{"id":191,"date":"2010-04-24T02:28:03","date_gmt":"2010-04-24T02:28:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.orlux-ag.ch\/?page_id=191"},"modified":"2025-12-29T23:20:29","modified_gmt":"2025-12-29T21:20:29","slug":"permutationen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.orlux-ag.ch\/?page_id=191","title":{"rendered":"Permutationen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.orlux-ag.ch\/?page_id=2927\"><strong>Weiterlesen FLUID<\/strong><\/a><br>\u00a9 ProLitter<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/pl01.owen.prolitteris.ch\/na\/plzm.296d9e2b-4614-43e5-80f3-1227ed6841e3\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\">is, Vera Rothamel Josef Estermann <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group is-nowrap is-layout-flex wp-container-core-group-is-layout-8f761849 wp-block-group-is-layout-flex\"><div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft\"><img decoding=\"async\" src=\"\/bild\/9783907230183_.jpg\" alt=\"\"\/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<div data-wp-interactive=\"core\/file\" class=\"wp-block-file\"><object data-wp-bind--hidden=\"!state.hasPdfPreview\" hidden class=\"wp-block-file__embed\" data=\"https:\/\/www.orlux-ag.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/24xPermutationen-undkombinationen.pdf\" type=\"application\/pdf\" style=\"width:100%;height:600px\" aria-label=\"Einbettung von 24xPermutationen-undkombinationen.\"><\/object><a id=\"wp-block-file--media-97b08811-704c-492a-a3dd-2084d9d38806\" href=\"https:\/\/www.orlux-ag.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/24xPermutationen-undkombinationen.pdf\">24xPermutationen-undkombinationen<\/a><a href=\"https:\/\/www.orlux-ag.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/24xPermutationen-undkombinationen.pdf\" class=\"wp-block-file__button wp-element-button\" download aria-describedby=\"wp-block-file--media-97b08811-704c-492a-a3dd-2084d9d38806\">Herunterladen<\/a><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"> <br>Mit farbigen Abbildungen des Produktionsprozesses von Lithografien und der Werke selber in hoher Qualit\u00e4t. Einige Original-Lithografien (Auflage: je 6 von 24 permutierten Lithografien auf Rives B\u00fctten) von Vera Rothamel sind noch erh\u00e4ltlich.     prolitter<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/pl01.owen.prolitteris.ch\/na\/plzm.69412e14-398a-42cc-b2e6-26d0c9c42f4a\" height=\"1\" width=\"1\" border=\"0\">is<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">40 S. &#8211; 29,5 x 21,0 cm<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Preis Fr. 60.-\u00a0 Eur 50.-<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.orlux-ag.ch\/?page_id=8\">Bestellen<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.verarothamel.ch\">zur K\u00fcnstlerin<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Fotografien des Produktionsprozesses<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"\/bild\/PICT0059.jpg\" alt=\"\" title=\"PICT0059.jpg\"\/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"\/bild\/PICT0060.jpg\" alt=\"\" title=\"PICT0060.jpg\"\/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"\/bild\/PICT0088.jpg\" alt=\"\" title=\"PICT0088.jpg\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Waisal und Adem bei der Vorbereitung des Steines<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Josef Estermann<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Permutationen und Kombinationen \u2013 Art and Science<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Ein Lithographieprojekt von Vera Rothamel<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kunst und Wissenschaft verbindet das Spannungsverh\u00e4ltnis von kreativer Fantasie und methodischer Exaktheit. Die kreative Fantasie ist der wissenschaftliche Kern der Theoriebildung und der k\u00fcnstlerische Kern der Gestaltung. Die methodische Exaktheit ist Konstitutionsbedingung jeder wissenschaftlichen Disziplin oder jedes Versuchs einer Transdisziplinarit\u00e4t und die notwendige Bedingung jeder Arbeit, welche die Bezeichnung Kunst zu Recht tr\u00e4gt. Transdisziplinarit\u00e4t steht in strenger Abgrenzung zur so genannten Interdisziplinarit\u00e4t, die sich kaum je um die Konstitutionsbedingungen der jeweils beteiligten Disziplinen k\u00fcmmert und aus diesem Grunde regelm\u00e4ssig zu h\u00f6chstens partiell g\u00fcltigen Ergebnissen f\u00fchrt, da die Gemeinsamkeit nur im betrachteten Gegenstand liegt, nicht aber im Blick auf den Gegenstand: Der interdisziplin\u00e4re Ansatz verbindet die Disziplinen nur insofern, als am selben Gegenstand beispielsweise die Psychologie psychologisiert, die \u00d6konomie \u00f6konomisiert und die Rechtswissenschaft normiert. Der transdisziplin\u00e4re Ansatz erzeugt einen gemeinsamen Blick der Diziplinen unter Ber\u00fccksichtigung deren ureigensten Konstitutionsbedingungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die hier vorgestellte lithografische Arbeit von Vera Rothamel, Permutationen und Kombinationen, folgt einem klaren Konzept nicht-gegenst\u00e4ndlicher Gestaltung, der Farbe als referenzielle Kategorie des Sehens im Kontext der Entwicklung der Produktivkr\u00e4fte im beginnenden dritten Jahrtausend, wo die dritte industrielle Revolution, die kybernetische, ihre volle Bl\u00fcte erreicht. Wie alles Neue nicht bloss die Zerst\u00f6rung des Alten, sondern gleichzeitig auch dessen Assimilation bedeutet, rekurriert k\u00fcnstlerisches Gestalten auf die Summe des bereits Geschaffenen, des Aktualisierten wie des Unbewussten. Ausgehend von der traditionellen Malerei, der farblichen Gestaltung einer Oberfl\u00e4che, die auch von unseren historischen und pr\u00e4historischen Vorfahren nicht nur gegenst\u00e4ndlich begriffen wurde, transformiert die K\u00fcnstlerin ihre eigene Malerei in Tempera mit traditionellen und modernsten Pigmenten in digitale Daten und diese wieder in die im 19. Jahrhundert entstandene Technologie des chemischen Druckverfahrens des Steindrucks, der Mutter s\u00e4mtlicher heute industriell verwendeten Verfahren. Der Steindruck ist auch heute noch das Verfahren der Wahl f\u00fcr K\u00fcnstler, die den ganzen Produktionsprozess in der eigenen Hand halten und nicht nur in der Singularit\u00e4t des Unikats verharren m\u00f6gen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Analog-Digital-Analog<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ausgangsmaterial ist eine klassische nichtgegenst\u00e4ndliche Malerei der K\u00fcnstlerin. Mit einer hochaufl\u00f6senden digitalen Fotokamera erfasst sie einen Ausschnitt. Digitale Kameras erfassen Farb- und Helligkeitswerte in einer Rasterstruktur, welche die ganze Fl\u00e4che in sogenannten Pixel erfasst, denen ein bestimmter Helligkeitwert im RGB-Farbsystem zuordnet wird. Die Pixel sind durch gleiche Abst\u00e4nde ihres Zentrums definiert, in einer echteckigen Struktur angeordnet und k\u00f6nnen prinzipiell jeden Farbwert annehmen. Die resultierende Treppenstruktur ist besonders bei Vergr\u00f6sserungen auff\u00e4llig und steht im Kontrast zu unserem im Grunde analogen und parametrischen optischen Apparat. Vera Rothamel bearbeitet diese Daten in zwei Schritten: Als erstes werden die RGB-Helligkeitswerte nach Farben in vier Ausz\u00fcge getrennt. Mittels eines stochastischen Algorithmus lassen sich dann die Pixel-Informationen in Dichtefunktionen f\u00fcr jeden einzelnen Farbauszug umsetzen und kleinste Punkte zuf\u00e4llig entlang dieser Dichtefunktion zuf\u00e4llig verteilen (Frequenzmodulation anstelle der \u00fcblichen Amplitudenmodulation). Das Verfahren wurde bereits von den Pointillisten zur Generierung einer besonders lebendig erscheinenden gemalten Oberfl\u00e4che verwendet. Hier kann man jedoch davon sprechen, dass ein digitaler stochastischer Prozess aus digitalen, in einem fixen regelm\u00e4ssigen Raster festgehaltenen Daten durch den immanenten Zufall analog \u201enat\u00fcrlich\u201c rekonstruiert, wenn man so will eine digitale Repr\u00e4sentation der Analogie darstellt. Die so generierten vier Datenstrukturen werden auf vier Film \u00fcbertragen, und diese wiederum durch einen photochemischen Prozess auf den lithografischen Stein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nun die zentrale k\u00fcnstlerische Entscheidung: Die (\u00e4sthetisch bestimmte und durch die klassische Farbenlehre inspirierte) Wahl von vier Farben f\u00fcr die im vorgehenden Verfahren getrennten Ausz\u00fcge und der (nicht \u00e4sthetisch sondern mathematisch bestimmte) Wille zur konsequenten Permutation dieser vier Farben hinsichtlich der vier Ausz\u00fcge.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Stochastik und Permutation: Die Zahlen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf die stochastische Reproduktion der Analogie durch einen Zufallsgenerator, oder wenn man so will, das computergenerierte pointilliste Spritzen kleinster Farbtupfer auf einen Film folgt klassische Numerik und Kombinatorik, die bereits chinesischen Mathematikern der Han-Dynastie und Archimedes von Syrakus bekannt war, im Abendland aber erst durch Pascal und Leibnitz wieder entdeckt wurde. Die Regeln der Permutation jeder der vier Farben zu jedem der n=4 Steine ergeben 4! (Fakult\u00e4t von 4, 2*3*4 = 24) unterschiedliche Resultate, die in Ihrer differenzierten Auspr\u00e4gung nicht vorhergesagt werden k\u00f6nnen und sich alle deutlich von der urspr\u00fcnglich durch eine Digitalkamera abgebildeten Originalmalerei unterscheiden. Jedes der 24 verschiedenen Resultate wird sechsmal (3!) gedruckt, was eine Gesamtzahl von 144 Exemplaren ergibt. Im Laufe des Druckprozesses entstehen 24 (4!) Drucke, die jeweils singul\u00e4r eine Farbe mit einem Stein kombinieren, 72 (3n!) verschiedene Kombinationen von je 2 Steinen mit 2 Farben und 48 (2n!) verschiedene Kombinationen von je 3 Steinen mit 3 Farben. Im Druckvorgang entspricht dies vier Farbenwechseln und 24 Steinwechseln. Eine Ausweitung auf f\u00fcnf Farbausz\u00fcge und f\u00fcnf Steine erg\u00e4be f\u00fcr die Permutation 5!, also 120 Steinwechsel, ein Projekt, welches noch anzugehen w\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Zahl 24 l\u00e4sst sich schreiben: 2<sup>3<\/sup>3, wenn man will also digitale Kameraaufnahme, digitale stochastische Bearbeitung, digitale Abbildung des Ergebnisse auf den analogen Film, analoger Druckprozess. Die Zahl 144 l\u00e4sst sich schreiben 2<sup>22<\/sup> 3<sup>2<\/sup> , es ist ein Gross, ein Dutzend Dutzende, 12<sup>2<\/sup> und gleichzeitig die gr\u00f6sste Zahl, die auf der Basis 10 das Produkt der Summe seiner Ziffern (9) und des Produkts seiner Ziffern (16) darstellt (9*16=144). Ausserdem ist 144 die zw\u00f6lfte der Fibonacci-Zahlen, die die Grundlage f\u00fcr den Goldenen Schnitt und von Corbusiers Modulor bilden (1,1,2,3,5,8,13,21,34,55,89,144) und die gr\u00f6sste Fibonacci Zahl, die gleichzeitig eine Quadratzahl ist. Und wer bis jetzt nicht \u00fcberzeugt ist, dass 6 (3!) die Zahl der Abz\u00fcge pro jeweils identischer Permutation, 24 (4!) die Zahl der produzierten unterschiedlichen Bl\u00e4tter und 144 notwendigerweise die Gr\u00f6sse der vorliegenden Auflage sein muss: Marcion von Sinope wurde im Jahr 144 unserer Zeitrechnung exkommuniziert. Zweifel \u00fcber die Existenz des Demiurgen, des Erschaffers der Welten, der nicht der Gott des neuen Testamentes sein kann, weil er eine grausame und mangelhafte Welt schuf, liessen sich bis heute trotzdem nicht ausr\u00e4umen. Ebenfalls nicht zuf\u00e4llig ist, dass das vorliegende Werk im Jahre 2007 (Summe der Ziffern 3<sup>2<\/sup>) erscheint, 210 Jahre (Summe der Ziffern 3, Fibonacci-Index 2<sup>2<\/sup>, Produkt der Ziffern 2 bzw. 2!) nach der Erfindung der Lithografiepresse durch Aloys Senefelder im Jahre 1797 (Summe der Ziffern 24 = 4! = 2<sup>2<\/sup>!).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>K\u00fcnstlerische und wissenschaftliche Grundgedanken<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die K\u00fcnstlerin hat die Struktur des Werkes a priori entwickelt, also bevor sie eine Entscheidung dar\u00fcber getroffen, welcher Ausschnitt von welchem ihrer Bilder zu verwenden sei und welche Parameter die Farbtrennung f\u00fcr die vier Filme bestimmen. Ebenfalls vorab festgelegt hat sie die vier Druckfarben, nur die genaue Abmischung erfolgte w\u00e4hrend des Lithographierprozesses. Sie erinnert sich der Lehre des k\u00fcrzlich Jahr verstorbenen Prof. Helmut Lortz der Berliner Hochschule der K\u00fcnste, welcher forderte, dass Produktionsprozesse systematisch zu variieren und auszuprobieren sind und nicht \u00fcberkommene \u00e4sthetische (Vor-)Urteile den k\u00fcnstlerischen Produktionsprozess bestimmen sollen. So entspricht die Kunst einer Dialektik von Handwerk und \u00c4sthetik, die Wissenschaft einer Dialektik von Handwerk und Kritik.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dies entspricht zutiefst einer wissenschaftlichen Vorgehensweise: Die theoriegeleitete systematische Suche, die Bereitschaft, \u00fcberkommene Paradigmata mit neuem Wissenstand aufzugeben, die Verwendung neuester Technologie und \u00e4ltester Techniken. Wissenschaft und Kunst schreiten nicht auf ausgetretenen Pfaden fort, sondern mit dem Mut diese zu verlassen, und der Bereitschaft, Scheitern in Kauf zu nehmen, die Bereitschaft zum hoffnungsvollen Experiment. Die interessantesten Ergebnisse sind nicht die, welche man erwartet, sondern die, welche man nicht erwartet, aber als g\u00fcltige erkennt. Die G\u00fcltigkeit in der Kunst beruht ihrerseits auf dem \u00e4sthetischen Urteil.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weiterlesen FLUID\u00a9 ProLitteris, Vera Rothamel Josef Estermann Mit farbigen Abbildungen des Produktionsprozesses von Lithografien und der Werke selber in hoher Qualit\u00e4t. 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