{"id":2528,"date":"2022-12-08T18:00:39","date_gmt":"2022-12-08T16:00:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.orlux-ag.ch\/?page_id=2528"},"modified":"2025-03-19T00:23:58","modified_gmt":"2025-03-18T22:23:58","slug":"sozialepidemiologie-des-drogenkonsums-kap-4-3a","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.orlux-ag.ch\/?page_id=2528","title":{"rendered":"Sozialepidemiologie des Drogenkonsums Kap. 4.3a"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.orlux-ag.ch\/?page_id=1729\"><strong>Weiterlesen: Sozialepidemiologie <\/strong><\/a><br>\u00a9 ProLitter<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" src=\"http:\/\/pl01.owen.prolitteris.ch\/na\/plzm.45760214-b5ac-4509-b756-326d721fcce3\">is, Josef Estermann<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright\"><a href=\"\/bild\/sozep_vs_gross.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"\/bild\/sozep.jpg\" alt=\"beschreibung\" title=\"titel\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>4.3      Die von der Repression betroffenen Konsumierenden<br>4.3.1  Identifikation der F\u00e4lle<br><\/strong>Wir betrachten hier die Daten, die das Bundesamt f\u00fcr Polizeiwesen (BAP) auf der Grundlage des schweizerischen Bet\u00e4ubungsmittelgesetzes, Art. 28 Ziff. 2 und Art. 29 Ziff. 3, sammelt. Es handelt sich um sogenannte Verzeigungsdaten, die die Polizei erfa\u00dft, wenn sie die Aufnahme eines Verfahrens wegen eines Versto\u00dfes gegen das Bet\u00e4ubungsmittelgesetz f\u00fcr angezeigt h\u00e4lt. Art. 29 Ziff. 3 BetmG ver\u00adpflichtet die kantonalen Polizeistellen, jedes er\u00f6ffnete Verfahren an die schweize\u00adrische Zentralstelle f\u00fcr die Bek\u00e4mpfung des unerlaubten Bet\u00e4ubungsmittel\u00adverkehrs, deren Funktion das BAP wahrnimmt, zu melden. Diese Vorschrift exi\u00adstiert zur Zeit alleine f\u00fcr Verfahren auf Grundlage des Bet\u00e4ubungsmittelgesetzes. Die Meldung erfolgt unabh\u00e4ngig davon, ob sich das Verfahren sp\u00e4ter als unbe\u00adgr\u00fcndet herausstellt oder nicht. Eine Anzeige f\u00fchrt nicht unbedingt zu einer Verur\u00adteilung. Die Analyse der Daten bezieht sich auf den Zeitraum von 1990 bis 1994. \u00dcber die zahlenm\u00e4\u00dfige Ausgestaltung der Drogenrepression auf den Ebenen Poli\u00adzei, Gericht und Strafvollzug im Zeitverlauf gibt Grafik G4.3.1 Auskunft. Die massive qualitative \u00c4nderung der Drogenrepression nach dem Jahre 1990 ist augenf\u00e4llig.<br>Diese Daten der polizeilichen Drogenrepression werden auf dem Aggregations\u00adniveau der Anzeige, das hei\u00dft des einzelnen Verfahrens erhoben. F\u00fcr capture-recapture Verfahren sind sie erst nach der Transformation auf das Niveau des Individuums und nach einer bestimmten Zeitspanne verwendbar. Diese Aggrega\u00adtion der Daten erfolgte in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt f\u00fcr Statistik (BFS, Simone R\u00f4nez).<br>Eine der zentralen Variablen bildet die Information, ob es sich um eine Person handelt, die noch nie aufgefallen ist (erstmalige Anzeige) oder aber um eine, die dem ermittelnden Beamten oder der Polizeistelle schon bekannt ist (wiederholte Anzeige). Diese Kriterien werden jedoch nicht unbedingt einheitlich gehandhabt. Es kommt zum Beispiel vor, das ein Verfahren wegen Heroinkonsums als erst\u00admaliges registriert wird, obwohl schon eines wegen Cannabiskonsums durchge\u00adf\u00fchrt worden ist. Ein gleich gelagerter Fall kann von einer anderen Polizeistelle als wiederholte Anzeige registriert werden. Dasselbe gilt f\u00fcr den Kategorienunter\u00adschied von Handel und Konsum. Die einzige M\u00f6glichkeit, diese Variable zu bereinigen, besteht darin, die Informationen auf der Ebene des Individuums im Zeitverlauf zu aggregieren. Dabei reduziert sich die Anzahl der in den Rohdaten als erstmalige Anzeige registrierten Verfahren betr\u00e4chtlich.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.orlux-ag.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/KA4_G431.pdf\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.orlux-ag.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/KA4_G431.pdf\" alt=\"\" class=\"wp-image-2531\"\/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Selektionskriterium f\u00fcr den bearbeiteten Datensatz ist nicht ganz unproblema\u00adtisch. Es bezieht sich auf s\u00e4mtliche in den Jahren 1990, 1991, 1992 1993 oder 1994 mit mindestens einem Verfahren wegen Konsums von Heroin oder Kokain beleg\u00adten Personen. F\u00fcr diese Personen wurden s\u00e4mtliche Anzeigen auf Grundlage des BetmG aufgenommen und gez\u00e4hlt. Klar wird, da\u00df sich die Daten auch f\u00fcr die bereits erfa\u00dften Jahre ver\u00e4ndern m\u00fcssen, wenn zus\u00e4tzliche Jahre in den Datensatz aufgenommen werden. Dies gilt besonders f\u00fcr die Anzahl erstmaliger Anzeigen, die sich mit dem Einbezug \u00e4lterer Verzeigungsdaten entsprechend reduziert. Bei der Aufbereitung der Daten wurde Wert darauf gelegt, den Beginn des Heroin- oder Kokainkonsums korrekt zu eruieren. Wenn beispielsweise jemand im Jahre 1992 wegen Heroinkonsums wiederholt angezeigt wurde und im selben Jahr erst\u00admals wegen Haschischkonsums, gilt 1992 als Jahr des Beginns der Konsum\u00adkarriere. Ebenso wenn beispielsweise jemand im Jahre 1991 eine Anzeige wegen Haschischhandels und -konsums hatte und im folgenden Jahr eine wiederholte Anzeige wegen Kokainkonsums. Das Problem des Datensatzes liegt unter anderem darin, da\u00df es sich nicht mit Sicherheit feststellen l\u00e4\u00dft, auf was sich die \u00abWiederholung\u00bb bezieht. H\u00e4ufig treten Personen auf, die in mehreren Jahren als erstmals angezeigt registriert sind. Der zu analysierende Datensatz der Verzeigten der Jahre 1990 bis 1994 enth\u00e4lt nach Bereinigung 36&#8217;077 Personen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br><strong>4.3.2 Darstellung des Zeitverlaufs<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Grafik<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Grafik G4.3.2 zeigt 36&#8217;000 Personen, die sich im zu analysierenden Datensatz befinden, der alle Personen enth\u00e4lt, gegen die in den Jahren 1990 bis 1994 die Polizei mindestens ein Verfahren wegen Konsums von Heroin oder Kokain er\u00f6ff\u00adnete und dies an das Bundesamt f\u00fcr Polizeiwesen in Bern meldete. Das BetmG bildet die Grundlage f\u00fcr diese Meldepflicht. Etwa 14&#8217;000 dieser Personen waren bereits im Jahre 1989 bekannt, das hei\u00dft, sie wurden zwischen 1990 und 1994 als wiederholt auff\u00e4llig angezeigt. \u00dcber 22&#8217;000 Personen existierten im Jahre 1989 noch keine Informationen. Die Polizei registrierte sie zwischen 1990 und 1994 erstmals.<br>Im Jahre 1990 dann wurden 4&#8217;000 Personen zum ersten Mal angezeigt und weitere 4&#8217;000 zum wiederholten Male. Etwa 10&#8217;000 wurden in sp\u00e4teren Jahren als bereits auff\u00e4llig wiederholt angezeigt und \u00fcber 18&#8217;000 lagen keine Informationen vor.<br>Im Jahre 1991 finden sich 5&#8217;000 neu erfa\u00dfte, bisher unbekannte Personen, 5&#8217;000 wieder erfa\u00dfte, bereits bekannte und wiederum 10&#8217;000, die in sp\u00e4teren Jahren als bereits auff\u00e4llig verzeigt wurden (zeitweilig Passive). Weitere 3&#8217;000 sind seit 1990, also seit drei Jahren bis zum letzten verf\u00fcgbaren Datensatz, nicht mehr erschienen. Dies sind Kandidatinnen und Kandidaten f\u00fcr echte Remission minus Verstorbene und Weggezogene. \u00dcber 14&#8217;000 Personen liegt in diesem Jahr noch keine Infor\u00admation vor.<br>Im Jahre 1992 bleibt sich die Zahl der in der Datei bekannten Personen gleich: 5&#8217;000 Erstmalige, 7&#8217;000 R\u00fcckf\u00e4llige und 8&#8217;000 \u00abzeitweilig Passive\u00bb. Ein oder zwei Jahre nicht aufgetreten sind 7&#8217;000 Personen, \u00fcber 9&#8217;000 Personen liegen keine Informationen vor.<br>1993 ist das Jahr mit der bisher h\u00f6chsten Erfassungs- und Durchdringungsquote im Datensatz und zeigt 5&#8217;000 erstmalig erfa\u00dfte, 10&#8217;000 bereits bekannte, 5&#8217;000 \u00abzeitweilig Passive\u00bb und 13&#8217;000 seit einem, zwei oder drei Jahren nicht mehr erschienene Personen. Weitere 4&#8217;000 Personen werden im n\u00e4chsten Jahr das erste Mal auftreten.<br>Im Jahre 1994 sinkt die Zahl der erstmals Erfa\u00dften auf 4&#8217;000, also auf den Stand von 1990. Bereits bekannt sind 11&#8217;000 erfa\u00dfte und seit einem, zwei, drei oder vier Jahren nicht mehr erschienen sind 22&#8217;000 Personen.<br>Die nicht mehr erschienenen Personen indizieren Remission und Tod. Immerhin 3&#8217;000 der \u00fcber 7&#8217;000 Personen, die im Jahre 1990 angezeigt wurden, sind bis 1994 nicht wieder aufgetaucht. Von den Erstmaligen des Jahres 1990 sind nur 53% wieder aufgetaucht, von den bereits Bekannten sind es 66%. Von den Erstmaligen des Jahres 1991 hingegen sind 46% bis 1994 wieder angezeigt worden, von den bereits Bekannten 64%.<br>Es ist wichtig, die Bedeutung des Zeitverlaufs bei einer dynamischen Erfassung richtig einzusch\u00e4tzen. Die Effekte der Zuf\u00fcgung eines Jahresdatensatzes in die Zukunft f\u00fcr den hier analysierten Datensatz bestehen in einer Erh\u00f6hung der Gesamtfallzahl im Datensatz um die bisher nicht bekannten, neu angezeigten Per\u00adsonen, in einer Erh\u00f6hung der Zahl der vorher und nachher erfa\u00dften und in einer Senkung der Zahl der seit einem, zwei oder drei Jahren nicht mehr angezeigten Personen. Die Zuf\u00fcgung eines Jahresdatensatzes in die Vergangenheit hingegen bewirkt eine Erh\u00f6hung der Gesamtfallzahl um die sp\u00e4ter nicht mehr aufgetauchten Personen, eine Erh\u00f6hung der Zahl der wiederholt erfa\u00dften und der seit Jahren aus dem Bestand ausgeschiedenen sowie eine Senkung der Zahl der erstmals erfa\u00dften Personen. Jedes weitere Hinzuf\u00fcgen von Rohdaten anderer Zeitabschnitte ver\u00e4n\u00addert auch den hier bereits analysierten Datensatz.<br>Die Darstellung der Daten auf der personenaggregierten Ebene differiert wesent\u00adlich von der in der polizeilichen Kriminalstatistik \u00fcblichen Darstellung nach Anzeigen oder Akten. Die polizeiliche Darstellung bl\u00e4ht den Umfang der Fallzah\u00adlen auf und reagiert \u00e4u\u00dferst stark auf Ver\u00e4nderungen in der Erfassungsdichte. Inso\u00adfern ist es zu verstehen, da\u00df epidemiologisch nicht geschulte Interpretatorinnen und Interpretatoren aus den polizeilichen Daten im beobachteten Zeitraum eine fulminante Epidemie des Drogenkonsums ableiten zu k\u00f6nnen meinen. Bei einer additiven Z\u00e4hlung nach Substanz (Heroin, Kokain, Cannabisprodukte, Amphe\u00adtamine, Halluzinogene, andere Substanzen) und nach Begehungsform (Handel, Konsum, Schmuggel) ist die Zahl der Verfahren ohne weiteres auf deutlich mehr als 50&#8217;000 pro Jahr aufzubl\u00e4hen. Die Aggregation auf das Personenniveau und die Absch\u00e4tzung der \u00dcberlappung hilft betr\u00e4chtlich, diesen Blickwinkel zu objekti\u00advieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><br><strong>4.3.3 Geschlecht<\/strong><br>Die Unterrepr\u00e4sentation der Frauen im Repressionsbereich ist hinl\u00e4nglich bekannt. (1) Die Drogenrepression bildet dabei keine Ausnahme. Die folgende Tabelle bezieht sich auf die Frauen und M\u00e4nner, die zwischen 1990 und 1994 min\u00addestens einmal wegen Konsums von Heroin oder Kokain angezeigt wurden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">T4.3.3: Polizeilich angezeigte Personen nach Geschlecht, 1990 bis 1994.<br>Zwischen 1990 und 1994 wegen Konsums von Heroin oder Kokain angezeigte Personen mit Heroin- oder Kokainkonsumanzeige im angegebenen Zeitraum und bekanntem Geschlecht.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td>Zeitraum<\/td><td>M\u00e4nner N<\/td><td> %<\/td><td>Frauen N<\/td><\/tr><tr><td>1990-1994<\/td><td>28977<\/td><td>80,4<\/td><td>7073<\/td><td>19,6<\/td><td>36040<\/td><\/tr><tr><td>1990<\/td><td>5361<\/td><td>79,3<\/td><td>1396<\/td><td>20,7<\/td><td>6757<\/td><\/tr><tr><td>1991<\/td><td>7372<\/td><td>81,4<\/td><td>1682<\/td><td>18,6<\/td><td>9054<\/td><\/tr><tr><td>1992<\/td><td>9236<\/td><td>81,0<\/td><td>2161<\/td><td>19,0<\/td><td>11397<\/td><\/tr><tr><td>1993<\/td><td>11337<\/td><td>81,3<\/td><td>2601<\/td><td>18,7<\/td><td>13938<\/td><\/tr><tr><td>1994<\/td><td>10857<\/td><td>80,9<\/td><td>2555<\/td><td>19,1<\/td><td>13412<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zwischen 1990 und 1994 wegen Konsums von Heroin angezeigte Personen mit Heroinkonsumanzeigen im angegebenen Zeitraum und bekanntem Geschlecht (2).<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td>Zeitraum<\/td><td>M\u00e4nner N<\/td><td>%<\/td><td>Frauen N<\/td><\/tr><tr><td>1990-1994<\/td><td>24770<\/td><td>79,9<\/td><td>6227<\/td><td>20,1<\/td><td>30997<\/td><\/tr><tr><td>1990<\/td><td>4409<\/td><td>78,8<\/td><td>1189<\/td><td>21,2<\/td><td>5598<\/td><\/tr><tr><td>1991<\/td><td>6379<\/td><td>81,0<\/td><td>1497<\/td><td>19,0<\/td><td>7876<\/td><\/tr><tr><td>1992<\/td><td>8182<\/td><td>80,8<\/td><td>1957<\/td><td>19,3<\/td><td>10139<\/td><\/tr><tr><td>1993<\/td><td>9996<\/td><td>81,1<\/td><td>2329<\/td><td>18,9<\/td><td>12325<\/td><\/tr><tr><td>1994<\/td><td>9461<\/td><td>80,9<\/td><td>2233<\/td><td>19,1<\/td><td>11694<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zwischen 1990 und 1994 wegen Konsums von Kokain angezeigte Personen mit Kokainkonsumanzeigen im angegebenen Zeitraum und bekanntem Geschlecht. (3)<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td>Zeitraum<\/td><td>M\u00e4nner N<\/td><td>%<\/td><td>Frauen N<\/td><\/tr><tr><td>1990-1994<\/td><td>14659<\/td><td>80,5<\/td><td>3562<\/td><td>19,6<\/td><td>18221<\/td><\/tr><tr><td>1990<\/td><td>2733<\/td><td>79,7<\/td><td>695<\/td><td>20,3<\/td><td>3428<\/td><\/tr><tr><td>1991<\/td><td>3395<\/td><td>81,8<\/td><td>758<\/td><td>18,3<\/td><td>4153<\/td><\/tr><tr><td>1992<\/td><td>3545<\/td><td>80,4<\/td><td>865<\/td><td>19,6<\/td><td>4410<\/td><\/tr><tr><td>1993<\/td><td>4585<\/td><td>80,3<\/td><td>1125<\/td><td>19,7<\/td><td>5710<\/td><\/tr><tr><td>1994<\/td><td>4632<\/td><td>80,2<\/td><td>1145<\/td><td>19,8<\/td><td>5777<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bez\u00fcglich der konsumierten Substanz sind bei den Repressionsdaten kaum Geschlechtsunterschiede festzustellen. In bezug auf alle Verzeigten ist auch kein eindeutiger Trend der Geschlechterquote zu erkennen. Getrennt nach Substanz ergibt sich kein Trend bei den Heroinkonsumverzeigungen und ein sehr schwacher Trend zu steigenden Frauenanteilen bei den Kokainkonsumverzeigungen 1991 bis 1994. In absoluten Zahlen zeigt sich im Jahre 1994 bei den Anzeigen wegen Koka\u00adinkonsums eine Stagnation, bei den Heroinkonsumsanzeigen sogar einen R\u00fcck\u00adgang. Die r\u00fcckl\u00e4ufige Tendenz setzt sich im Jahre 1995 fort.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>4.3.4 Alter<\/strong><br>Die Altersverteilungen der repressiv erfa\u00dften Konsumierenden von harten, illega\u00adlen Drogen unterscheiden sich nach Bereich der Repression und Geschlecht. Die Grafik G4.3.4A zeigt die Altersverteilung der angezeigten Personen im Zeitraum 1990-1994.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">G4.3.4A: Alter der j\u00e4hrlich wegen Heroin- oder Kokainkonsums angezeigten Per\u00adsonen, 1990-1993.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zwar steigt das durchschnittliche Alter, doch die Altersverteilung bleibt \u00fcber die Jahre weitgehend gleichf\u00f6rmig, nur die Fallzahlen steigen von Jahr zu Jahr betr\u00e4chtlich. Dieser Anstieg erfolgt also nicht sehr altersspezifisch. Bei der Dar\u00adstellung der Anzeigen nach Jahren und Geburtsjahrg\u00e4ngen zeigt sich der Zuwachs an Anzeigen in den jeweiligen Geburtskohorten (Grafik G4.3.4B).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1     Zu der Unterrepr\u00e4sentation von Frauen im Repressionsbereich vgl. Estermann, J.: Kriminelle Karrieren von Gef\u00e4ngnisinsassen. Frankfurt\/M u.a., 1986, S. 12ff.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2     Der Zuwachs der wegen Heroinkonsums angezeigten Personen hat sich wie folgt entwickelt:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">M\u00e4nner 90\/91: 44,7%; 91\/92: 28,3%; 92\/93: 22,2% 93\/94 -5,3%<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Frauen 90\/91: 25,5%; 91\/92: 31,2%; 92\/93: 19,0% 93\/94 -4,1%<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Insgesamt 90\/91: 40,6%; 91\/92: 28,8%; 92\/93: 21,6% 93\/94 -5,1%<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">3     Der Zuwachs der wegen Kokainkonsums angezeigten Personen hat sich wie folgt entwickelt:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">M\u00e4nner 90\/91: 24,2%; 91\/92 4,4%; 92\/93: 29,3% 93\/94 1,0%<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Frauen 90\/91: 9,1%; 91\/92: 14,1%; 92\/93: 30,1% 93\/94 1,8%<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Insgesamt 90\/91: 21,0%; 91\/92: 6,3%; 92\/93: 29,5% 93\/94 1,2%<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n<\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weiterlesen: Sozialepidemiologie \u00a9 ProLitteris, Josef Estermann 4.3 Die von der Repression betroffenen Konsumierenden4.3.1 Identifikation der F\u00e4lleWir betrachten hier die Daten, die das Bundesamt f\u00fcr Polizeiwesen (BAP) auf der Grundlage des schweizerischen Bet\u00e4ubungsmittelgesetzes, Art. 28 Ziff. 2 und Art. 29 Ziff. 3, sammelt. 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