{"id":3842,"date":"2026-09-23T16:34:30","date_gmt":"2026-09-23T14:34:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.orlux-ag.ch\/?page_id=3842"},"modified":"2026-10-10T23:29:19","modified_gmt":"2026-10-10T21:29:19","slug":"die-meisten-schaffen-den-ausstieg","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.orlux-ag.ch\/?page_id=3842","title":{"rendered":"Die meisten schaffen den Ausstieg"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.orlux-ag.ch\/?page_id=3698\"><strong>Weiterlesen 3698 Texte <\/strong><\/a><br>\u00a9 ProLitter<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" height=\"1\" width=\"1\" border=\"0\" src=\"https:\/\/pl01.owen.prolitteris.ch\/na\/plzm.932f8c9e-ed55-4d60-b9e9-a227b39100e0\">is, Josef Estermann\n\n<script src=\"https:\/\/ptag.prolitteris.ch\/ptag\/ptag.min.js\" onload=\"ptag('https:\/\/pl01.owen.prolitteris.ch','na','plzm.932f8c9e-ed55-4d60-b9e9-a227b39100e0');\"><\/script><\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Neue Studie zur Sozialepidemiologie des Drogenkonsums<\/h1>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zur Zeit (1996) leben in der Schweiz ungef\u00e4hr 30&#8217;000 Personen, die regelm\u00e4ssig Heroin oder Kokain konsumieren. Zehn Prozent aller Konsumierenden brechen den Konsum innerhalb eines Jahres auf Dauer ab, allerdings stirbt jeder f\u00fcnfzigste Drogenabh\u00e4ngige im Laufe eines Jahres. Trotz massiver Verst\u00e4rkung der polizeilichen Arbeit im Drogenbereich in den vergangenen f\u00fcnf Jahren hat sich die Zahl der Konsumierenden nicht reduziert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dies geht aus einer Studie (1) des Instituts f\u00fcr Soziologie der Universit\u00e4t Bern \u00fcber die soziale und gesundheitliche Lage von Heroin- und Kokainkonsumierenden hervor.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Studie orientiert \u00fcber die soziale und gesundheitliche Lage von Heroin- und Kokainkonsumierenden, \u00fcber ihre Zahl, den j\u00e4hrlichen Zuwachs, den Abbruch der Karriere und die Sterblichkeit. Sie tr\u00e4gt den Titel \u00bbSozialepidemiologie des Drogenkonsums. Zu Pr\u00e4valenz und Inzidenz (2) des Heroin- und Kokaingebrauchs und dessen polizeiliche Verfolgung\u00ab. Die Studie wurde unterst\u00fctzt durch das Bundesamt f\u00fcr Gesundheitswesen, Bern.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Tod wegen \u00dcberdosis und Infektionskrankheiten<\/h1>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gem\u00e4ss der Studie leben in der Schweiz zur Zeit (Mitte der neunziger Jahre) ungef\u00e4hr 30&#8217;000 Personen, die regelm\u00e4ssig Heroin oder Kokain konsumieren. Jede f\u00fcnfzigste stirbt im Laufe eines Jahres, andererseits bricht immerhin jede zehnte betroffene Person den Konsum innerhalb eines Jahres auf Dauer ab. Dies bedeutet, dass etwa 80% der Konsumierenden auf Dauer \u00bbclean\u00ab werden. K\u00fcrzere Konsumpausen sind noch wesentlich h\u00e4ufiger. Mehr als ein Prozent der Bev\u00f6lkerung in der Schweiz oder etwa zwei Prozent der f\u00fcnzehn- bis f\u00fcnfundvierzigj\u00e4hrigen, das heisst also \u00fcber 70&#8217;000 Personen, besitzen Erfahrung mit Heroin oder Kokain.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie die Studie zeigt, hat sich die Zahl der Konsumierenden in den vergangenen sechs Jahren nicht wesentlich ver\u00e4ndert. Hingegen wurden seit 1991 bedeutend mehr Personen wegen Konsums strafrechtlich belangt, als dies in den achtziger Jahren der Fall gewesen ist. Ebenfalls stark zugenommen haben die Methadonbehandlungen, so dass sich zur Zeit etwa die H\u00e4lfte der regelm\u00e4ssig Heroin, Kokain oder Methadon Konsumierenden in \u00e4rztlicher Betreuung befinden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seit 2020 hat sich allerdings der Gebrauch von \u00abCrack\u00bb (freebase Kokain) zu einer Epidemie vor allem in gr\u00f6sseren und mittelgrossen St\u00e4dten der Schweiz entwickelt, welche n\u00e4her beobachtet werden muss. Auch hier ist die Dynamik des Marktes entscheidend und die M\u00f6glichkeiten der polizeilichen Intervention beschr\u00e4nkt. Es muss dringend darauf geachtet werden, dass die polizeiliche Arbeit H\u00e4ndler fokussiert, die selber nicht konsumieren und Zugriff auf gr\u00f6ssere Menhen von Kokain haben. Allerdings hat bei Kokain der schnelle Toleranzabbau nicht die direkt t\u00f6dlichen Konsequenzen wie bei Opiaten.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Drogenkonsum ist m\u00f6glich, ohne aufzufallen<\/h1>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Studie widerlegt das verbreitete Vorurteil, dass der Konsum harter Drogen zwangsl\u00e4ufig zu sozialer Verelendung f\u00fchrt. Gef\u00e4hrdet sind jedoch jugendliche Einsteiger eher als \u00e4ltere, M\u00e4nner eher als Frauen und Personen mit schlechten sozio\u00f6konomischen Voraussetzung eher als solche in guten sozialen Verh\u00e4ltnissen. Personen mit starkem Selbstbewusstsein, mit Bed\u00fcrfnis nach Autonomie und mit einer klaren Arbeitsorientierung k\u00f6nnen l\u00e4nger harte Drogen konsumieren ohne aufzufallen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zentral ist dabei das strikte Einhalten des Budgets, das heisst, es darf nicht mehr konsumiert werden, als sich das jemand leisten kann. Bei Budget\u00fcberschreitungen droht ein Abgleiten in Kriminalit\u00e4t. Wiederholte Interventionen der Organe sozialer Kontrolle, die nicht mit einem Bed\u00fcrfnis nach Behandlung und Betreuung der Konsumierenden einhergehen (Intervention der Polizei ohne Beizug von Sozialarbeitenden oder \u00c4rzten mit Einverst\u00e4ndnis der Kontrollierten), gef\u00e4hrden die Stabilit\u00e4t der Betroffenen.<\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Keine Reduktion der Zahl der Konsumierenden, aber gesundheitliche Besserstellung<\/h1>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erkenntnisse \u00fcber die Zahl der Konsumierenden, deren Zuwachs beziehungsweise Abnahme, die Sterblichkeit der Konsumierenden und deren gesundheitlicher Zustand sind f\u00fcr die Beurteilung der jeweiligen Drogenpolitik unverzichtbar. Die Ausweitung des therapeutischen Angebots und insbesondere die massive Verst\u00e4rkung der polizeilichen Arbeit im Drogenbereich in den vergangenen f\u00fcnf Jahren haben laut der Studie unterschiedliche Wirkungen gezeigt, ohne jedoch die Zahl der Konsumierenden vermindern zu k\u00f6nnen. Allerdings zeigte sich auch keine Erh\u00f6hung, aber eine Verminderung der Drogentodesf\u00e4lle durch medizinische Interventionen und Informationen der Polizeiorgane durch medizinisch ausgebildetes Personal.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00bbSozialepidemiologie des Drogenkonsums. Zu Pr\u00e4valenz und Inzidenz des Heroin-und Kokaingebrauchs und dessen polizeiliche Verfolgung\u00ab. Von JosefEstermann, mit Beitr\u00e4gen von Ute Herrmann, Daniela H\u00fcgi, Bruno Nydegger.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erh\u00e4ltlich bei Orlux Verlag, Z\u00fcrich<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Studiengruppe ist in der Lage, auf Anforderung hin Analysen der regionalen Verteilung zu liefern und Unterschiede zwischen hoch belasteten Kantonen und weniger betroffenen Regionen sowie zeitliche Entwicklungen aufzuzeigen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(1) \u00bbSozialepidemiologie des Drogenkonsums. Zu Pr\u00e4valenz und Inzidenz des Heroin- und Kokain-gebrauchs und dessen polizeiliche Verfolgung\u00ab. Von Josef Estermann, mit Beitr\u00e4gen von Ute Hemnann, Daniela H\u00fcgi und Bruno Nydegger.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(2) Pr\u00e4valenz: Zahl der Konsumierenden oder Anteil der Konsumierenden an der Bev\u00f6lkerung. lnzidenz: Zahl der Einsteiger oder Anteil der Einsteiger in der Bev\u00f6lkerung pro Jahr.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weiterlesen 3698 Texte \u00a9 ProLitteris, Josef Estermann Neue Studie zur Sozialepidemiologie des Drogenkonsums Zur Zeit (1996) leben in der Schweiz ungef\u00e4hr 30&#8217;000 Personen, die regelm\u00e4ssig Heroin oder Kokain konsumieren. Zehn Prozent aller Konsumierenden brechen den Konsum innerhalb eines Jahres auf Dauer ab, allerdings stirbt jeder f\u00fcnfzigste Drogenabh\u00e4ngige im Laufe eines Jahres. 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