{"id":519,"date":"2014-04-14T17:44:09","date_gmt":"2014-04-14T15:44:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.orlux-ag.ch\/?page_id=519"},"modified":"2022-10-10T00:36:51","modified_gmt":"2022-10-09T22:36:51","slug":"alte-und-neue-gesundheitsberufe","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.orlux-ag.ch\/?page_id=519","title":{"rendered":"Alte und neue Gesundheitsberufe"},"content":{"rendered":"\n<p><a href=\"https:\/\/www.orlux-ag.ch\/?page_id=1249\"><strong>Weiterlesen<\/strong><\/a>    \u00a9 ProLitter<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/pl01.owen.prolitteris.ch\/na\/plzm.dac24c5f-2d15-484b-b802-9440508b456a\" width=\"1\" height=\"1\">is, Josef Estermann<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gesundheitsfachberuf\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gesundheitsfachberuf<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ursula Streckeisen, Josef Estermann, Julie Page<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Alte und Neue Gesundheitsberufe: Eine Einf\u00fchrung<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels, der auch in j\u00fcngster Zeit eine weitere Verl\u00e4ngerung der Lebensspanne und eine Erh\u00f6hung des Anteils \u00e4lte\u00adrer Menschen an der Gesamtbev\u00f6lkerung mit sich brachte, haben jene gesund\u00adheitlichen Beschwerden zugenommen, die als \u201achronische Krankheiten\u2018 und \u201aZi\u00advilisationskrankheiten\u2018 beschrieben werden. Sie stellen das Gesundheitswesen vor neue Aufgaben. Zugleich verbreiten sich kulturelle Deutungsmuster, welche die historisch neuen Beschwerden als Ergebnis der individuellen Lebensf\u00fchrung definieren und Grenzen der modernen Medizin unterstreichen. Damit werden Krankheitspr\u00e4vention und Gesundheitsf\u00f6rderung zu relevanteren Bezugsgr\u00f6\u00dfen als bisher. Neue Herausforderungen ergeben sich aber auch vor dem Hintergrund der technischen Entwicklungen in der Akutmedizin, etwa im Bereich der Trans\u00adplantationsmedizin, wo neue Ungewissheiten entstehen und neue Erwartungen an PatientInnen gestellt werden. Die Ver\u00e4nderungen vollziehen sich in einem ge\u00adsellschaftlichen Kontext, der von eskalierenden Kosten bei sinkenden Einnah\u00admen gekennzeichnet ist und Ma\u00dfnahmen der Umstrukturierung, Rationalisierung und der Verbetrieblichung von Institutionen im gesundheitlichen Versorgungs\u00adsystem nach sich gezogen hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Die gesellschaftliche Bearbeitung der anstehenden Gesundheitsprobleme erfolgt im Rahmen von Arbeitsprozessen. Ganz grunds\u00e4tzlich betrachtet, setzt sich der Mensch \u2013 als Gattungswesen verstanden \u2013 mit seiner nat\u00fcrlichen und sozialen Umgebung \u00fcber <em>Arbeit<\/em> auseinander, um seine physiologischen und psycho-sozialen Bed\u00fcrfnisse zu befriedigen (MEW 1961 23: 356ff). In der modernen Gesellschaft nimmt ein Gro\u00dfteil der gesellschaftlich notwendigen Arbeit die Form der Erwerbsarbeit an, zumeist als Lohnarbeit, findet also in besonderen Arrangements statt, ist dabei aber an die Voraussetzung gebunden, dass im privaten Haushalt Vorleistungen erbracht und Folgeaufgaben \u00fcbernom\u00admen werden. Erwerbsarbeit ist arbeitsteilig organisiert, dabei ist die Arbeitstei\u00adlung unter anderem eine Teilung von Berufen und Professionen, die auf je spezi\u00adfische Art in qualifiziertem Modus Probleme bearbeiten (Durkheim 1893\/1967). Das Beruflichkeitsprinzip und das Professionsprinzip sind besonders tief im deutschsprachigen Raum verankert (Daheim\/Sch\u00f6nauer 1993, Bollinger\/Gerlach 2008)<a href=\"#sdfootnote1sym\"><sup>1<\/sup><\/a>. Im historischen Verlauf ver\u00e4ndert sich die Arbeitsteilung, vergehen und entstehen und ver\u00e4ndern sich Berufe und Professionen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Aufmerksamkeit des vorliegenden Bandes gilt dem beruflichen und pro\u00adfessionsbezogenen Wandel seit der zweiten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts, soweit die Gesundheitsversorgung betroffen ist. Das Buch enth\u00e4lt ausgew\u00e4hlte \u00fcberar\u00adbeitete Beitr\u00e4ge der Tagung \u201eGesundheitsberufe im Wandel\u201c, die im Juni 2012 in Winterthur stattfand und von den medizin- bzw. gesundheitssoziologischen Fach\u00adgruppen der Soziologischen Gesellschaften in Deutschland (DGS), \u00d6sterreich (\u00d6GS) und der Schweiz (SGS\/SSS\/SSA) organisiert wurde. Mit Blick auf die interessierende Thematik werden wir zun\u00e4chst die Begriffe Beruf und Profession sowie die historische Entstehung des modernen institutionellen Gef\u00fcges von auf\u00adeinander bezogenen Berufen und Professionen ansprechen, um auf dieser Basis den berufs- und professionsbezogenen Wandel im Gesundheitswesen zu er\u00f6rtern.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Beruf und Profession<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Mit \u201aBeruf\u2018 sei hier \u2013 in Anlehnung an den \u201aSubjektorientierten Ansatz\u2018 der deut\u00adschen Berufssoziologie (Beck\/Brater\/Daheim [1980] u.a.) \u2013 ein B\u00fcndel von spe\u00adzialisierten Arbeitsf\u00e4higkeiten bzw. T\u00e4tigkeiten verstanden, das gesellschaftlich ent\u00adstanden und normiert ist. Beruf ist keine T\u00e4tigkeit, die irgendeine oder irgend\u00adeiner ausf\u00fchren k\u00f6nnte, ein Mindestma\u00df an fachlicher Ausbildung muss vorlie\u00adgen. Beruf ist auch kein Job, der ohne inneres Engagement ausge\u00fcbt und pro\u00adblemlos gewechselt werden k\u00f6nnte. Vielmehr wird der Beruf mit einer gewissen Leiden\u00adschaft ausge\u00fcbt und bringt Anerkennung. Er bildet denn auch ein St\u00fcck weit die Basis der individuellen sozialen Identit\u00e4t und hat entsprechend stabili\u00adsierende Bedeutung (Schelsky 1965\/1972). Wer einen Beruf aus\u00fcbt, erbringt in der arbeitsteiligen Gesellschaft sinnvolle und n\u00fctzliche Leistungen, die gleichzeitig eine mehr oder minder kontinuierliche Erwerbschance darstellen. Berufsarbeit wird demnach \u2013 wie jede Erwerbsarbeit \u2013 nicht zuletzt in der Ab\u00adsicht ausge\u00fcbt, Geld zu erwerben und den eigenen Lebensunterhalt zu sichern. Die Vertreter des \u201aSubjektorientierten Ansatzes\u2018 sprechen von einer objektiv-gesellschaftlich gege\u00adbenen \u201edoppelten Zweckstruktur\u201c (Beck\/Brater\/Daheim 1980: 243ff.), die auf subjektiver Ebene eine Ambivalenz zwischen inhaltlichem Engagement und einer Mittel-zum-Zweck-Haltung (Streben nach Geld, Macht, Status, Prestige u.a.m.) nach sich ziehen kann. Dabei beziehen sie sich auf die Marx\u2019sche Unter\u00adscheidung von Gebrauchswert und Tauschwert. Der Gebrauchs\u00adwert der Arbeits\u00adleistung ist allein qualitativ bestimmt und zielt auf die Befriedi\u00adgung von Bed\u00fcrf\u00adnissen anderer, w\u00e4hrend ihr Tauschwert rein quantitativ bestimmt ist und sich auf den daf\u00fcr zu erhaltenden Lohn im weitesten Sinne bezieht (MEW 1961 23: 55ff).<\/p>\n\n\n\n<p>Die \u201aDoppeltheit\u2018 in der Konzeptualisierung von Beruf geht noch weiter zur\u00fcck. Schon Martin Luther unterschied einen geistlichen und einen weltlichen Beruf des Christenmenschen (<em>vocatio spiritualis<\/em> und <em>vocatio externa<\/em>), und in der Aufkl\u00e4rung wurde zwischen einem \u201einneren\u201c und einem \u201e\u00e4u\u00dferen\u201c Beruf unter\u00adschieden (Conz\u00e9 1972). Die Vorstellung eines inneren und \u00e4u\u00dferen Berufs hat sich auch im Berufskonzept von Max Weber niedergeschlagen, sp\u00e4ter in jenem von Sombart (1931), der zwischen <em>vocatio<\/em> und <em>occupatio<\/em> unterscheidet. Von Max Weber stammt die viel zitierte Charakterisierung des \u00e4u\u00dferen Berufs als \u201eSpezifizierung, Spezialisierung und Kombination von Leistungen einer Person, welche f\u00fcr sie die Grundlage einer kontinuierlichen Versorgungs- und Er\u00adwerbschance ist\u201c (Weber 1922\/1985: 80).<\/p>\n\n\n\n<p>Was Weber mit \u201einnerem Beruf\u201c meint, zeigt sich besonders deutlich in dem, was er \u00fcber \u201eWissenschaft als Beruf\u201c (1919\/1988) und \u00fcber \u201ePolitik als Beruf\u201c (1919\/1988) geschrieben hat. Sowohl im einen wie im anderen Fall betont Weber die Notwendigkeit der leidenschaftlichen Hingabe an eine Sache. Ohne diese Au\u00dferallt\u00e4glichkeit der Leidenschaft kann die gew\u00f6hnliche, allt\u00e4gliche Leistung des Fachmenschen nicht erbracht werden. Der \u201egute\u201c Wissenschaftler etwa muss sich Weber zufolge vollends vertiefen, von der Umwelt abschotten und ganz sei\u00adnen fachlichen Details \u00fcberlassen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine besondere Art von Beruf sind Professionen. Professionen seien hier als hochqualifizierte, an moderner Wissenschaft orientierte Berufe charakterisiert, die sich von ihrer Aufgabe her auf einen zentralen Wert der Gesellschaft (Ge\u00adsundheit, Gerechtigkeit u.a.m.) beziehen und dabei mit KlientInnen befasst sind, die kritische Schwellen, Gef\u00e4hrdungen der Lebensf\u00fchrung oder \u201eKrisen\u201c zu bew\u00e4ltigen haben. F\u00fcr ihre Klientel, die diese Schwierigkeiten nicht selber bew\u00e4ltigen kann, figurieren \u201e<em>Professionals<\/em>\u201c als ExpertInnen, die intervenieren und helfen. Die berufliche Sozialisation vermittelt ihnen nicht nur Wissen, son\u00addern l\u00e4sst auch ethische Einstellungen sowie \u201aangemessene\u2018 Lebenshaltungen entstehen, hat also habitus- und identit\u00e4tsformierenden Charakter. Hohe Bedeu\u00adtung kommt nicht zuletzt dem Erwerb der F\u00e4higkeit zu, mit fachli\u00adcher Unsicher\u00adheit umzugehen, d.h. handlungsrelevante Entscheide zu treffen bzw. vorzuschla\u00adgen, auch wenn die Grundlagen dazu ungen\u00fcgend sind (f\u00fcr die Medizin vgl. Fox 1957\/1978, Streckeisen 2001: 76ff. u.a.). <\/p>\n\n\n\n<p>Im handlungsstruktu\u00adrellen Ansatz, f\u00fcr den vor allem Oevermann steht, wird im Anschluss an Sig\u00admund Freud und den 1951 verfassten Beitrag \u00fcber Medizin von Talcott Parsons (1951\/1958) speziell auf die Frage eingegangen, welcher Art die Beziehung zwi\u00adschen Professionellem und Klienten sein muss, wenn die Problembew\u00e4ltigung gelingen soll (Oever\u00admann 1996: 141ff.). Das \u201eArbeitsb\u00fcndnis\u201c, das dem Gelin\u00adgen vorausgesetzt ist, verlangt \u2013 so Oevermann \u2013 nach der Autonomie der einzel\u00adnen Professionsakteu\u00adre (keine Vorgesetzten, keine Linie, idealtypischerweise freiberuflich t\u00e4tig). <\/p>\n\n\n\n<p>Im Rahmen der doppelten Zweckstruktur hat die Gebrauchs\u00adwertseite bei Professio\u00adnen also besondere Gestalt und vergleichsweise hohes Gewicht. Als verfasstes Kollektiv verf\u00fcgt die Profession \u00fcber Autonomie vom Markt und tendenziell auch vom Staat. Sie kontrolliert den Zugang zur Ausbil\u00addung, den Inhalt der Aus\u00adbildung und den Zugang zur Berufsaus\u00fcbung. Wesent\u00adlich bei der Wahrnehmung dieser Einfl\u00fcsse ist der Berufsverband, der nach au\u00dfen hin standespolitische Interessen vertritt und nach innen Kontrolle aus\u00fcbt, der aber auch die gemeinsa\u00adme berufliche Identit\u00e4t, die gemeinsamen Wert- bzw. Ethikvorstellungen pflegt und weiterentwickelt (Goode 1957\/1972, Siegrist 1988, Wilensky 1972 u.a.).<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Zur historischen Entstehung von Berufen und Professionen<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Dass sich ein Beruf oder eine Profession historisch herausbildet, dass sich entsprechende Ausbildungsg\u00e4nge etablieren und dass eine Nachfrage nach ent\u00adsprechenden Produkten oder Dienstleistungen entsteht, h\u00e4ngt mit Durchsetzungs\u00adprozessen von Akteurgruppen zusammen, die typischerweise durch Verb\u00e4nde voran\u00adgetrieben werden. Kollektivakteure, die im gesellschaftlichen Arbeitspro\u00adzess ver\u00adankert sind, entwickeln dabei Strategien, um ihre Position in der gesell\u00adschaftlichen Hierarchie zu verbessern. Im Anschluss an Max Weber (1922\/1985: 23ff.) werden solche Prozesse vielfach mithilfe des Konzepts der \u201eSozialen Schlie\u00ad\u00dfung\u201c zu fassen versucht (vgl. Collins 1987, Mackert 2004). Soziale Schlie\u00dfung meint einen Prozess, der den Zugang zu Privilegien und zu Ressour\u00adcen auf eine bestimmte Gruppe beschr\u00e4nkt und Marktmechanismen gewisser\u00adma\u00dfen au\u00dfer Kraft setzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Wichtig f\u00fcr das Verstehen des interessierenden Wandels im Gesundheitswesen des ausgehenden 20. und beginnenden 21. Jahrhunderts ist zun\u00e4chst die Entste\u00adhung der sogenannt klassischen, \u201aalten\u2018 Professionen der modernen Gesellschaft: Im Rahmen kollektiver sozialer Mobilit\u00e4tsprozesse der damals jungen b\u00fcrgerli\u00adchen Mittelschichten bildete sich im 19. Jahrhundert neben dem Anwalt, dem reformierten Pfarrer und anderen Professionen der moderne Arztberuf heraus (Larson 1977 u.a.). <\/p>\n\n\n\n<p>Die Ausschlussregeln der alten st\u00e4ndischen Eliten wurden in diesen Prozessen au\u00dfer Kraft gesetzt. Gleichzeitig wurde am Markt ein Monopol auf die medizinische Dienstleistung aufgerichtet, das sich neu mit einer naturwis\u00adsenschaftsbasierten Definitionsmacht verband. Ausbildung und Ethik dienten als Abgrenzungskriterien gegen\u00fcber anderen Berufsgruppen. Dabei \u00fcbernahm die \u00c4rzteschaft Aufgabenbereiche, die in der vorb\u00fcrgerlichen Gesellschaft weitge\u00adhend Dom\u00e4nen der Frauen gewesen waren, insbesondere die Geburtshilfe: Die medizinwissenschaftliche Gyn\u00e4kologie entstand. Wie die Geschlechterforschung gezeigt hat, waren Professionalisierungsprozesse des 19. Jahrhunderts ganz all\u00adgemein mit Prozessen der Marginalisierung von Frauen verbunden (Frevert 1982, Witz 1992, Wetterer 1992 u.a.). \u201aAlte\u2018, klassische Professionen m\u00fcssen daher als kulturell m\u00e4nnliche Institution begriffen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Entwicklung der klassischen, \u201aalten\u2018 Professionen war Teil der Herausbil\u00addung eines historisch neuen institutionellen Gef\u00fcges von aufeinander bezogenen Berufen und Professionen. In diesem Prozess erhielten die klassischen Professio\u00adnen den Status einer dominierenden Profession, die im ihr zugeordneten Bereich \u00fcber eine entsprechende qua Wissenschaft legitimierte Deutungs- und Hand\u00adlungsmacht verf\u00fcgte (vgl. Abbott 1988, Freidson 1970\/1979 u.a.m.). <\/p>\n\n\n\n<p>Im Zentrum der T\u00e4tigkeit entsprechender Akteure standen mit der Zeit vergleichsweise all\u00adtagsferne, wenig routinisierbare Verpflichtungen. Aufgaben, die diesen vor- und nachgelagert und f\u00fcr die Realisierung der Handlungsabsichten der dominieren\u00adden Professionsinhaber unverzichtbar waren, \u00fcbernahmen immer mehr bestimm\u00adte andere, dominierte Berufe, deren Aus\u00fcbung ohne wissenschaftliche Kenntnis\u00adse m\u00f6glich war. Diese Berufe operierten n\u00e4her bei der Klientel und wurden Frau\u00aden zugeschrieben. Paradebeispiel in der Medizin ist die Pflege, die im Kranken\u00adhaus den \u00c4rzten zudient (Streckeisen 2010 u.a.). Es geht bei der herk\u00f6mmlichen Pflege denn auch nicht allein um <em>lege artis<\/em> ausgef\u00fchrte fachtechnische Arbeit, sondern vor allem auch um die Dimension einer Beziehungsleistung f\u00fcr die anderen (die Betreuten), welche etwa Empathie, Zuwendung, Verst\u00e4ndnis, die Vermittlung von Sicherheit und die St\u00e4rkung der Autonomie des Betreuten umfasst (Estermann und Kneub\u00fchler 2008: 187ff.).<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die historisch sp\u00e4ter entstandenen weiblich konnotierten Gesundheitsberu\u00adfe, die in der gesundheitswissenschaftlichen Literatur als \u201etherapeutische Berufe\u201c bezeichnet werden (Physiotherapie, Ergotherapie und Logop\u00e4die) und bisher vor allem im therapeutisch-rehabilitativen Bereich gewirkt haben, ist die herk\u00f6mmli\u00adche Unterordnung unter die \u00e4rztliche Dominanz weniger direkt als im Falle der Pflege, aber dennoch klar gegeben.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Berufs- und professionsbezogener Wandel im Gesundheitswesen<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Mit Bezug auf den beruflichen und professionsbezogenen Wandel im Gesund\u00adheitswesen des ausgehenden 20. und beginnenden 21. Jahrhunderts f\u00e4llt auf, dass der Zentralwert \u201aGesundheit\u2018 immer mehr durch \u201ekomplexe, multizentrische Prozesse\u201c sicher gestellt wird (Vogd 2005). Auch wenn er das Feld der Gesund\u00adheit nach wie vor dominiert, verliert der \u00c4rztestand zunehmend seinen dominan\u00adten Charakter (Bollinger\/Hohl bereits 1981 u.a.m.). Daf\u00fcr durchlaufen andere therapeutisch ausgerichtete, dominierte Berufe wie etwa die Krankenpflege oder die Ergotherapie einen nach \u201aoben\u2018 weisenden, professionssoziologisch als kol\u00adlektiven Mobilit\u00e4tsprozess zu bezeichnenden Aufstieg bzw. streben diesen an (Behrens 2005, Bollinger et al. 2006 u.a.m). Der Tendenz nach bilden sich \u201aneue Professionen\u2018 heraus. Was die Ver\u00e4nderungen des Arzt- und des Pflegeberufs im Speziellen betrifft, so spielen zus\u00e4tzlich Prozesse der Verbetrieblichung des Krankenhauses eine Rolle, die auf politische Absichten zur\u00fcckgehen, Finanzpro\u00adbleme zu l\u00f6sen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Prozess des Unabh\u00e4ngigerwerdens der \u00e4rztlich dominierten Berufe hat die Strategie der Verwissenschaftlichung zentrale Bedeutung. Paradoxerweise scheint diese Strategie manchmal zur Abwertung der professionellen Praxis zu f\u00fchren. \u201eProfessionalisierung\u201c etwa, wie sie in der Pflege und vergleichbaren Berufen betrieben wird, bezieht sich in vielen Aspekten prim\u00e4r auf die Tauschwertkomponente, n\u00e4mlich auf den f\u00fcr berufliche Arbeitsleistung erzielba\u00adren und erzielten Lohn und auf das erreichbare und erreichte Prestige. In den Machtzentren der neuen Professionen nehmen typischerweise Wissenschaftsver\u00adtreterInnen breiten Raum ein \u2013 WissenschaftlerInnen vor allem aus den Sozial\u00adwissenschaften, die nicht praktizieren und teilweise gar nie praktiziert haben. Es gibt daher Anlass zur Vermutung, dass sich hoher Status der Tatsache verdankt, dass nicht praktiziert, daf\u00fcr aber Lehre und Forschung betrieben wird. Das hei\u00dft, dass Wissenschaft Status bringt (Tauschwertseite), statt das Wissenschaft profes\u00adsionelle Probleml\u00f6sungsmuster verbessern helfen w\u00fcrde (Gebrauchswert). <\/p>\n\n\n\n<p>Jen\u00adseits von Therapie und Klinik bilden sich in derselben Zeit neue, ebenfalls ten\u00addenziell wissenschaftsbasierte Gesundheitsberufe heraus, die n\u00e4her bei der Erzie\u00adhung, der Wirtschaft und auch n\u00e4her bei der Politik als bei der Medizin stehen (Vogd 2005) und eigentlich \u201aGesundheits-F\u00f6rderungsberufe\u2018 genannt werden m\u00fcssten. In der Literatur ist in diesem Zusammenhang vielfach von neuen \u201eAuf\u00adgaben\u201c oder \u201eKompetenzen\u201c (Ehrhard et al. 2011) und nicht von \u201eBerufen\u201c die Rede.<\/p>\n\n\n\n<p>Bollinger (2005) sieht im Zusammenhang mit dem Wandel der Gesundheits\u00adberufe eine \u201eneue Un\u00fcbersichtlichkeit\u201c. Eine Neuschneidung von Arbeitskr\u00e4fte\u00admustern finde statt, gleichzeitig aber stelle sich angesichts erheblicher \u00dcber\u00adschneidungsbereiche die Frage, ob noch von \u201eBerufen\u201c im herk\u00f6mmlichen Sinne gesprochen werden k\u00f6nne. Einmal abgesehen von der Deprofessionalisierung \u201aalter\u2018 und der Entstehung \u201aneuer\u2018 Professionen hat das Beruflichkeitsprinzip \u2013 infolge der Strukturumbr\u00fcche in der Arbeitswelt der vergangenen Jahrzehnte \u2013 Ver\u00e4nderungen erfahren, \u00fcber deren Charakter kontrovers diskutiert wird. W\u00e4h\u00adrend auf der einen Seite das Verblassen des Berufsprinzips diagnostiziert und etwa davon ausgegangen wird, der \u201eArbeitskraftunternehmer\u201c (Vo\u00df 2001 u.a.) sei zur dominanten Grundform von Arbeitskraft geworden, werden solche Diagnosen auf der anderen Seite unter Verweis auf die steigende Bedeutung der beruflichen Erstplatzierung und des Berufs als Initialqualifikation als Mythos in Frage gestellt (Corsten 1999, Streckeisen\/Borkowsky 1990 u.a.).<\/p>\n\n\n\n<p>Vor dem Hintergrund der eingangs erw\u00e4hnten doppelten Zweckstruktur von Erwerbsarbeit und Beruflichkeit (und damit auch des Professionsprinzips) l\u00e4sst sich fragen, ob die beobachtbare Entwicklung im Gesundheitswesen Ausdruck funktionaler Erfordernisse ist (Gebrauchswertaspekt), wie es die strukturfunktio\u00adnalistisch ausgerichteten Berufssoziologie (Parsons 1939\/1968, Hartmann 1972 u.a.) behauptet. <\/p>\n\n\n\n<p>Das w\u00fcrde bedeuten, dass sich nur jene Berufsgruppen gesell\u00adschaftlich durchsetzen, die der gesellschaftlichen Problemlage entsprechen und die Befriedigung von existierenden Bed\u00fcrfnissen erm\u00f6glichen. Auf der Basis der machtkritischen Perspektive der sozialen Schlie\u00dfung l\u00e4sst sich indessen vermu\u00adten, dass erfolgreiche Durchsetzung auch Ergebnis von kollektiver Interessens\u00adpolitik sein kann, welche Status-, Macht- und\/oder Prestigegewinn im Auge hat (Tauschwertaspekt). Dabei kann sich das Tauschwertinteresse vom Gebrauchs\u00adwert losl\u00f6sen, verselbst\u00e4ndigen und Eigendynamiken entfalten. Gesellschaftliche Legitimit\u00e4t indes baut sich allein \u00fcber den Gebrauchswert auf. Dank der erwor\u00adbenen Definitionsmacht k\u00f6nnen erfolgreiche Berufe und Professionen nun aber inso\u00adfern auch die Gebrauchswertseite widerum beeinflussen, als es ihnen m\u00f6g\u00adlich ist, zu bear\u00adbeitende Probleme neu zu definieren, gesundheitliche Beschwer\u00adden zum Beispiel neu zu diagnostizieren und damit Konstrukteure von Krankhei\u00adten zu werden, aufgrund derer dann neue Bed\u00fcrfnisse nach professioneller Hilfe entste\u00adhen (vgl. Freidson 1970\/1979 u.a.).<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Zu den Beitr\u00e4gen im vorliegenden Band<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Den Hintergrund der Beitr\u00e4ge zu berufs- und professionsbezogenen Ver\u00e4nderun\u00adgen, welche der vorliegende Band versammelt, bildet der Wandel im Gesund\u00adheitswesen, der gepr\u00e4gt ist von (gesamtgesellschaftlichen, nicht gesundheitspezi\u00adfischen) in neoliberaler Manier gestalteten \u00f6konomischen Rahmenbedingungen. Gesundheitsspezifisch betrachtet, gr\u00fcndet der Wandel in der Entstehung neuer zu bearbeitender und bearbeitbar gewordener gesundheitlicher Probleme (Ge\u00adbrauchswertseite), aber auch in interprofessionellen Statusk\u00e4mpfen und im Rin\u00adgen verschiedener Gesundheitsberufe um Definitionsmacht (Tauschwertseite).<\/p>\n\n\n\n<p>Ein erster Block von unmittelbar zusammenh\u00e4ngenden Beitr\u00e4gen fokussiert akutmedizinische und verwandte Berufe im Krankenhauskontext, die sich \u2013 vor dem Hintergrund des neoliberalen Steuerungsparadigmas \u2013 ver\u00e4ndern, und lenkt den Blick dar\u00fcberhinaus auf die Entstehung neuer Besch\u00e4ftigtengruppen in die\u00adser Organisation. <em>Jonathan Gabe<\/em> er\u00f6rtert mit Blick auf das Vereinigte K\u00f6nigreich Gro\u00dfbritannien und Nordirland die Deprofessionalisierung der \u00c4rzteschaft, vor allem deren Autonomieverlust im Krankenhaus. Er analysiert diese als Folge von staatlichen Ma\u00dfnahmen, vom Aufsteigen der Gesundheitsmanager, von ver\u00e4n\u00adderten Patientenerwartungen, von der Erstarkung der Selbsthilfegruppen und von \u201aKolonisierungsversuchen\u2018 der Pharmazeutischen Industrie.<\/p>\n\n\n\n<p>Dazu passt der aus Frankreich stammende und auf dortige gesellschaftliche Probleml\u00f6sungsmuster bezugnehmende Beitrag von <em>Fran\u00e7ois-Xavier Schweyer<\/em>, in welchem die Entstehung der Krankenhausdirektoren als Beruf (<em>profession<\/em>) im Rahmen der Modernisierung der Krankenh\u00e4user zwischen 1950 und 1980 sowie die Entwicklung dieses Berufs im Rahmen der neoliberalen Wende beleuchtet wird, die dem Autor zufolge generell zu einer Neuzusammensetzung (<em>recompo\u00adsition<\/em>) der Gesundheitsberufe gef\u00fchrt hat. <\/p>\n\n\n\n<p>Die zunehmende marktwirtschaftliche Steuerung neoliberaler Pr\u00e4gung bildet auch den Ausgangspunkt des Beitrags von <em>Manuela Grimm<\/em>. Pflegeleitungen haben sich in diesem Zusammenhang \u2013 in den Augen der befragten Pflegeleitungen in Deutschland \u2013 dem Management ange\u00adn\u00e4hert und von der Pflege entfernt. Zugleich sind sie, so die Autorin, den \u00e4rztli\u00adchen Leitungen formell gleichgestellt, ohne dass aber die \u201eEmanzipation der Pflege von der Medizin\u201c durch diese Prozesse vorangetrieben worden w\u00e4re. Mit dem verbetrieblichenden Umbau des Krankenhauses und verschiedensten weite\u00adren Ma\u00dfnahmen, die Kosten senken sollten, kam es in dieser Organisation zur Erweiterung von Aufgaben und zur Ausdifferenzierung neuer T\u00e4tigkeiten. <\/p>\n\n\n\n<p>Wie <em>Michael Gemperle<\/em> und <em>Andreas Pfeuffer<\/em> mit Bezug auf empirisches Material aus Deutschland, \u00d6sterreich und der Schweiz darlegen, ist der Aufwand f\u00fcr das Dokumentieren medizinischer und pflegerischer Arbeit gestiegen, was Arztper\u00adsonen und Pflegekr\u00e4fte zu entsprechender Kritik veranlasst hat. Diese gr\u00fcndet aber, wie die Autoren berichten, nicht einfach im erh\u00f6hten Arbeitsaufwand, son\u00addern vor allem auch in der Abnahme von eigenen Gestaltungsm\u00f6glichkeiten und der Infragestellung des bisherigen beruflichen Selbstverst\u00e4ndnisses. Im darauf folgenden Artikel er\u00f6rtern <em>Andreas Pfeuffer<\/em> und <em>Michael Gemperle<\/em> mit Bezug auf dieselbe Studie die Entstehung einer neuen Besch\u00e4ftigtengruppe im Kranken\u00adhaus, die Kodierfachkr\u00e4fte, die wegen der unklaren Konturen der Arbeit \u201enoch nicht als Berufsgruppe\u201c bezeichnet werden k\u00f6nnen. <\/p>\n\n\n\n<p>Im letzten Beitrag des ersten Blocks steht erneut der Arztberuf im Vordergrund, diesmal aber im Kontext medizintechnischen Fortschritts. Aus handlungsstruktureller Sicht beleuchtet <em>Claudia Peter<\/em> \u2013 teilweise unter Bezugnahme auf empirisches Material aus Deutschland \u2013 das \u00e4rztliche Handeln in innovativen medizinischen Feldern wie der Neonatologie oder der Transplantationsmedizin, in denen die Ungewissheit, unter der medizinisches Handeln immer schon erfolgte, besonders ausgepr\u00e4gt geworden ist und heute immer mehr institutionell reflektiert wird. Peter charakte\u00adrisiert diese Handlungskonstellation und fragt nach Implikationen der genannten Entwicklung f\u00fcr die Arzt-Patient-Beziehung und insbesondere die Patientenauto\u00adnomie.<\/p>\n\n\n\n<p>Der zweite Block vereinigt Beitr\u00e4ge zu Professionalisierungsprozessen der therapeutischen Gesundheitsberufe Ergotherapie, Physiotherapie, Logop\u00e4die und Pflege in Deutschland und zur \u201ePflegevorsorge\u201c bei \u00e4lteren Menschen. Es geht um Gesundheitsberufe, die sich in einem kollektiven sozialen Mobilit\u00e4tsprozess befinden, der im Gef\u00fcge der Gesundheitsberufe nach oben f\u00fchrt und den Arztbe\u00adruf als dominierende Profession tendenziell infrage stellen. <em>Bernhard Borgetto<\/em> geht \u2013 vor dem Hintergrund ausf\u00fchrlicher theoretischer Er\u00f6rterungen \u2013 der Frage nach, wie weit der Prozess der Akademisierung und Professionalisierung, den die Ergotherapie, die Physiotherapie und die Logop\u00e4die durchlaufen, in Deutschland vorangekommen ist. Er er\u00f6rtert Chancen, Barrieren und Entwicklungsperspekti\u00adven und besch\u00e4ftigt sich auch mit Fragen der Beziehung zwischen TherapeutIn und PatientIn und insbesondere des Arbeitsb\u00fcndnisses. <\/p>\n\n\n\n<p><em>Karl K\u00e4lble <\/em>legt in sei\u00adnem hochschulpolitisch instruierten Artikel das Augenmerk auf Fragen der Aus\u00adbildung, die sich im Zusammenhang mit der Professionalisierung der therapeuti\u00adschen Gesundheitsberufe und der Pflege stellen. Er beleuchtet politische Initiati\u00adven zur Erh\u00f6hung der Durchl\u00e4ssigkeit zwischen beruflicher Bildung und Hoch\u00adschulbildung, er\u00f6rtert M\u00f6glichkeiten und Grenzen der Durchl\u00e4ssigkeit und damit verbundene Chancen bzw. Risiken der weiteren Professionalisierung. Sowohl bei Borgetto als auch bei K\u00e4lble wird die Beziehung zwischen den interessierenden Berufen und dem Arztberuf immer wieder explizit angesprochen. Im Beitrag von <em>Katja K\u00f6nigstein-L\u00fcdersdorff<\/em> und <em>Andrea Warnke<\/em> wird die Entwicklung eines E&nbsp;Learning-Moduls im Hamburger Studiengang \u201aHealth Care Studies\u2018 zur F\u00f6r\u00adderung der interdisziplin\u00e4ren Kompetenzen f\u00fcr die Zusammenarbeit der thera\u00adpeutischen Berufe und der Pflege vorgestellt. Dabei meint \u201ainterdisziplin\u00e4r\u2018 auch, sich mit Machtverh\u00e4ltnissen und divergierenden Interessen auseinanderzusetzen. <\/p>\n\n\n\n<p><em>Anton Amann<\/em> und <em>Josef Estermann<\/em> schlie\u00dflich besch\u00e4ftigen sich in einer vor\u00adwiegend sozialpolitischen Perspektive mit den Angebotsstrukturen der \u201ePflege\u00advorsorge\u201c, womit medizinisch-pflegerische und psychosozial ausgerichtete Beru\u00adfe der sozialen Dienste, aber auch hauswirtschaftliche Dienste und soziale Arbeit angesprochen sind, soweit es um die Vorsorge \u00e4lterer Menschen geht. Die Auto\u00adren betrachten die historische Entwicklung sowie die Bem\u00fchungen um \u201eProfes\u00adsionalisierung\u201c und er\u00f6rtern die These, dass eine wissenschaftliche Auseinander\u00adsetzung unter Bezugnahme auf die Lebensweltorientierung die Chance mit sich bringen w\u00fcrde, eine gemeinsame Begr\u00fcndungs- und Handlungslogik aller an der Pflegevorsorge Beteiligten zu entwickeln, welche gebrauchswertrelevant ist. \u00c4hnlich wie im Beitrag von <em>K\u00f6nigstein<\/em> und <em>Warnke<\/em> wird die F\u00f6rderung von Zu\u00adsammenarbeit fokussiert, was angesichts der interprofessionellen Kompetition in allen inter- und transdisziplin\u00e4ren Feldern eine h\u00f6chst anspruchvolle Aufgabe darstellt (vgl. auch Estermann 2011).<\/p>\n\n\n\n<p>Im letzten Block gilt das Interesse dem \u201aAufstieg\u2018 einer pr\u00e4ventiv und saluto\u00adgenetisch orientierten Peripherie der Gesundheitsversorgung, die das herk\u00f6mmli\u00adche, dem akutmedizinisch-pathogenetischen und prim\u00e4r therapeutischen Para\u00addigma verpflichtete Zentrum konkurrenziert oder dieses zumindest \u00fcberlagert. <em>Christine D\u00f6rge<\/em> berichtet aus einer Studie bei ambulant t\u00e4tigen Haus\u00e4rztInnen und Pflegekr\u00e4ften in Deutschland, zwei Berufsgruppen, die in der Gesundheits\u00adf\u00f6rderung Schl\u00fcsselbedeutung haben. Es zeigt sich eine \u201eSprachlosigkeit\u201c, wenn die Befragten zur Darlegung ihres Verst\u00e4ndnisses von Gesundheitsf\u00f6rderung auf\u00adgefordert werden, w\u00e4hrend dem die Schilderung ihrer konkreten <em>Praxis<\/em> der For\u00adscherin die Konstruktion einer Typologie von Handlungsstrategien erlaubte. <\/p>\n\n\n\n<p>Im letzten Beitrag des Buches fragt <em>Ursula Streckeisen<\/em> danach, inwieweit im ent\u00adgrenzten Bereich der Gesundheitsf\u00f6rderung Strukturbildungen stattfinden, in denen das Prinzip Beruflichkeit eine Rolle spielt. Vor dem Hintergrund verschie\u00addener empirischer Untersuchungen in Deutschland und eigenem empirischen Material aus der Schweiz formuliert sie die These, dass ein Beruf der Gesund\u00adheitswissenschafterin oder des Gesundheitsf\u00f6rderers sich kaum herausbilden wird, dass aber eine Entwicklungstendenz besteht, wonach bereits institutionali\u00adsierte Berufe sich an den Gesundheitsf\u00f6rderungstrend anbinden, um die eigene Attraktivit\u00e4t zu erh\u00f6hen oder drohenden Bedeutungsverlust zu bek\u00e4mpfen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Literatur<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Abott, Andrew (1988): The System of Professions. The University of Chicago Press: Chicago.<\/p>\n\n\n\n<p>Beck, Ulrich; Brater, Michael; Daheim, Hansj\u00fcrgen (1980): Soziologie der Arbeit und der Berufe. Grundlagen, Problemfelder, Forschungsergebnisse. Ro\u00adwohlt: Reinbek bei Hamburg.<\/p>\n\n\n\n<p>Behrens, Johann (2005): Abh\u00f6ren ersetzt nicht Zuh\u00f6ren; F\u00fcrsorge nicht Respekt. So\u00adziologie der Pflege als Profession der Unterscheidung von interner und externer Evidence. In: Bollinger, Heinrich; Gerlach, Anke; Pfadenhauer, Michaela (Hrsg.): Gesundheitsberufe im Wandel. Soziologische Beobachtungen und Interpretationen, 103-146.<\/p>\n\n\n\n<p>Bollinger, Heinrich (2005): Profession, Dienst, Beruf. Der Wandel der Gesundheits\u00adberufe aus berufssoziologischer Perspektive. In: Bollinger, Heinrich; Gerlach, Anke; Pfadenhauer, Michaela (Hrsg.): Gesundheitsberufe im Wandel. Soziologi\u00adsche Beobachtungen und Interpretationen. Mabuse-Verlag: Stuttgart, 13-30.<\/p>\n\n\n\n<p>Bollinger, Heinrich; Hohl, Joachim (1981): Auf dem Weg von der Profession zum Beruf. Zur Deprofessionalisierung des \u00c4rztestandes. In: Soziale Welt, 32, 1981, 4, 440-464.<\/p>\n\n\n\n<p>Bollinger, Heinrich; Gerlach, Anke; Grewe, Annette (2006): Die Professionalisierung der Pflege zwischen Traum und Wirklichkeit. In: Pundt, Johanne (Hrsg.) (2006): Professionalisierung im Gesundheitswesen. Positionen \u2013 Potenziale \u2013 Perspekti\u00adven. Huber: Bern, 76-92.<\/p>\n\n\n\n<p>Bollinger, Heinrich; Gerlach, Anke (2008): Professionalit\u00e4t als Kompetenz und Ele\u00adment der Qualit\u00e4tssicherung in den Gesundheitsberufen. In: Matzick, Sigrid (Hrsg.): Qualifizierung in den Gesundheitsberufen. Herausforderungen und Per\u00adspektiven f\u00fcr die wissenschaftliche Weiterbildung. Juventa: Weinheim und M\u00fcn\u00adchen, 139-158.<\/p>\n\n\n\n<p>Collins, Randall (1987): Schlie\u00dfungstheorie und die Konflikttheorie der Professio\u00adnen. In: \u00d6sterreichische Zeitschrift f\u00fcr Soziologie, 12\/2, 46-60.<\/p>\n\n\n\n<p>Conze, Werner (1972): Beruf. In: Brunner, Otto et al. (Hrsg.), Geschichtliche Grund\u00adbegriffe. Historisches Lexikon zur politisch-sozialen Sprache in Deutschland. Band 1, Klett-Cotta: Stuttgart, 490-507.<\/p>\n\n\n\n<p>Corsten, Michael (1999): Treulose Arbeitsindividuen ohne berufliche Bindung \u2013 Mythen und Anti-Mythen zur Krise der beruflichen Sozialisation. In: Honegger, Claudia et al. (Hrsg.), Grenzenlose Gesellschaft? Verhandlungen des 29. Kongres\u00adses der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Soziologie, des 16. Kongresses der \u00d6sterreichi\u00adschen Gesellschaft f\u00fcr Soziologie, des 11. Kongresses der Schweizerischen Gesell\u00adschaft f\u00fcr Soziologie in Freiburg i. Br. 1988, Teil 1, Leske und Budrich: Opladen, 290-306.<\/p>\n\n\n\n<p>Daheim, Hansj\u00fcrgen; Sch\u00f6nbauer, G\u00fcnther (1993): Soziologie der Arbeitsgesell\u00adschaft. Grundz\u00fcge und Wandlungstendenzen der Erwerbsarbeit. Juventa: Wein\u00adheim\/M\u00fcnchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Durkheim, Emile (1893\/1967): De la division du travail social. Paris: Presses univer\u00adsitaires de France: Paris.<\/p>\n\n\n\n<p>Ehrhard, Tobias; Ostwald, Dennis A.; Franz, Peter (2011): Neue Berufe und Aufga\u00adbenneuverteilung im Gesundheitswesen. Stand und Perspektiven. In: Hensen, Peter; K\u00f6lzer, Christian (Hrsg.): Die gesunde Gesellschaft. Sozio\u00f6konomische Per\u00adspektiven und sozialethische Herausforderung. VS Verlag f\u00fcr Sozialwissenschaf\u00adten: Wiesbaden, 105-120.<\/p>\n\n\n\n<p>Estermann, Josef; Kneub\u00fchler, Hansulrich (2008): Warum Lebensqualit\u00e4t im Pflege\u00adheim bedeutsam ist und wie sie gemessen werden kann. In: Schweizerische Zeit\u00adschrift f\u00fcr Soziologie, 2008, 34(1), 187-210.<\/p>\n\n\n\n<p>Estermann, Josef (2011): Die Verbindung von Recht und Soziologie als Chim\u00e4re. In: Cottier et al. (Hrsg.), Wie wirkt Recht? Baden-Baden: Nomos, 101-112.<\/p>\n\n\n\n<p>Freidson, Elliot (1970\/1979): Der \u00c4rztestand. Berufs- und wissenssoziologische Durchleuchtung einer Profession. Enke: Stuttgart.<\/p>\n\n\n\n<p>Frevert, Ute (1982): Frauen und \u00c4rzte im sp\u00e4ten 18. und fr\u00fchen 19. Jahrhundert \u2013 zur Sozialgeschichte eines Gewaltverh\u00e4ltnisses. In: Kuhn, Annette; R\u00fcsen, J\u00f6rg (Hrsg.): Frauen in der Geschichte, Bd. 2, Fachwissenschaftliche und fachdidakti\u00adsche Beitr\u00e4ge zur Sozialgeschichte der Frauen. P\u00e4dagogischer Verlag Schwann: D\u00fcsseldorf, 177-297.<\/p>\n\n\n\n<p>Fox, Ren\u00e9e C. (1957\/1978): Training f\u00fcr Uncertainty. In: Schwarz, Howard et al. (Hrsg.): Dominant Issues in Medical Sociology. Random House: New York, 189-202.<\/p>\n\n\n\n<p>Goode, William J. (1957\/1972): Professionen und Gesellschaft. Die Struktur ihrer Beziehungen. In: Luckmann, Thomas; Sprondel, Walter (Hrsg.) (1972): Berufsso\u00adziologie. Kiepenheuer &amp; Witsch: K\u00f6ln, 157-168.<\/p>\n\n\n\n<p>Hartmann, Heinz (1972): Arbeit, Beruf, Profession. In: Luckmann, Thomas; Spron\u00addel, Walther (Hrsg.): Berufssoziologie. K\u00f6ln: Kiepenheuer und Witsch, 36-52.<\/p>\n\n\n\n<p>Larson, Magali S. (1977): The Rise of Professionalism. A Sociological Analysis. Uni\u00adversity of California Press: Berkeley.<\/p>\n\n\n\n<p>Mackert, J\u00fcrgen (Hrsg.) (2004): Theorie sozialer Schlie\u00dfung. Tradition, Analysen, Perspektiven. VS Verlag f\u00fcr Sozialwissenschaften: Wiesbaden.<\/p>\n\n\n\n<p>MEW (Marx Engels Werke, Bd. 23, 1961 [1890, 4.A.]), Das Kapital, Erster Band, Berlin: Dietz Verlag.<\/p>\n\n\n\n<p>Oevermann, Ulrich (1996): Theoretische Skizze einer revidierten Theorie professio\u00adnalisierten Handelns. In: Combe, Arno; Helsper, Werner (Hrsg.): P\u00e4dagogische Professionalit\u00e4t. Untersuchungen zum Typus p\u00e4dagogischen Handelns. Suhrkamp: Frankfurt\/M., 70-182.<\/p>\n\n\n\n<p>Parsons, Talcott (1939\/1968): Die akademischen Berufe und die Sozialstruktur. In: R\u00fcschemeyer, Dietrich (Hrsg.): Talcott Parsons, Beitr\u00e4ge zur soziologischen Theo\u00adrie. Luchterhand: Neuwied und Berlin 1968, 160-179.<\/p>\n\n\n\n<p>Parsons, Talcott (1951\/1958): Struktur und Funktion der modernen Medizin. Eine so\u00adziologische Analyse. In: K\u00f6lner Zeitschrift f\u00fcr Soziologie und Sozialpsychologie, 3, Sonderheft 3, 1958, 10-57.<\/p>\n\n\n\n<p>Schelsky, Helmut (1965\/1972): Die Bedeutung des Berufs in der modernen Gesell\u00adschaft. In: Luckmann, Thomas, Sprondel, Walter (Hrsg.) (1972): Berufssoziologie. Kiepenheuer &amp; Witsch: K\u00f6ln, 25-35.<\/p>\n\n\n\n<p>Siegrist, Hannes (1988): B\u00fcrgerliche Berufe und das B\u00fcrgertum. In: Siegrist, Hannes (Hrsg.): B\u00fcrgerliche Berufe. Zur Sozialgeschichte der freien und akademischen Berufe im internationalen Vergleich. Vandenhoeck &amp; Ruprecht: G\u00f6ttingen, 11-50.<\/p>\n\n\n\n<p>Sombart, Werner (1931): Beruf. In: Vierkandt, Alfred (Hrsg.) (1931): Handw\u00f6rter\u00adbuch der Soziologie. Stuttgart: Enke, 25-31.<\/p>\n\n\n\n<p>Streckeisen, Ursula (2001): Die Medizin und der Tod. Berufliche Strategien zwischen Klinik und Pathologie. Leske und Budrich: Opladen.<\/p>\n\n\n\n<p>Streckeisen, Ursula (2010): Arzt und Schwester, \u00c4rztin und Pfleger. Berufssoziologi\u00adsche \u00dcberlegungen zum Wandel eines \u201aprofessionellen Paares\u2018. In: Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften, Arbeitsgruppe Berufsbilder der Steuerungsgruppe Zukunft Medizin Schweiz. SAMW-Website.<\/p>\n\n\n\n<p>Streckeisen, Ursula; Borkowsky, Anna (1999): Ende des Berufs? In: Neue Z\u00fcrcher Zeitung, Sonderbeilage Studium und Beruf, 9, 9. November 1999.<\/p>\n\n\n\n<p>Vogd, Werner (2005): F\u00fchrt die Evolution moderner Organisationen zu einem Bedeu\u00adtungsverlust der Professionen? Untersuchungen zum medizinischen Feld. In: Bol\u00adlinger, Heinrich; Gerlach, Anke; Pfadenhauer, Michaela (Hrsg.): Gesundheitsberu\u00adfe im Wandel. Soziologische Beobachtungen und Interpretationen. Mabuse-Verlag: Frankfurt\/M., 189-206.<\/p>\n\n\n\n<p>Vo\u00df, G\u00fcnter G. (2001): Auf dem Wege zum Individualberuf? Zur Beruflichkeit des Arbeitskraftunternehmers. In: Kurtz, Thomas (Hrsg.): Aspekte des Berufs in der Moderne. Leske und Budrich: Opladen, 287-314.<\/p>\n\n\n\n<p>Weber, Max (1919\/1988): Politik als Beruf. In: Ders., Gesammelte Politische Schrif\u00adten. J.C.B. Mohr, UTB (Paul Siebeck): T\u00fcbingen, 1988, 505-560.<\/p>\n\n\n\n<p>Weber, Max (1919\/1988): Wissenschaft als Beruf. In: Ders., Gesammelte Aufs\u00e4tze zur Wissenschaftslehre. J.C.B. Mohr, UTN (Paul Siebeck): T\u00fcbingen: 1988, 582-613.<\/p>\n\n\n\n<p>Weber, Max (1922\/1985): Wirtschaft und Gesellschaft. T\u00fcbingen: J.C.B. Mohr, 1985.<\/p>\n\n\n\n<p>Wetterer, Angelika (1992) (Hrsg.), Profession und Geschlecht. \u00dcber die Marginalit\u00e4t von Frauen in hochqualifizierten Berufen. Campus: Frankfurt\/M.<\/p>\n\n\n\n<p>Wilensky, Harold L. (1964\/1972): Jeder Beruf eine Profession? In: Luckmann, Tho\u00admas; Sprondel, Walter (Hrsg.) (1972): Berufssoziologie. Kiepenheuer &amp; Witsch: K\u00f6ln, 198-218.<\/p>\n\n\n\n<p>Witz, Anne (1992): Professions and Patriarchy. Routledge: London.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Fussnote<\/h4>\n\n\n\n<p><br><a href=\"#sdfootnote1anc\">1<\/a> In der franz\u00f6sischen Sprache sind die Begriffe \u201eprofession\u201c und \u201em\u00e9tier\u201c mit von der deutschen Sprache unterschiedenen Konnotationen im Sinne von Beruf ausgeformt, wie auch in der engli\u00adschen Sprache, in der \u201eprofession\u201c als \u201ean occupation, trade, craft, or activity in which one has a professed expertise in a particular area; a job, especially one requiring a high level of skill or training\u201c (<a href=\"http:\/\/www.en.wiktionary.org\/\">www.en.wiktionary.org<\/a>) beschrieben wird.<br>Hier steht die Z\u00e4hlmarke von ProLitter<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/pl01.owen.prolitteris.ch\/na\/plzm.dac24c5f-2d15-484b-b802-9440508b456a\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\">is<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.orlux-ag.ch\/?page_id=602\"><strong>Mehr lesen: Datenschutz<\/strong><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weiterlesen \u00a9 ProLitteris, Josef Estermann https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gesundheitsfachberuf Ursula Streckeisen, Josef Estermann, Julie Page Alte und Neue Gesundheitsberufe: Eine Einf\u00fchrung Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels, der auch in j\u00fcngster Zeit eine weitere Verl\u00e4ngerung der Lebensspanne und eine Erh\u00f6hung des Anteils \u00e4lte\u00adrer Menschen an der Gesamtbev\u00f6lkerung mit sich brachte, haben jene gesund\u00adheitlichen Beschwerden zugenommen, die als \u201achronische &hellip; <a href=\"https:\/\/www.orlux-ag.ch\/?page_id=519\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Alte und neue Gesundheitsberufe<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":25,"menu_order":1,"comment_status":"open","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-519","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.orlux-ag.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/519","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.orlux-ag.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.orlux-ag.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.orlux-ag.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.orlux-ag.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=519"}],"version-history":[{"count":24,"href":"https:\/\/www.orlux-ag.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/519\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2552,"href":"https:\/\/www.orlux-ag.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/519\/revisions\/2552"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.orlux-ag.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/25"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.orlux-ag.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=519"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}