessrate und Anwaltsdichte scheint sich hier zu best\u00e4tigen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dennoch ist es gelungen, in der <em>grenz\u00fcberschreitenden<\/em> multivariaten Analyse f\u00fcr die Schweiz und \u00d6sterreich Faktoren zu identifizieren, f\u00fcr die sich in beiden L\u00e4ndern Zusammenh\u00e4nge mit der Pr\u00e4valenz an rechtlichen Betreuungsma\u00dfnahmen zeigen. Die Zusammenhangsrichtungen entsprechen durchwegs theoretischen Erwartungen. Der Effekt gesellschaftlicher Individualisierung, die wir hier \u00fcber den Anteil an Einpersonenhaushalten operationalisiert haben, h\u00e4lt sich wie vermutet in engen Grenzen. Bemerkenswert ist, dass die \u2013 in bivariater Betrachtungsweise durchaus vorhandene \u2013 Erkl\u00e4rungskraft des Anteils alter Menschen, die wir in zeitlicher Hinsicht angezweifelt haben, auch im Querschnittsvergleich schw\u00e4cher wird und damit an Selbstverst\u00e4ndlichkeit verliert, sobald andere Faktoren ber\u00fccksichtigt werden. Dies ergibt sich klar aus einem Vergleich der betreffenden Koeffizienten in Tabelle 2 und Abbildung 5 einerseits sowie Tabelle 3 andererseits. Der sich deutlich abzeichnende Effekt des Anteils bedarfsgepr\u00fcfter Sozialleistungen steht gut im Einklang mit unseren \u00dcberlegungen zu sozialstaatlichen Verrechtlichungsph\u00e4nomenen. Wenn die Mobilisierung des Vertretungsrechts durch wohlfahrtsstaatliche Kontextfaktoren beg\u00fcnstigt wird, ist es auch ein plausibles Ergebnis, dass wirtschaftliche St\u00e4rke negativ mit der Pr\u00e4valenz an Betreuungen korreliert (wenn auch der Effekt nicht besonders stark ist). Menschen mit Beeintr\u00e4chtigungen werden in \u00e4rmeren Regionen eher auf Sozialleistungen angewiesen als in wirtschaftlich st\u00e4rkeren Gebieten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es bleibt allerdings ein erheblicher Rest an Varianz, der in erster Linie lokalen, also <em>innerhalb<\/em> der L\u00e4nder kleinr\u00e4umig differenten Rechtskulturen zuzuweisen ist, welche strukturelle Faktoren \u00fcberlagern. Das legt auch ein Vergleich der beiden in Tabelle 3 pr\u00e4sentierten Modelle nahe: Der erkl\u00e4rte Varianzanteil steigt durch das Einbeziehen der Regionenvariablen. Zudem ist die Variabilit\u00e4t innerhalb der L\u00e4nder gr\u00f6\u00dfer als die Variabilit\u00e4t zwischen den L\u00e4ndern. Es gibt beispielsweise in der Schweiz Kantone, die in bestimmten Zeitr\u00e4umen eine h\u00f6here Pr\u00e4valenz als deutsche Bundesl\u00e4nder (durchschnittlich ca. 50 Prozent h\u00f6here Pr\u00e4valenz in Deutschland) und solche, die eine niedrigere als \u00f6sterreichische Regionen aufweisen (durchschnittlich ca. 30 Prozent niedrigere Pr\u00e4valenz in \u00d6sterreich). Eine solche Variabilit\u00e4t kann durch unterschiedliches nationales Recht und unterschiedliche nationale Organisationsstrukturen gerade nicht ausreichend erkl\u00e4rt werden, auch nicht durch demografische und sozio\u00f6konomische Variablen. Selbst unsere dichotomen Regionalvariablen (West vs. Ost, Lateinisch vs. Deutsch) k\u00f6nnen hier bestenfalls Tendenzen abbilden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Somit bleibt zu fragen, wie diese kleinr\u00e4umigen Rechtskulturen zustande kommen. Auf einer generellen sozialtheoretischen Ebene lassen sich die betreuungsrechtlichen Anwendungsmuster in Bourdieuscher Begrifflichkeit <em>als spezifische Formen einer habituellen Praxis<\/em> (vgl. Bourdieu 1976, 1986, 1987) deuten, die, wiewohl sozial strukturiert, vor dem Hintergrund lokaler Gegebenheiten durch Gewohnheiten und Einstellungen der handelnden Akteure entstehen. Rechtssoziologisch gesehen handelt es sich um einen <em>Pluralismus des lebenden Rechts<\/em> (vgl. Fuchs 2013a), der Anspr\u00fcchen einheitlicher Steuerung und durchgehend rechtsstaatlicher Zur\u00fcckhaltung beim Gebrauch grundrechtseingreifender Ma\u00dfnahmen deutlich zuwiderl\u00e4uft. Im Hinblick auf die konkreten Unterschiede zwischen den gr\u00f6\u00dferen Regionen, wie sie sich in den Modellen abgebildet haben, fallen f\u00fcr \u00d6sterreich und die Schweiz die \u2013 multivariat kontrollierten \u2013 geringeren Raten im zentralen Alpenraum (West\u00f6sterreich und deutschsprachige Schweiz) auf. M\u00f6glicherweise tr\u00e4gt die informelle soziale Unterst\u00fctzungs- und Kontrollpraxis \u00fcberschaubarer Sozialgebilde in T\u00e4lern <em>ceteris paribus<\/em> tats\u00e4chlich zu einer zur\u00fcckhaltenderen Betreuungsrechtsmobilisierung bei. Die Unterschiede d\u00fcrfen freilich nicht naiv \u201ev\u00f6lkisch\u201c oder \u201eklimatisch\u201c erkl\u00e4rt werden. Die st\u00e4rkere Inanspruchnahme des Sachwalterrechts in Ost\u00f6sterreich passt immerhin zu Rechtsanwendungsmustern im Strafrecht, die dort bereits seit Jahrzehnten ebenfalls eine interventionsfreudigere Rechtskultur als im Westen des Landes anzeigen (vgl. Fuchs 2010). In der Schweiz l\u00e4ge es nahe, die h\u00f6heren Erwachsenenschutzraten in den lateinischsprachigen Gebieten mit der jeweiligen Beh\u00f6rdenzust\u00e4ndigkeit zu erkl\u00e4ren: W\u00e4hrend in den deutschsprachigen Kantonen bis 2013 in erster Linie h\u00e4ufig mit Laien besetzte Gemeinder\u00e4te oder Kommissionen als Vormundschaftsbeh\u00f6rden wirkten, kam diese Funktion in einigen franz\u00f6sischsprachigen Kantonen Gerichten oder Friedensgerichten zu. N\u00e4her besehen zeigt sich zwar in der Tat ein starker Zusammenhang zwischen dieser Organisationsform und der Verh\u00e4ngung des am st\u00e4rksten eingreifenden Instruments der Vormundschaft, jedoch keine bedeutsame Korrelation mit der gesamten Pr\u00e4valenz an Erwachsenenschutzma\u00dfnahmen. Zumindest scheint es nicht so zu sein, dass die professionelle Justizzust\u00e4ndigkeit zu weniger formellen Interventionen f\u00fchrt. Die Gr\u00fcnde f\u00fcr das Entstehen spezifischer Rechtskulturen d\u00fcrften hier indessen wie auch sonst eher in spezifischen Praktiken und Traditionen der zeitlich vorangehenden Mobilisierung des Vertretungsrechts durch Angeh\u00f6rige, Nachbarn, Sozialeinrichtungen und andere Beh\u00f6rden zu suchen sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch der massive Anstieg der Fallzahlen in allen drei L\u00e4ndern kann ausreichend weder durch \u00c4nderungen des positiven Rechts noch durch auf die Organisation der Verwaltung gerichtete Normen erkl\u00e4rt werden. Das Konzept der Gesetzesrevisionen ist in allen hier untersuchten L\u00e4ndern jeweils auf Reduktion der Arbeits- und Kostenlast ausgelegt, eine Wirkung, die bis in die j\u00fcngste Vergangenheit hinein kaum jemals erzielt werden konnte. Hingegen gibt es Hinweise auf ein immer tieferes Eindringen von Verrechtlichung in alle Lebenswelten, verbunden mit einer Zur\u00fcckdr\u00e4ngung der Bereitschaft zur informellen Regelung von Bed\u00fcrftigkeiten, durchaus im Zusammenhang mit der stetigen Ausweitung des terti\u00e4ren Sektors hin zur zunehmend \u201eprofessionalisierten\u201c Dienstleistungsgesellschaft (vgl. Estermann 2014b sowie Amann &amp; Estermann 2013). Rechtliche Vertretungsverh\u00e4ltnisse nehmen in allen Altersklassen zu, nicht nur bei den von Demenz und anderen Gebrechen bedrohten \u00e4lteren Personen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Literatur<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ackermann, Annelen, Medjedovic, Irena &amp; Witzel, Andreas (2004) Betreuungsrecht und Betreuungspraxis. Gesetzesentwicklung und Handlungsstrategien zwischen Kostend\u00e4mpfung und Rehabilitation, Zeitschrift f\u00fcr Rechtssoziologie 25, Heft 2, S. 191.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Adler, Reiner (2011) Die Betreuung der Multioptionsgesellschaft. Zur Entwicklung der rechtlichen Vertretung aus Perspektive der Betreuungssoziologie, Betreuungsrechtliche Praxis 2011: 49-56 und 99-102.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Amann, Anton &amp; Estermann, Josef (2013) Pflegevorsorge f\u00fcr die \u00c4lteren \u2013 Probleme der Systemintegration , S. 199-217 in J. Estermann, J. Page &amp; U. Steckeisen (Hrsg.), Alte und neue Gesundheitsberufe. Soziologische und gesundheitswissenschaftliche Beitr\u00e4ge zum Kongress \u201eGesundheitswesen im Wandel\u201c, M\u00fcnster und Beckenried.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Baker, Monya (2016) Statisticians issue warning on P values. Statement aims to halt missteps in the quest for certainty, nature 531: 151.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bambra, Claire (2005) Cash Versus Services: \u2018Worlds of Welfare\u2019 and the Decommodification of Cash Benefits and Health Care Services, Journal of Social Policy 34: 195. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Barta, Heinz (2004) Zivilrecht \u2013 Grundriss und Einf\u00fchrung in das Rechtsdenken, 2. Auflage. Wien: WUV. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bernet, Brigitta (2007) \u201eDer b\u00fcrgerliche Tod\u201c: Entm\u00fcndigungsangst, Psychiatriekritik und die Krise des liberalen Subjektentwurfs um 1900, S. 117-153 in M. Meier, B.,Bernet, R. Dubach, &amp; U. Germann (Hrsg.), Zwang zur Ordnung \u2013 Psychiatrie im Kanton Z\u00fcrich, 1870-1970, Z\u00fcrich: Chronos. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Blankenburg, Erhard (1994) The Infrastructure of Avoiding Civil Litigation: Comparing Cultures of Legal Behaviour in the Netherlands and West Germany, Law and Society Review 27: 789-808.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Blankman, Kees (1997) Guardianship Models in the Netherlands and in Western Europe, International Journal of Law and Psychiatry 20, Nr. 1: 47-57. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Borgmann, Brigitte (1972) Mors civilis \u2013 Die Bildung des Begriffs im Mittelalter und sein Fortleben im franz\u00f6sischen Recht der Neuzeit, Ius Commune 4, S. 81-157. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Botschaft zur \u00c4nderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (Erwachsenenschutz, Personenrecht und Kindesrecht) vom 28. Juni 2006, BBl 2006: 7001-7138, Bern. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bourdieu, Pierre (1976) Entwurf einer Theorie der Praxis \u2013 auf der ethnologischen Grundlage der kabylischen Gesellschaft, Frankfurt am Main: Suhrkamp. Bourdieu, Pierre (1986) La force du droit. El\u00e9ments pour une sociologie du champ juridique, Actes de la recherche en sciences sociales 64: 3. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bourdieu, Pierre (1987) Sozialer Sinn \u2013 Kritik der theoretischen Vernunft, Frankfurt am Main: Suhrkamp.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Brill, Karl-Ernst (2004) Mehr Hilfebed\u00fcrftige? Psychosoziale Umschau 2\/2004: 33. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bundestag (1975) Bundestag Drucksache 7\/4200. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bundestag (1986) Bundestag Drucksache 10\/5970. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bundestag (1989) Bundestag Drucksache 11\/4528. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bundestag (1997) Bundestag Drucksache 13\/7133. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Coeppicus, Rolf (2000) Faszinierende Zahlen im Betreuungsrecht, Rechtspfleger 2000: 50. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Crefeld, Wolf (2006) Vom b\u00fcrgerlichen Tod der Entm\u00fcndigung und der Rechtsf\u00fcrsorge f\u00fcr psychisch beeintr\u00e4chtigte Menschen. Die wechselvolle Geschichte eines Rechtsinstituts, Soziale Arbeit 7-8\/2006: 246. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Crefeld, Wolf (2008) Das durchschnittliche Risiko, betreut zu werden. http:\/\/www.bgt-ev.de\/fileadmin\/Mediendatenbank\/Wegweiser\/Das_durchschnittliche_Risiko_betreut_zu_werden.pdf (zuletzt besucht am 30.4.2015). <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deinert, Horst (2007) Betreuungszahlen 2005, Betreuungsrechtliche Praxis 2007: 3. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deinert, Horst (2012) Betreuungszahlen 2011, Betreuungsrechtliche Praxis 2012: 242.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deinert, Horst (2014) Betreuungszahlen 2013, Betreuungsrechtliche Praxis 2014: 256 f. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deutsches Institut f\u00fcr Urbanistik (1988) Kommunale Leistungen bei Vormundschaften und Pflegschaften f\u00fcr Vollj\u00e4hrige, K\u00f6ln. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Devi, Nandini, Birkenbach, Jerome &amp; Stuckenbach, Gerold (2011) Moving towards substituted or supported decision-making? Article 12 of the Convention on the Rights of Persons with Disabilities, ALTER \u2013 European Journal of Disability Research 5: 249-264. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dhanda, Amita (2007) Legal Capacity in the Disability Rights Convention: Stranglehold of the Past or Lodestar for the Future?, Syracuse International Journal of Law and Commerce 34: 429-462. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doron, Israel (2002) Elder Guardianship Kaleidoscope \u2013 A Comparative Perspective, International Journal of Law, Policy and the Family 16: 368. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doron, Israel (2014) The Demographics of Dementia, S. 15-24 in C. Foster, J. Herring &amp; I. Doron (Hrsg.), The Law and Ethics of Dementia, Oxford\/Portland: Hart.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">D\u00f6rner, Klaus (1984) B\u00fcrger und Irre. Zur Sozialgeschichte und Wissenschaftsgeschichte der Psychiatrie, \u00dcberarbeitete Neuauflage, Frankfurt: Europ\u00e4ische Verlagsanstalt. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">During, Margrit (2001) Lebenslagen von betreuten Menschen \u2013 Eine rechtssoziologische Untersuchung, Opladen: Leske + Budrich. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Durkheim, \u00c9mile (2009 [1894]) Les R\u00e8gles de la m\u00e9thode sociologique, Paris: Payot. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ehrlich, Eugen (1909) Die Rechtsf\u00e4higkeit, Berlin: Puttkammer &amp; M\u00fchlbrecht. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ehrlich Eugen (1913) Grundlegung der Soziologie des Rechts, Berlin: Duncker &amp; Humblot. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Engels, Dietrich et al. (2009) ADEL \u2013 Advocacies for frail and incompetent erlderly in Europe. Interim Report. K\u00f6ln: Unver\u00f6ffentlichter Forschungsbericht. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Engels, Dietrich &amp; K\u00f6ller, Regine (2009) Betreuungsrecht \u2013 Entwicklung der rechtlichen Stellvertretung in Deutschland, S. 101-116 in R. Kreissl (Hrsg.), Citizen by Proxy und Individualrechte \u2013 \u00dcber das Rechtssubjekt und seine Stellvertreter, Wien: LIT. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Estermann, Josef (2009) Quod non est in actis non est in mundo. Standards und Modi der Sachverhaltsfeststellung in gerichtlichen Verfahren, S. 180-192 in J. Estermann (Hrsg.), Interdisziplin\u00e4re Rechtsforschung zwischen Rechtswirklichkeit, Rechtsanalyse und Rechtsgestaltung, Bern: St\u00e4mpfli. <a href=\"https:\/\/scholar.google.com\/scholar?q=Estermann, Josef (2009) Quod non est in actis non est in mundo. Standards und Modi der Sachverhaltsfeststellung in gerichtlichen Verfahren, S. 180-192 in J. Estermann (Hrsg.), Interdisziplin\u00e4re Rechtsforschung zwischen Rechtswirklichkeit, Rechtsanalyse und Rechtsgestaltung, Bern: St\u00e4mpfli.\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">Suche in Google Scholar<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Estermann, Josef (2013) Reanalyse der Fallzahlen im Erwachsenenschutzrecht, Zeitschrift f\u00fcr Kindes- und Erwachsenenschutz 2\/2013: 71-78. <a href=\"https:\/\/scholar.google.com\/scholar?q=Estermann, Josef (2013) Reanalyse der Fallzahlen im Erwachsenenschutzrecht, Zeitschrift f\u00fcr Kindes- und Erwachsenenschutz 2\/2013: 71-78.\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">Suche in Google Scholar<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Estermann, Josef (2014a) Rechtssoziologie, Bulletin der Vereinigung der Schweizerischen Hochschuldozierenden, 1\/2014: 63-69. <a href=\"https:\/\/scholar.google.com\/scholar?q=Estermann, Josef (2014a) Rechtssoziologie, Bulletin der Vereinigung der Schweizerischen Hochschuldozierenden, 1\/2014: 63-69.\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">Suche in Google Scholar<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Estermann, Josef (2014b) Macht, Recht, \u00d6konomie und Kontrolle im Kontext der Pflegevorsorge bei betagten Personen, S. 255-268 in A. Amann &amp; F. Kolland (Hrsg.), Das erzwungene Paradies des Alters? Weitere Fragen an eine kritische Gerontologie, 2.A., Wiesbaden: Springer. <a href=\"https:\/\/scholar.google.com\/scholar?q=Estermann, Josef (2014b) Macht, Recht, \u00d6konomie und Kontrolle im Kontext der Pflegevorsorge bei betagten Personen, S. 255-268 in A. Amann &amp; F. Kolland (Hrsg.), Das erzwungene Paradies des Alters? Weitere Fragen an eine kritische Gerontologie, 2.A., Wiesbaden: Springer.\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">Suche in Google Scholar<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Expertenkommission (2003) Expertenkommission f\u00fcr die Gesamtrevision des Vormundschaftsrechts, Bericht zum Vorentwurf f\u00fcr eine Revision des Zivilgesetzbuchs (Erwachsenenschutz, Personen- und Kindesrecht), Bern, Juni 2003. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Forster, Rudolf et al. (1989) Sachwalterschaftsstatistik 1984 bis 1988. Wien: Ludwig Boltzmann-Institut f\u00fcr Medizinsoziologie. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Foucault, Michel (1973) Wahnsinn und Gesellschaft \u2013 Eine Geschichte des Wahns im Zeitalter der Vernunft, Frankfurt am Main: Suhrkamp. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Fraenkel, Ernst (1974) Der Doppelstaat. Hamburg: Europ\u00e4ische Verlagsanstalt. <a href=\"https:\/\/scholar.google.com\/scholar?q=Fraenkel, Ernst (1974) Der Doppelstaat. Hamburg: Europ\u00e4ische Verlagsanstalt.\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">Suche in Google Scholar<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Friedman, Lawrence (1975) The legal system: a social science perspective. New York: The Russell Sage Foundation. <a href=\"https:\/\/scholar.google.com\/scholar?q=Friedman, Lawrence (1975) The legal system: a social science perspective. New York: The Russell Sage Foundation.\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">Suche in Google Scholar<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Fuchs, Walter (2010) Lokale Rechtskulturen im Sachwalterrecht \u2013 Eine multivariate Analyse, Interdisziplin\u00e4re Zeitschrift f\u00fcr Familienrecht, 6\/2010: 318-323. <a href=\"https:\/\/scholar.google.com\/scholar?q=Fuchs, Walter (2010) Lokale Rechtskulturen im Sachwalterrecht \u2013 Eine multivariate Analyse, Interdisziplin\u00e4re Zeitschrift f\u00fcr Familienrecht, 6\/2010: 318-323.\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">Suche in Google Scholar<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Fuchs, Walter (2013) Rechtliche Betreuung als Krankheitstreiber, S. 103-132 in M. Dellwing &amp; M. Harbusch (Hrsg.), Krankheitskonstruktionen und Krankheitstreiberei \u2013 Die Renaissance der soziologischen Psychiatriekritik, Wiesbaden: Springer VS. <a href=\"https:\/\/scholar.google.com\/scholar?q=Fuchs, Walter (2013) Rechtliche Betreuung als Krankheitstreiber, S. 103-132 in M. Dellwing &amp; M. Harbusch (Hrsg.), Krankheitskonstruktionen und Krankheitstreiberei \u2013 Die Renaissance der soziologischen Psychiatriekritik, Wiesbaden: Springer VS.\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">Suche in Google Scholar<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Fuchs, Walter (2013a) Eugen Ehrlich und der Rechtspluralismus, S. 115-134 in H. Barta, M. Ganner &amp; C. Voithofer (Hrsg.), Zu Eugen Ehrlichs 150. Geburtstag und 90. Todestag, Innsbrucker Beitr\u00e4ge zur Rechtstatsachenforschung 5, Innsbruck: Innsbruck University Press. <a href=\"https:\/\/scholar.google.com\/scholar?q=Fuchs, Walter (2013a) Eugen Ehrlich und der Rechtspluralismus, S. 115-134 in H. Barta, M. Ganner &amp; C. Voithofer (Hrsg.), Zu Eugen Ehrlichs 150. Geburtstag und 90. Todestag, Innsbrucker Beitr\u00e4ge zur Rechtstatsachenforschung 5, Innsbruck: Innsbruck University Press.\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">Suche in Google Scholar<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Fuchs, Walter (2014) Wie hoch ist der potenzielle Bedarf an Ma\u00dfnahmen zur Unterst\u00fctzung der rechtlichen Handlungsf\u00e4higkeit? Eine Sch\u00e4tzung anhand epidemiologischer Erkenntnisse zur Verbreitung psychischer Krankheiten und kognitiver Behinderungen, IRKS Working Paper Nr. 17, Wien: Institut f\u00fcr Rechts- und Kriminalsoziologie. <a href=\"https:\/\/scholar.google.com\/scholar?q=Fuchs, Walter (2014) Wie hoch ist der potenzielle Bedarf an Ma\u00dfnahmen zur Unterst\u00fctzung der rechtlichen Handlungsf\u00e4higkeit? Eine Sch\u00e4tzung anhand epidemiologischer Erkenntnisse zur Verbreitung psychischer Krankheiten und kognitiver Behinderungen, IRKS Working Paper Nr. 17, Wien: Institut f\u00fcr Rechts- und Kriminalsoziologie.\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">Suche in Google Scholar<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Fuchs, Walter &amp; Hammerschick, Walter (2013) Sachwalterschaft, Clearing und Alternativen zur Sachwalterschaft, Forschungsbericht, Wien: Institut f\u00fcr Rechts- und Kriminalsoziologie. <a href=\"https:\/\/scholar.google.com\/scholar?q=Fuchs, Walter &amp; Hammerschick, Walter (2013) Sachwalterschaft, Clearing und Alternativen zur Sachwalterschaft, Forschungsbericht, Wien: Institut f\u00fcr Rechts- und Kriminalsoziologie.\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">Suche in Google Scholar<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gallati, Mischa (2015) Entm\u00fcndigt \u2013 Vormundschaft in der Stadt Bern, 1920-1950, Z\u00fcrich: Chronos. <a href=\"https:\/\/scholar.google.com\/scholar?q=Gallati, Mischa (2015) Entm\u00fcndigt \u2013 Vormundschaft in der Stadt Bern, 1920-1950, Z\u00fcrich: Chronos.\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">Suche in Google Scholar<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ganner, Michael (2012) Die Sachwalterschaft im europ\u00e4ischen Vergleich, S. 57-68 in H. Barta, M. Ganner &amp; C. Voithofer (Hrsg.), 200 Jahre ABGB 1811 \u2013 2011. Innsbrucker Beitr\u00e4ge zur Rechtstatsachenforschung 4, Innsbruck: Innsbruck University Press. <a href=\"https:\/\/scholar.google.com\/scholar?q=Ganner, Michael (2012) Die Sachwalterschaft im europ\u00e4ischen Vergleich, S. 57-68 in H. Barta, M. Ganner &amp; C. Voithofer (Hrsg.), 200 Jahre ABGB 1811 \u2013 2011. Innsbrucker Beitr\u00e4ge zur Rechtstatsachenforschung 4, Innsbruck: Innsbruck University Press.\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">Suche in Google Scholar<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Genevois-Malherbe, Paskall (2012) Les majeurs prot\u00e9g\u00e9s en France: d\u00e9nombrement, caract\u00e9ristiques et dynamique d\u2019une sous-population m\u00e9connue, Bordeaux: Universit\u00e9 Montesquieu. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gerodetti, Natalia (2005) Modernising Sexualities: Towards a Socio-Historical Understanding of Sexualities in the Swiss Nation, Bern: Peter Lang. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Goffman, Erving (1973) Asyle \u2013 \u00dcber die soziale Situation psychiatrischer Patienten, Frankfurt am Main: Suhrkamp. <a href=\"https:\/\/scholar.google.com\/scholar?q=Goffman, Erving (1973) Asyle \u2013 \u00dcber die soziale Situation psychiatrischer Patienten, Frankfurt am Main: Suhrkamp.\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">Suche in Google Scholar<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gross, Peter (1994) Die Multioptionsgesellschaft, Frankfurt am Main: Suhrkamp. <a href=\"https:\/\/scholar.google.com\/scholar?q=Gross, Peter (1994) Die Multioptionsgesellschaft, Frankfurt am Main: Suhrkamp.\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">Suche in Google Scholar<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gr\u00f6mping, Ulrike (2006) Relative Importance for Linear Regression in R: The Package relaimpo, Journal of Statistical Software 1\/17: 1-27. <a href=\"https:\/\/scholar.google.com\/scholar?q=Gr\u00f6mping, Ulrike (2006) Relative Importance for Linear Regression in R: The Package relaimpo, Journal of Statistical Software 1\/17: 1-27.\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">Suche in Google Scholar<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Habermas, J\u00fcrgen (1981) Theorie des kommunikativen Handelns. Band 2. Zur Kritik der funktionalistischen Vernunft. Frankfurt am Main: Suhrkamp. <a href=\"https:\/\/scholar.google.com\/scholar?q=Habermas, J\u00fcrgen (1981) Theorie des kommunikativen Handelns. Band 2. Zur Kritik der funktionalistischen Vernunft. Frankfurt am Main: Suhrkamp.\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">Suche in Google Scholar<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hammerschick, Walter &amp; Pilgram, Arno (2005) Die Sachwalterschaft \u2013 vom Schutz zum inflation\u00e4ren Eingriff in die Autonomie alter Menschen? S. 19-34 in P. M. Hoffmann, P. Michael. &amp; A. Pilgram (Hrsg.), Autonomie im Alter \u2013 Stellvertretungsregelungen und Schutzrechte. Ein internationaler Vergleich. Wien: NWV. <a href=\"https:\/\/scholar.google.com\/scholar?q=Hammerschick, Walter &amp; Pilgram, Arno (2005) Die Sachwalterschaft \u2013 vom Schutz zum inflation\u00e4ren Eingriff in die Autonomie alter Menschen? S. 19-34 in P. M. Hoffmann, P. Michael. &amp; A. Pilgram (Hrsg.), Autonomie im Alter \u2013 Stellvertretungsregelungen und Schutzrechte. Ein internationaler Vergleich. Wien: NWV.\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">Suche in Google Scholar<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hammerschick, Walter &amp; Mayrhofer, Hemma (2015) Soziologische Begleitforschung und Evaluierung des Modellprojekts \u201eUnterst\u00fctzung zur Selbstbestimmung\u201c, Forschungsbericht, Wien: Institut f\u00fcr Rechts- und Kriminalsoziologie. <a href=\"https:\/\/scholar.google.com\/scholar?q=Hammerschick, Walter &amp; Mayrhofer, Hemma (2015) Soziologische Begleitforschung und Evaluierung des Modellprojekts \u201eUnterst\u00fctzung zur Selbstbestimmung\u201c, Forschungsbericht, Wien: Institut f\u00fcr Rechts- und Kriminalsoziologie.\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">Suche in Google Scholar<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hauptmann, Gerhart (2011) Vor Sonnenuntergang, 17. Auflage, Berlin: Ullstein. <a href=\"https:\/\/scholar.google.com\/scholar?q=Hauptmann, Gerhart (2011) Vor Sonnenuntergang, 17. Auflage, Berlin: Ullstein.\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">Suche in Google Scholar<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Heussen, Benno (2006) Die Anwaltsdichte in der Schweiz, \u00d6sterreich und Deutschland im Verh\u00e4ltnis zu anderen Staaten \u2013 Ein internationaler Vergleich, Anwaltsrevue 10\/2006: 392-396. <a href=\"https:\/\/scholar.google.com\/scholar?q=Heussen, Benno (2006) Die Anwaltsdichte in der Schweiz, \u00d6sterreich und Deutschland im Verh\u00e4ltnis zu anderen Staaten \u2013 Ein internationaler Vergleich, Anwaltsrevue 10\/2006: 392-396.\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">Suche in Google Scholar<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Holzhauer, Heinz (1988) Empfiehlt es sich, das Entm\u00fcndigungsrecht, das Recht der Vormundschaft und der Pflegschaft \u00fcber Erwachsene sowie das Unterbringungsrecht neu zu ordnen? \u2013 Gutachten B (Juristisches Teilgutachten), S. B11-B117 in St\u00e4ndige Deputation des Deutschen Juristentages (Hrsg.), Verhandlungen des Siebenundf\u00fcnfzigsten Deutschen Juristentag Mainz 1988, Band 1, M\u00fcnchen: C.H. Beck. <a href=\"https:\/\/scholar.google.com\/scholar?q=Holzhauer, Heinz (1988) Empfiehlt es sich, das Entm\u00fcndigungsrecht, das Recht der Vormundschaft und der Pflegschaft \u00fcber Erwachsene sowie das Unterbringungsrecht neu zu ordnen? \u2013 Gutachten B (Juristisches Teilgutachten), S. B11-B117 in St\u00e4ndige Deputation des Deutschen Juristentages (Hrsg.), Verhandlungen des Siebenundf\u00fcnfzigsten Deutschen Juristentag Mainz 1988, Band 1, M\u00fcnchen: C.H. Beck.\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">Suche in Google Scholar<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jacobi, Frank &amp; Kessler-Scheil, Sonia (2013) Epidemiologie psychischer St\u00f6rungen: H\u00e4ufigkeit und Krankheitslast in Deutschland, Psychotherapeut 58: 191-206. <a href=\"https:\/\/scholar.google.com\/scholar?q=Jacobi, Frank &amp; Kessler-Scheil, Sonia (2013) Epidemiologie psychischer St\u00f6rungen: H\u00e4ufigkeit und Krankheitslast in Deutschland, Psychotherapeut 58: 191-206.\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">Suche in Google Scholar<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Johnson, Jeff W. (2000) A Heuristic Method for Estimating the Relative Weight of Predictor Variables in Multiple Regression, Multivariate Behavioral Research 35: 1-19. <a href=\"https:\/\/scholar.google.com\/scholar?q=Johnson, Jeff W. (2000) A Heuristic Method for Estimating the Relative Weight of Predictor Variables in Multiple Regression, Multivariate Behavioral Research 35: 1-19.\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">Suche in Google Scholar<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Johnson, Jeff W. &amp; LeBreton, James M. (2004) History and Use of Relative Importance Indices in Organizational Research, Organizational Research Methods 7: 238-257. <a href=\"https:\/\/scholar.google.com\/scholar?q=Johnson, Jeff W. &amp; LeBreton, James M. (2004) History and Use of Relative Importance Indices in Organizational Research, Organizational Research Methods 7: 238-257.\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">Suche in Google Scholar<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kabacoff, Robert I. (2011) R in Action \u2013 Data analysis and graphics with R, Shelter Island: Manning. <a href=\"https:\/\/scholar.google.com\/scholar?q=Kabacoff, Robert I. (2011) R in Action \u2013 Data analysis and graphics with R, Shelter Island: Manning.\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">Suche in Google Scholar<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">KOKES, Konferenz der Kantone f\u00fcr Kindes- und Erwachsenenschutz (1996ff) Schweizerische Vormundschaftsstatistik 1996, ZVW 2\/3\/1998, S. 125-128, und fortfolgende Ausgaben der ZVW (sp\u00e4ter ZKE), Zugang auch \u00fcber http:\/\/www.kokes.ch\/de\/04-dokumentation\/01-fruehere-jahre. php?navid=15, (zuletzt besucht am 29.01.2014). <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">K\u00f6ller, Regine &amp; Dietrich Engels (2011) Ausgabenmonitoring und Expertisen zum Betreuungsrecht, Betreuungsrechtliche Praxis Sonderheft 2011: 4. <a href=\"https:\/\/scholar.google.com\/scholar?q=K\u00f6ller, Regine &amp; Dietrich Engels (2011) Ausgabenmonitoring und Expertisen zum Betreuungsrecht, Betreuungsrechtliche Praxis Sonderheft 2011: 4.\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">Suche in Google Scholar<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kreissl, Reinhard, Pilgram, Arno, Hanak, Gerhard &amp; Neumann, Alexander (2009) Auswirkungen des Sachwalterrechts\u00e4nderungsgesetzes 2006 (SWR\u00c4G) unter Ber\u00fccksichtigung der neueren Alternativen zur Sachwalterschaft auf die Betroffenen und ihr Umfeld, auf die Praxis der Gerichte und den Bedarf an Sachwalterschaft, Forschungsbericht, Wien: Institut f\u00fcr Rechts- und Kriminalsoziologie. <a href=\"https:\/\/scholar.google.com\/scholar?q=Kreissl, Reinhard, Pilgram, Arno, Hanak, Gerhard &amp; Neumann, Alexander (2009) Auswirkungen des Sachwalterrechts\u00e4nderungsgesetzes 2006 (SWR\u00c4G) unter Ber\u00fccksichtigung der neueren Alternativen zur Sachwalterschaft auf die Betroffenen und ihr Umfeld, auf die Praxis der Gerichte und den Bedarf an Sachwalterschaft, Forschungsbericht, Wien: Institut f\u00fcr Rechts- und Kriminalsoziologie.\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">Suche in Google Scholar<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Lie\u00dffeld, Holger (2012) Betreuungsrecht in der Praxis \u2013 Geschichte, Grundlagen und Planung rechtlicher Betreuung, Wiesbaden: Springer VS. <a href=\"https:\/\/scholar.google.com\/scholar?q=Lie\u00dffeld, Holger (2012) Betreuungsrecht in der Praxis \u2013 Geschichte, Grundlagen und Planung rechtlicher Betreuung, Wiesbaden: Springer VS.\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">Suche in Google Scholar<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Lipp, Volker (2000) Freiheit und F\u00fcrsorge: Der Mensch als Rechtsperson. Zu Funktion und Stellung der rechtlichen Betreuung im Privatrecht, T\u00fcbingen: Mohr Siebeck. <a href=\"https:\/\/scholar.google.com\/scholar?q=Lipp, Volker (2000) Freiheit und F\u00fcrsorge: Der Mensch als Rechtsperson. Zu Funktion und Stellung der rechtlichen Betreuung im Privatrecht, T\u00fcbingen: Mohr Siebeck.\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">Suche in Google Scholar<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Luhmann, Niklas (1993) Das Recht der Gesellschaft, Frankfurt am Main: Suhrkamp. <a href=\"https:\/\/scholar.google.com\/scholar?q=Luhmann, Niklas (1993) Das Recht der Gesellschaft, Frankfurt am Main: Suhrkamp.\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">Suche in Google Scholar<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Meier, Philippe (1992) R\u00e9vision du droit de la tutelle \u2013 Tentative d\u2019analyse statistique, in ZVW 1992: 171-189. <a href=\"https:\/\/scholar.google.com\/scholar?q=Meier, Philippe (1992) R\u00e9vision du droit de la tutelle \u2013 Tentative d\u2019analyse statistique, in ZVW 1992: 171-189.\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">Suche in Google Scholar<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nationalrat (1981) 742 der Beilagen zu den Stenographischen Protokollen des Nationalrats XV. GP. Online: http:\/\/www.parlament.gv.at\/PAKT\/VHG\/XV\/I\/I_00742\/imfname_280312.pdf (zuletzt besucht am 30.4.2015). <a href=\"https:\/\/scholar.google.com\/scholar?q=Nationalrat (1981) 742 der Beilagen zu den Stenographischen Protokollen des Nationalrats XV. GP. Online: http:\/\/www.parlament.gv.at\/PAKT\/VHG\/XV\/I\/I_00742\/imfname_280312.pdf (zuletzt besucht am 30.4.2015).\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">Suche in Google Scholar<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Palumbo, Giuliana et al. (2013) The Economics of Civil Justice: New Cross-Country Data and Empirics, OECD Economics Department Working Papers No. 1060. <a href=\"https:\/\/scholar.google.com\/scholar?q=Palumbo, Giuliana et al. (2013) The Economics of Civil Justice: New Cross-Country Data and Empirics, OECD Economics Department Working Papers No. 1060.\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">Suche in Google Scholar<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Pilgram, Arno, Neumann, Alexander, Hanak, Gerhard &amp; Kreissl, Reinhard (2009) Entwicklung von Kennzahlen f\u00fcr die gerichtliche Sachwalterrechtspraxis als Grundlage f\u00fcr die Absch\u00e4tzung des Bedarfs an Vereinssachwalterschaft, Forschungsbericht, Wien: Institut f\u00fcr Rechts- und Kriminalsoziologie. <a href=\"https:\/\/scholar.google.com\/scholar?q=Pilgram, Arno, Neumann, Alexander, Hanak, Gerhard &amp; Kreissl, Reinhard (2009) Entwicklung von Kennzahlen f\u00fcr die gerichtliche Sachwalterrechtspraxis als Grundlage f\u00fcr die Absch\u00e4tzung des Bedarfs an Vereinssachwalterschaft, Forschungsbericht, Wien: Institut f\u00fcr Rechts- und Kriminalsoziologie.\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">Suche in Google Scholar<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Prantl, Heribert (1997) Im starken Staat kommt der Schwache zuletzt, Betreuungsrechtliche Praxis 1997: 3-6. <a href=\"https:\/\/scholar.google.com\/scholar?q=Prantl, Heribert (1997) Im starken Staat kommt der Schwache zuletzt, Betreuungsrechtliche Praxis 1997: 3-6.\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">Suche in Google Scholar<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Rosenow, Roland (2007) Die Funktionalisierung der rechtlichen Betreuung durch den Sozialstaat, Betreuungsrechtliche Praxis 2007: 195. <a href=\"https:\/\/scholar.google.com\/scholar?q=Rosenow, Roland (2007) Die Funktionalisierung der rechtlichen Betreuung durch den Sozialstaat, Betreuungsrechtliche Praxis 2007: 195.\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">Suche in Google Scholar<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Savigny, Friedrich Carl (1840) System des heutigen R\u00f6mischen Rechts, 2. Band, Berlin: Veit und Comp. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Stremlow, J\u00fcrgen (2001) Grosse Unterschiede in der Vormundschaftspraxis der Kantone, in ZVW 5\/2001: 267-279. <a href=\"https:\/\/scholar.google.com\/scholar?q=Stremlow, J\u00fcrgen (2001) Grosse Unterschiede in der Vormundschaftspraxis der Kantone, in ZVW 5\/2001: 267-279.\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">Suche in Google Scholar<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Stremlow, J\u00fcrgen, Affolter, Kurt, H\u00e4feli, Christoph, M\u00fcller, Stefan &amp; Voll, Peter (2002) Weiterentwicklung der schweizerischen Vormundschaftsstatistik. Schlussbericht, Luzern: HSA Luzern, Institut WDF. <a href=\"https:\/\/scholar.google.com\/scholar?q=Stremlow, J\u00fcrgen, Affolter, Kurt, H\u00e4feli, Christoph, M\u00fcller, Stefan &amp; Voll, Peter (2002) Weiterentwicklung der schweizerischen Vormundschaftsstatistik. Schlussbericht, Luzern: HSA Luzern, Institut WDF.\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">Suche in Google Scholar<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Teubner, Gunther (1989) Recht als autopoietisches System, Frankfurt am Main: Suhrkamp. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weinriefer, Gertrud (1987) Die Entm\u00fcndigung wegen Geisteskrankheit und Geistesschw\u00e4che \u2013 Bestandsaufnahme und Versuch einer begrifflichen Kl\u00e4rung, Berlin: Duncker &amp; Humblot.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wittchen, H.U. et al. (2011) The size and burden of mental disorders and other disorders of the brain in Europe 2010, European Neuropsychopharmacology 21: 655-679. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wojnar Jan (1992) Der Betreute \u2013 ein unbekanntes Wesen? \u00dcber die Bedeutung demographischer und epidemiologischer Daten f\u00fcr die Fragen der Betreuung, Betreuungsrechtliche Praxis 1992: 16.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zenz, Gisela, von Eicken, Barbara, Ernst, Ellen &amp; Hofmann, Cornelia (1987) Vormundschaft und Pflegschaft f\u00fcr Vollj\u00e4hrige. Eine Untersuchung zur Praxis und Kritik des geltenden Rechts, K\u00f6ln: Bundesanzeiger. ProLitter<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/pl01.owen.prolitteris.ch\/na\/plzm.2e2baba3-3128-4ab9-9c2a-8aadef52c71f\" width=\"1\" height=\"1\">is<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weiterlesen: Verlagsprodukte \u00a9 ProLitteris Josef Estermann und Walter Fuchs Zu H\u00e4ufigkeit und Determinanten rechtlicher Betreuung \u2013 Eine vergleichende Analyse von Daten aus Deutschland, \u00d6sterreich und der Schweiz Zusammenfassung: Die rechtliche Betreuung psychisch erkrankter oder kognitiv behinderter Menschen war in den letzten Jahren in Deutschland, \u00d6sterreich und der Schweiz Gegenstand umfassender Revisionen, welche die damit verbundenen &hellip; <a href=\"https:\/\/www.orlux-ag.ch\/?page_id=1633\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Rechtliche Betreuung Fuchs\/Estermann<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":32,"menu_order":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-1633","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.orlux-ag.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1633","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.orlux-ag.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.orlux-ag.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.orlux-ag.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.orlux-ag.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1633"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/www.orlux-ag.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1633\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2401,"href":"https:\/\/www.orlux-ag.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/1633\/revisions\/2401"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.orlux-ag.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/32"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.orlux-ag.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1633"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}