{"id":2927,"date":"2024-03-19T04:32:48","date_gmt":"2024-03-19T02:32:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.orlux-ag.ch\/?page_id=2927"},"modified":"2025-03-20T00:06:32","modified_gmt":"2025-03-19T22:06:32","slug":"fluid","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.orlux-ag.ch\/?page_id=2927","title":{"rendered":"FLUID"},"content":{"rendered":"\n<p>\u201eFluid\u201c, eine lithografische Edition von Vera Rothamel<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><a href=\"https:\/\/www.orlux-ag.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/s-7.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"90\" height=\"123\" src=\"https:\/\/www.orlux-ag.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/s-7.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-3586\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.orlux-ag.ch\/?page_id=32\"><strong>Weiterlesen: Sozialforschung<\/strong><\/a><br>\u00a9 ProLitter<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" src=\"https:\/\/pl01.owen.prolitteris.ch\/na\/plzm.a17a7cd0-b1d9-4bae-a48e-f0bb2c88f8ef\">is, Textautorin: Katrin Bettina M\u00fcller<\/p>\n\n\n\n<p>Vertrauen, Neugierde, Offenheit und Erfahrung: Das sind wichtige Eigenschaften im Verh\u00e4ltnis zwischen K\u00fcnstlerinnen und den Druckwerkst\u00e4tten ihrer Wahl. Sie schaffen Raum f\u00fcr das Spielerische, das Experiment und die Improvisation. Es geht dabei nicht allein um die Produktion von grafischen Serien. Sondern mehr noch um das Aussch\u00f6pfen der \u00e4sthetischen M\u00f6glichkeiten, die die Drucktechniken bieten k\u00f6nnen. Die gemeinsame Lust am Ausprobieren ist dabei ein wertvolles Kapital.<\/p>\n\n\n\n<p>Seit mehr als f\u00fcnfundzwanzig Jahren schon arbeitet die Schweizer Malerin Vera Rothamel mit der Kunstwerkstatt von Thomi Wolfensberger in Z\u00fcrich zusammen. Manchmal schickt sie nach einem Arbeitstag in der Druckwerkstatt kleine Textnachrichten an Freundinnen: Gl\u00fccksmomente! Endorphin-Aussch\u00fcttung!<\/p>\n\n\n\n<p>Die M\u00f6glichkeiten der Improvisation aber wollen geplant sein, die Zeit in der Lithografiewerkstatt muss gut genutzt werden. F\u00fcr ihre j\u00fcngste grafische Edition \u201eFluid\u201c hat Vera Rothamel deshalb zuerst f\u00fcnf verschiedenen Formen entwickelt, Fl\u00e4chen, Netz- und Gitterstrukturen, die sie als Module in wechselnden Zusammenstellungen nutzen will. Aus ihrem Atelier bringt sie sie auf Folien in die Druckwerkstatt, dort werden sie auf je eine Platte belichtet. Die erste Form wird gedruckt auf eine bestimmte Anzahl von Bl\u00e4ttern, in einer Farbe, die n\u00e4chste Form folgt auf einem Teil der schon bedruckten Bl\u00e4tter, teils auf neuen. Manche Papiere werden zweimal in die Maschine eingelegt, Formen gedreht und gespiegelt. Sind alle Formen in einer ersten Farbe, Cyan beispielsweise, gedruckt, folgt eine neue Farbe, wie Ultramarin, t\u00fcrkisblau, Pink oder Weissrosa jeweils f\u00fcr einen Teil.<\/p>\n\n\n\n<p>Die \u00dcberschneidung der Formen und die Schichtung der Farben, ihre Durchl\u00e4ssigkeit in den zeichnerischen Strukturen ver\u00e4ndert sich von Blatt zu Blatt. Dann muss die K\u00fcnstlerin Entscheidungen f\u00e4llen, welche Bl\u00e4tter weiter bearbeitet werden, welche schon als fertig gelten, welche eine Weile Pause brauchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Dichte der Farben nimmt zu, aber nicht alle Bl\u00e4tter gleiten gleich oft durch die Maschine. Aus einem Satz von Vorgaben f\u00e4chern sich so immer mehr Varianten heraus, so dass jede Grafik zu einem Unikat wird. Manchmal verkehrt sich die Spannung zwischen dem Hervortretenden und dem Zur\u00fcckweichenden, als ob ein Gegenstand pl\u00f6tzlich in das Blitzlicht eines Gewitters getaucht sei.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Herstellungsprozess ist ein Wechselspiel zwischen dem Nichtvorhersehbaren in dem \u00dcbereinander von Formen und Farben und der Kontrolle. Die K\u00fcnstlerin ist dabei auch als aufmerksame Beobachterin gefordert, die das eigene Werk immer wieder aus der Distanz betrachtet. Sie hat die Spielfiguren geliefert, aber schickt sie nun durch alle m\u00f6glichen Formen der Begegnungen. Es werden mehr Bl\u00e4tter gedruckt, als die Edition am Ende enth\u00e4lt. Die Auswahl, was bleibt und was nicht, ist ein letzter Schritt.<\/p>\n\n\n\n<p>Kann man mehrere der 32 Werke, die insgesamt zur Edition geh\u00f6ren, nacheinander oder nebeneinander betrachten, erz\u00e4hlen sie vom Prozess ihres Werdens, von Transformation und Ver\u00e4nderung. Aus den Fl\u00e4chen entstehen r\u00e4umliche Anmutungen, teils als w\u00fcrde der Blick \u00fcber Wasser und Spiegelungen gleiten, teils t\u00fcrmen sich Massen hoch auf, teils weht der Atem des fr\u00fchen Tages durch offene Strukturen. Verbl\u00fcffende Tiefen entstehen, dann wieder schlie\u00dft sich eine Fl\u00e4che.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Assoziationen zu Vorg\u00e4ngen in der Natur und der Landschaft, der Wechsel von Licht und Temperaturen, das Wuchern von Dickichten oder die Br\u00fcchigkeit einer Fl\u00e4che sind in \u201eFluid\u201c so gegenw\u00e4rtig wie oft in den Arbeiten der Malerin Vera Rothamel. Manchmal bezieht sie vegetabile Strukturen ein; aber auch dort, wo das nicht geschieht, ist der Puls des Werdens und Vergehens im Bildgeschehen vorstellbar. Und so, wie bei der Pflege eines Gartens l\u00e4ngst nicht alles kontrollier- und steuerbar ist, sorgt der Prozess in der Druckwerkstatt f\u00fcr ein \u00dcberschreiten des Planbaren und f\u00fcr visuelle \u00dcberraschungen. Gerade das empfindet Vera Rothamel als das besonders Lustvolle an der lithografischen Arbeit.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Eine wichtige Rolle im Lesen der Bl\u00e4tter spielt die Wiederholung, das Wiedererkennen der Motive in den Varianten. Denn damit spielt \u201eFluid\u201c eben auch auf den Fluss der Zeit ein. Manchmal denkt man dabei an den Wechsel der Tageszeiten, manchmal der Jahreszeiten, die die Ansicht eines Motivs ver\u00e4ndern; und wenn dann eine der vertrauten Formen nicht mehr im Spiel ist, verschwunden oder zerfallen, treten auch naturgeschichtliche Erosions- oder historische Zerfallsprozesse in den Gedankenraum ein, den \u201eFluid\u201c er\u00f6ffnen kann. Dieses Bilden von Narrationen, diese Drift, die sich beim Gleiten des Blicks von Blatt zu Blatt, im Betrachtenden entwickeln kann, ist ein weiteres fl\u00fcssiges Element: \u201eFluid\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Katrin Bettina M\u00fcller<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eFluid\u201c, eine lithografische Edition von Vera Rothamel Weiterlesen: Sozialforschung\u00a9 ProLitteris, Textautorin: Katrin Bettina M\u00fcller Vertrauen, Neugierde, Offenheit und Erfahrung: Das sind wichtige Eigenschaften im Verh\u00e4ltnis zwischen K\u00fcnstlerinnen und den Druckwerkst\u00e4tten ihrer Wahl. 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